OB-Kandidat Roland Kaiser im Porträt

Baden-Baden (sre) – Roland Kaiser will als Teamplayer für bessere Stimmung im Rathaus und im Gemeinderat sorgen. Darüber und über seine private Seite hat er mit dem Badischen Tagblatt gesprochen.

Fußballfan mit Trainer-Lizenz: Roland Kaiser sucht den Ausgleich vom Berufsalltag unter anderem im Sport und in der Natur. Foto: Christian Bodamer

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Fußballfan mit Trainer-Lizenz: Roland Kaiser sucht den Ausgleich vom Berufsalltag unter anderem im Sport und in der Natur. Foto: Christian Bodamer

Der direkte Kontakt, der tägliche Austausch mit Menschen ist es, den Roland Kaiser (Grüne) besonders schätzt. Deshalb hat er sich nach einer Ausbildung zum Maschinenschlosser seinerzeit entschieden, noch einmal umzusatteln und Sozialarbeit zu studieren. Und deshalb will er nun Oberbürgermeister werden. Ein „Neues Miteinander“, so sein Wahlkampfmotto, soll es mit ihm im Baden-Badener Rathaus und in der Stadt geben.

Interview Roland Kaiser
12:31 min
OB-Wahl Baden-Baden Interview Roland Kaiser

Entspannt schlendert Kaiser durch den Kurpark. Freie Zeit habe er immer noch, erzählt er – trotz seiner vielen Aufgaben als Sozialbürgermeister und des parallel laufenden Wahlkampfes. Schließlich, das Bedauern ist ihm anzumerken, seien coronabedingt nach wie vor wenige Veranstaltungen möglich, die Sonntage blieben deshalb in der Regel frei. Auch seine Freizeitgestaltung ist von den Einschränkungen betroffen: Mit seiner Frau geht er gern ins Konzert oder Theater. Seit fast 30 Jahren sind die beiden ein Paar, seit fast 20 miteinander verheiratet. „Wir sind gern unterwegs, laufen viel“, nennt er ein weiteres gemeinsames Hobby. Wobei aus den großen Wanderungen mittlerweile eher Spaziergänge geworden seien, meint der 56-Jährige und schmunzelt.

Fußball spielt Kaiser, der auch eine Trainer-B-Lizenz hat, nach zwei Achillessehnenrissen nur noch selten. Die Leidenschaft für diesen Sport ist aber geblieben – und der gebürtige Stuttgarter fiebert vom Sofa aus oder manchmal auch im Stadion gleich bei zwei Vereinen mit: Schon als Kind VfB-Fan, hat er seit seiner Studienzeit in Freiburg auch zum SC Freiburg eine enge Bindung.

Seit vier Jahren Bürgermeister

Den gern beschworenen Konflikt zwischen Baden und Schwaben sieht er ohnehin nicht: „Meine Frau ist Badenerin“, erzählt er. Und mittlerweile fühle er sich im Badischen heimisch. Das Paar lebt die doppelte Heimat auch räumlich: Da Kaisers Frau als Projektleiterin für Inklusion bei der Caritas in Stuttgart tätig ist, haben die beiden nach wie vor ihr Haus im Landkreis Ludwigsburg – und parallel eine kleine Mietwohnung in Baden-Baden. Die Wohnung sei eigentlich eine Übergangslösung für den Start in der Kurstadt gewesen, erzählt Kaiser: „Aber wie das so ist mit Provisorien ...“ Nach der Wahl solle sich die Wohnsituation allerdings ändern, auch seine Frau werde dann mehr Zeit in Baden-Baden verbringen.

Seit gut vier Jahren arbeitet er mittlerweile im kurstädtischen Rathaus und ist als Bürgermeister für die Bereiche Bildung, Soziales, Ordnung und Sicherheit zuständig. Zuvor war er bereits viele Jahre im Sozialbereich verschiedener Stadtverwaltungen, beim Landesverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und beim Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg tätig. Doch er hat seine Karriere nicht im öffentlichen Dienst begonnen, sondern bei der Daimler-Benz AG in Stuttgart. Dort absolvierte er nach dem Realschulabschluss zunächst eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Das sei in seinem Umfeld einfach üblich gewesen, erzählt er mit einem Lächeln: „Meine ganze Verwandtschaft hat bei Daimler gearbeitet.“

Auf Bauernhof aufgewachsen

Kaiser wuchs im ländlichen Raum auf, verbrachte viel Zeit auf dem Bauernhof der Großeltern – die Nähe zur Natur und zu den Tieren prägten seine ersten Jahre. Für seine Familie war es ganz logisch, dass „der Bub“ etwas Handfestes lernte und mit Mercedes bei einem guten Arbeitgeber unterkam. Doch auch wenn Kaiser nicht in diesem Bereich blieb: Die freie Wirtschaft aus der Perspektive eines einfachen Mitarbeiters kennenzulernen und nicht etwa in einer Leitungsfunktion, „schafft eine Grundlage, die ich nicht missen will“, sagt er heute.

Eigentlich hatte er nie das Karriereziel, Oberbürgermeister zu werden, wie er offen zugibt. Zunächst habe er sogar abgelehnt, als Gemeinderats-Fraktionen ihn gefragt hätten, ob er bei der Wahl antreten wolle. Der Entschluss sei erst nach und nach gereift. Eine wichtige Rolle habe dabei die Stimmung im Baden-Badener Rathaus und im Gemeinderat gespielt. Diese wolle er verbessern, zu einem neuen Miteinander beitragen. Deshalb sei es ihm auch wichtig gewesen, für seine Kandidatur breite Unterstützung aus verschiedenen Fraktionen zu bekommen: „Es war klar: Wenn nur die Grünen mich unterstützen, trete ich nicht an.“ Ein Teamplayer braucht eben auch Rückendeckung – nicht nur im Fußball.

Zur Person

Roland Kaiser (56) ist seit vier Jahren Sozial- und Ordnungsbürgermeister der Stadt Baden-Baden. Er ist in Stuttgart geboren und in Remseck (Landkreis Ludwigsburg) aufgewachsen. Ins Berufsleben gestartet ist er einst mit einer technischen Ausbildung: Er ist gelernter Maschinenschlosser und war als solcher bei Daimler tätig, bevor er über den zweiten Bildungsweg ein Hochschulstudium anhängte und in Freiburg Sozialarbeit studierte. Dann war er in verschiedenen Einrichtungen tätig, von 2008 an als Dezernent im Kommunalverband für Jugend und Soziales in Baden-Württemberg. Seit 2018 ist er Mitglied der Grünen.

In eigener Sache

Das BT stellt in loser Folge die Bewerberinnen und Bewerber für die OB-Wahl in Baden-Baden vor. Auf www.badisches-tagblatt.de findet sich dazu jeweils auch ein Video-Porträt. Erschienen ist bereits das Porträt über Margret Mergen (CDU) und Rolf Pilarski (FDP). Zudem veranstalten BT und BNN am Freitag, 4. März, um 17 Uhr ein gemeinsames Wahlforum mit OB-Kandidatinnen und -Kandidaten, das auf bnn.de und badisches-tagblatt.de im Livestream zu sehen ist.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
21. Februar 2022, 18:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 33sec

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