OB-Kandidat Stefan Bäuerle im Porträt

Baden-Baden (BNN) – Dickköpfig und hartnäckig – so beschreibt sich Stefan Bäuerle, wenn er seine Ziele verfolgt. Mit diesen Eigenschaften strebt er das Amt des Oberbürgermeisters von Baden-Baden an.

Etwas an seine Heimatstadt zurückgeben: Diese Motivation treibt den 58-jährigen Unternehmer Stefan Bäuerle an, Oberbürgermeister in Baden-Baden werden zu wollen. Foto: Christian Bodamer

Etwas an seine Heimatstadt zurückgeben: Diese Motivation treibt den 58-jährigen Unternehmer Stefan Bäuerle an, Oberbürgermeister in Baden-Baden werden zu wollen. Foto: Christian Bodamer

Stefan Bäuerle tut sich etwas schwer, seine persönliche Seite zu beschreiben. Beim Spaziergang in der Gönner-Anlage muss der Kandidat bei der OB-Wahl in Baden-Baden erst mal kurz nachdenken. „Ich habe meinen eigenen Kopf, vielleicht auch einen Dickkopf“, sagt der 58-Jährige schließlich.

Bäuerle meint das gar nicht negativ, ganz im Gegenteil. Er sei dickköpfig, weil er immer eine eigene Meinung habe. „Wenn ich von etwas überzeugt bin, ist es nicht einfach, mich vom Weg abzubringen“, sagt der Baden-Badener Unternehmer. Diese Stärken sollen ihn auf den Chefsessel im Rathaus bringen. Er habe lange gezögert und sich gründlich überlegt zu kandidieren. Dann reifte der Entschluss: Oberbürgermeister in Baden-Baden zu sein, sei für ihn eine ganz besondere Ehre. Er wolle etwas von dem, was seine Heimatstadt ihm geboten habe, wieder zurückgeben.

Interview Stefan Bäuerle
15:30 min
OB-Wahl Baden-Baden Interview Stefan Bäuerle

Viele Menschen schielen kurz vor 60 bereits auf den bevorstehenden Ruhestand. Nicht so Bäuerle. Er möchte sich noch einmal einer neuen Herausforderung stellen. „Ich habe meistens eine Vision von dem Ziel, das ich gerne erreichen möchte“, sagt der Bewerber. Die Kandidatur biete ihm dafür eine letzte Chance. Am nötigen Selbstbewusstsein mangelt es offenbar nicht: „Ich denke, ich bin der richtige Mann für diese Aufgabe.“

Offenheit für Neues

Offenheit für Neues, Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit schildert Bäuerle als Stärken, die seine berufliche Laufbahn prägen. Ob Stellen in Regensburg oder in der Schweiz – er habe sich nie gescheut, diese Angebote anzunehmen, auch wenn seine Familie nicht mit umgezogen, sondern in Baden-Baden wohnen geblieben sei.

Vor zwei Jahren hat Bäuerle sich wieder neu orientiert und eine Firma mit einem Limousinen-Service gegründet. Er chauffiert Hotelgäste, Privat- und Firmenkunden, manche von ihnen sogar in den Urlaub. Und Promis? Keine Auskunft, Diskretion sei alles: „Mein Wagen ist ein Ort der Verschwiegenheit.“

Seine Fahrten führen Bäuerle immer wieder den seiner Ansicht nach schlechten Zustand der Baden-Badener Straßen vor Augen. „Das ist einer Welterbe-Stadt nicht würdig“, sagt er. Als OB wolle er Prioritäten im Haushalt setzen, um die Straßen in Schuss zu bringen.

Zudem möchte er die Verwaltungsabläufe weiter digitalisieren. Und etwas für die Jugend tun: Junge Menschen aktiver in die Lokalpolitik einbinden und ihnen mehr kulturelle Angebote in der Stadt machen.

Bäuerle verbrachte seine Kindheit und Jugend in Rastatt, wo seine Eltern ein Porzellan- und Spielwarengeschäft führten – für ihn geradezu paradiesisch. „Der Laden war eine meiner Leidenschaften“, erinnert er sich. Schon als Jugendlicher habe er im Weihnachtsgeschäft an der Theke gestanden und im Verkauf mitgeholfen. „Märklin-Eisenbahnen und Carrera-Rennbahnen waren mein Ding“, verrät er. Ein weiteres Privileg: Im Laden habe er seine Eltern und seine beiden älteren Schwestern den ganzen Tag über sehen können.

Wenig Freiraum für Auszeiten

Wie früher mit der Mutter und den Schwestern sind auch in Bäuerles Familie Frauen in der Mehrzahl. Er hat zwei Töchter im Alter von 21 und 24 Jahren sowie einen 16-jährigen Sohn. Bei der Erziehung seiner Kinder habe er es wie seine Eltern gehalten: alle gleich zu behandeln. Bäuerles Job im Limousinen-Service bietet wenig Freiraum für Auszeiten. „Ich bin an sieben Tage die Woche rund um die Uhr verfügbar“, sagt er.

Zwischen einzelnen Terminen bleibt hin und wieder etwas Zeit zum Wandern. Dann zieht es ihn auf Touren rund um Baden-Baden oder hinauf auf die Schwarzwaldhöhen und gelegentlich in die Schweizer Berge. Das Motorrad ist ebenfalls eine große Leidenschaft. Etwa 150.000 Kilometer sei er bislang damit gefahren, schätzt Bäuerle – besonders gerne in die Dolomiten. Frische Luft und Landschaft, das mag der Biker an diesem Hobby. Inzwischen sei er in einem Alter, um vernünftig Motorrad fahren. Da kommt er wieder zum Vorschein, der analytisch denkende Kopf Bäuerles, der Risiken genau abwägt.

Service

Das BT stellt in loser Folge die Bewerberinnen und Bewerber für die OB-Wahl in Baden-Baden vor. Auf www.badisches-tagblatt.de findet sich dazu jeweils auch ein Video-Porträt. Erschienen ist bereits das Porträt über Margret Mergen (CDU), Roland Kaiser (Grüne), Rolf Pilarski (FDP), Bettina Morlok (FBB), Dietmar Späth (parteilos) und Peter Hank (Die Basis). Zudem veranstalten BT und BNN am Freitag, 4. März, um 17 Uhr ein gemeinsames Wahlforum mit OB-Kandidatinnen und -Kandidaten, das auf bnn.de und badisches-tagblatt.de im Livestream zu sehen ist.

Zur Person

Stefan Bäuerle wurde 1963 in Schramberg geboren. Er besuchte in Rastatt das Ludwig-Wilhelm-Gymnasium und das Wirtschaftsgymnasium. Er studierte Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten Bayreuth und Mannheim mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Beruflich war er unter anderem beim Badischen Tagblatt, Geschäftsführer bei Funkinform Ettlingen und Chief Operations Officer bei der Publicitas AG Zürich. Seit 2016 arbeitet er als Unternehmensberater. 2020 gründete er den Limousinen-Service Scala Motion.

In eigener Sache

Das Badische Tagblatt und die Badischen Neuesten Nachrichten bündeln ihre journalistischen Kräfte und erweitern damit das umfangreiche Leseangebot in Mittelbaden. Noch arbeiten die beiden Redaktionen getrennt, tauschen jedoch schon gegenseitig Inhalte aus. Davon sollen vor allem die Leser profitieren – durch mehr Hintergründe, Reportagen und mehr Service. Deshalb werden auf badisches-tagblatt.de auch Artikel von BNN-Redaktionsmitgliedern veröffentlicht.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.