OB-Kandidat Roland Kaiser will ein „neues Miteinander“

Baden-Baden (sre) – Der jetzige Sozialbürgermeister und OB-Kandidat der Stadt Baden-Baden, Roland Kaiser, setzt bei seiner Kandidatur auf Zusammenarbeit. FBB und SPD unterstützen ihn dabei.

Start in den Wahlkampf: In der Akademiebühne in der Cité stellt Sozialbürgermeister Roland Kaiser sein Programm vor und begrüßt seine Unterstützer.  Foto: Sarah Reith

© sre

Start in den Wahlkampf: In der Akademiebühne in der Cité stellt Sozialbürgermeister Roland Kaiser sein Programm vor und begrüßt seine Unterstützer. Foto: Sarah Reith

Nun ist es offiziell: Der Baden-Badener Sozialbürgermeister Roland Kaiser tritt bei der OB-Wahl im März gegen Amtsinhaberin Margret Mergen an. Er bekommt dabei nicht nur Rückendeckung von seiner eigenen Partei, den Grünen, sondern wird auch von der SPD und den Freien Bürgern für Baden-Baden (FBB) unterstützt.

Immerhin bis Freitagmorgen sei es gelungen, die OB-Kandidatur „einigermaßen geheim zu halten“, freute sich Grünen-Fraktionschefin Sabine Iding-Dihlmann bei der Kandidatenvorstellung am Nachmittag auf der Akademiebühne in der Cité. Dabei sei man sich bei den Grünen parteiintern schon im vergangenen Jahr einig gewesen, dass man einen Kandidaten aufstellen wolle, und habe sich auch rasch auf Kaiser verständigt. Dieser hat, wie er am Freitagmorgen auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte, seine Bewerbung um das höchste Amt in der Kurstadt bereits am Sonntag, 12. Dezember, abgegeben. Damit ist er einer der Kandidaten, die die Bewerbung so früh in den Rathaus-Briefkasten eingeworfen haben, dass sie im Lostopf um den obersten Platz auf dem Stimmzettel gelandet sind.

Die Zwischenzeit habe man nun genutzt, um ein „breit aufgestelltes Bündnis an Akteuren und Unterstützern“ zu schmieden und eine „vernünftige Kampagne“ auf die Beine zu stellen, führte Iding-Dihlmann weiter aus und versicherte Kaiser: „Wir Grünen stehen einstimmig hinter dir.“

Seinen Wahlkampf hat der OB-Kandidat unter das Motto „Das neue Miteinander“ gestellt. Die „kleinste Weltstadt“ Baden-Baden habe ein besonderes Flair, aber stehe auch vor großen Herausforderungen, erläuterte Kaiser in seiner Rede. Deshalb sei dieses neue Miteinander dringend erforderlich: „Baden-Baden muss aus den ständigen Grabenkämpfen befreit werden“, betonte er. „Wir brauchen eine neue politische Kultur im Gemeinderat und gemeinsame zielführende Sachlösungen.“ Dafür sei mitunter eine Entschleunigung erforderlich, um „möglichst gute Absprachen“ zu treffen und breite Mehrheiten zu erzielen. Zudem wolle er sich für mehr Partizipation und Beteiligung der Bevölkerung einsetzen. Auch der Blick über die Kernstadt hinaus tue not: „Die Herzkammern unserer Stadt sind die Ortsteile.“ Die Interessen der Bürger müssten im Mittelpunkt stehen und „nicht die fixen Vorstellungen eines Stadtoberhaupts“.

Bildungs- und Chancengleichheit ausbauen

Er wolle die Stadt aber nicht nur „atmosphärisch nach vorne bringen“, führte Kaiser aus, sondern auch inhaltlich. Er wolle die Bildungs- und Chancengleichheit ausbauen, noch mehr tun für Familien und Jugendliche. Auch Klimaschutz und Energiewende müssten angepackt werden. „Wir brauchen eine vernetzte und integrierte Mobilität“, sagte er weiter. Außerdem wolle er den Einzelhandel stärker unterstützen und ein städtisches Programm auflegen, um Leerständen zu begegnen.

„Das Programm hat uns überzeugt“, betonte Katja Habermehl-Fuchs, die gemeinsam mit Martin Müller den SPD-Stadtverband leitet. Müller ergänzte: „Wir haben auch das Gefühl, es braucht neue Ideen in dieser Stadt, deshalb stehen wir hinter dieser Kandidatur.“ Und auch Parteikollege Kilian Krumm trat ans Rednerpult. Er habe selbst erwogen, als junger Kandidat für die SPD ins Rennen um das höchste Amt in der Stadt zu gehen, berichtete Krumm, der beruflich als Gewerkschaftssekretär beim IG-Metall-Vorstand tätig ist. Doch dann habe er mir Kaiser gesprochen und sich entschieden, nicht anzutreten, damit sich nicht zu viele Kandidaten gegenseitig die Erfolgschancen nähmen. „Ich bin der Überzeugung, dass Roland absolut der Richtige ist“, betonte Krumm, der nun selbst Teil des Wahlkampf-Teams des grünen Kandidaten geworden ist.

Frustrierende Arbeit

Als Vertreter der FBB-Fraktion waren Heinrich Liesen und Tommy Schindler zur Kandidatenvorstellung gekommen. Auch sie sagten Kaiser Unterstützung zu. Dieser sei „ein Kandidat, zu dem man Vertrauen haben kann“, betonte Liesen. In den vergangenen Jahren habe man oft im nichtöffentlichen Teil einer Sitzung anderes gehört als im öffentlichen, die Arbeit sei frustrierend gewesen. Es gebe viel zu tun, meinte Liesen mit Blick etwa auf die Verschuldung der Stadt. Man werde versuchen, Kaiser bei diesen Aufgaben in allen Bereichen zu helfen.

Seit vier Jahren Bürgermeister

Roland Kaiser ist seit vier Jahren Sozial- und Ordnungsbürgermeister der Stadt Baden-Baden. Er ist 56 Jahre alt und stammt aus Stuttgart. Ins Berufsleben gestartet ist er einst mit einer technischen Ausbildung: Er ist gelernter Maschinenschlosser und war als solcher bei Daimler tätig, bevor er über den zweiten Bildungsweg ein Hochschulstudium anhängte und in Freiburg Sozialarbeit studierte. Danach war er in verschiedenen Einrichtungen tätig, von 2008 an als Dezernent im Kommunalverband für Jugend und Soziales in Baden-Württemberg. Er ist seit 2018 Grünen-Mitglied. Die Internetseite des Bewerbers ist seit Donnerstagabend online.

www.roland-kaiser-bad.de

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

Zum Artikel

Erstellt:
21. Januar 2022, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 13sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.