OB-Wahl in Baden-Baden: Margret Mergen im Porträt

Baden-Baden (BNN) – Margret Mergen tankt Kraft in der Natur: Die Oberbürgermeisterin nutzt Auszeiten intensiv. Das BT stellt sie und die anderen Kandidaten für die OB-Wahl am 13. März vor.

Ein Lieblingsort: Oberbürgermeisterin Margret Mergen hält sich gerne im Kurgarten vor der Trinkhalle auf. Für sie ist das ein Ort der Ruhe und Harmonie. Foto: Christian Bodamer

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Ein Lieblingsort: Oberbürgermeisterin Margret Mergen hält sich gerne im Kurgarten vor der Trinkhalle auf. Für sie ist das ein Ort der Ruhe und Harmonie. Foto: Christian Bodamer

Aktenstudium, Besprechungen, Sitzungen: Margret Mergens Arbeitstag ist in der Regel von früh morgens bis gegen 22 Uhr abends durchgetaktet. Und auch am Wochenende hat die Baden-Badener CDU-Oberbürgermeisterin häufig Termine. Für Freizeit bleibt da wenig Raum.

Wenn der Arbeitskalender eine kleine Auszeit zulässt, zieht es die 60-Jährige in die Natur. Battertfelsen, Merkur, Badener Höhe, Geroldsauer Wasserfälle, Lichtentaler Allee – alles Orte, an denen die Rathauschefin sich gerne aufhält. „Baden-Baden ist für mich ein Ort voll Harmonie, der Ruhe und der Inspiration“, sagt Mergen im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie ist seit 2014 Oberbürgermeisterin von Baden-Baden und möchte das gerne für weitere acht Jahre bleiben.

Interview Margret Mergen
21:17 min
OB-Wahl Baden-Baden Interview Margret Mergen

Auch auf ihrer Terrasse kann sie bei einer Tasse Tee oder einem kühlen Bier gut abschalten. „Ich versinke dann völlig in der Ruhe und nur der jetzige Augenblick ist der wichtigste“, verrät sie. Sie tanke so Kraft, um am nächsten Morgen wieder putzmunter ihrer Arbeit nachgehen zu können.

Tragischer Motorradunfall

Stadt und Natur – diese Kombination möchte Mergen im Fall ihrer Wiederwahl intensiver in den Fokus ihrer Arbeit rücken: „Da hat Baden-Baden unglaubliche Stärken.“ Sie möchte diese Trümpfe mit dem Welterbe-Prädikat, das die Unesco Baden-Baden und zehn weiteren europäischen Kurorten im Sommer verliehen hat, noch besser ausspielen. „Darauf können wir unsere ganze Vision aufbauen“, sagt die Kommunalpolitikerin.

Wandern und Motorrad fahren zählen zu den großen Leidenschaften Mergens und ihres Mannes Wolfgang Pöter. 2019 finden diese geliebten Freizeitaktivitäten durch einen Schicksalsschlag jedoch ein jähes Ende. Auf der Rückfahrt eines Motorradurlaubs ist das Paar unverschuldet in einen Unfall verwickelt. Pöter verliert dabei ein Bein. „Vieles geht seither nicht mehr“, bedauert Mergen. „Aber es geht vieles Anderes.“ Statt mit dem Motorrad sind sie jetzt vor allem mit dem Handbike oder dem Wohnwagen auf Tour.

„Ich bin sehr froh, dass mein Mann mit seinem Schicksal nicht hadert, sondern immer nach vorne schaut“, berichtet Mergen. Dennoch: Im Alltag des Paares ist vieles nicht mehr so wie vor dem Unfall. Ihr Mann habe früher häufig eingekauft und den Haushalt übernommen. „Wie bekomme ich das jetzt hin?“, habe sie sich oft gefragt. Doch ihre Sorge sei unbegründet gewesen. Ihr Mann habe sich sehr gut erholt. Er fahre Auto, kaufe ein, mache auch die Wäsche. „Dieser Schicksalsschlag hat uns noch näher zusammengebracht. Wir wissen, was wir aneinander haben“, sagt Mergen.

Der Glaube als Halt

Neben Familie und Freunden bietet ihr vor allem der Glaube Halt im Leben – und das nicht nur in schwierigen Phasen. „Das ist die Basis meines Wertegerüsts und meines Menschenbildes“, erläutert Mergen. Das katholische Elternhaus, die bischöfliche Mädchenschule und das Engagement als Ministrantin prägen sie nachhaltig.

Und die damalige Jugendarbeit. Bei diesen Treffen rockt das Mädchen gerne auf ihrer E-Gitarre, die es sich nach einem Ferienjob geleistet hat. „Aber für eine Band hat’s nie gereicht“, räumt Mergen ein. Musik spielt für die junge Frau eine wichtige Rolle. Hard-Rock zum Tanzen, Pop-Balladen auf der Gitarre, das mag sie. Nach wie vor schwärmt sie von Songs wie „Stairways To Heaven“ von Led Zeppelin oder „Music“ von John Miles. „Ohne Musik wäre mein Leben grau und armselig“, findet Mergen.

Und wie ist es mit der Politik? Mergen kommt damit früh in Kontakt. Ihr ehrenamtlich engagierter Vater, ihre Aufgaben als Klassensprecherin, die 68er mit den Studentenrevolten und ihre Erfahrungen in Wohngemeinschaften bestärken Mergen, Verantwortung für eine bessere Welt übernehmen zu wollen. Dabei sympathisiert sie keineswegs mit ihrer heutigen Partei, der CDU: „Ich habe in meiner Jugend grün gewählt“, verrät sie.

Der Wille, etwas zu verändern, treibt sie an, Geografie zu studieren. Ihre Motivation: Sie möchte Städte so gestalten, dass die Menschen sich dort geborgen und aufgehoben fühlen. Dieser Aufgabe fühlt Margret Mergen sich bis heute verpflichtet – als weitere Vision für eine mögliche zweite Amtszeit als OB: die Lebensqualität im „Sehnsuchtsort Baden-Baden“ weiter zu verbessern. Für sie steht fest: „Das ist der schönste Ort, in dem ich je gelebt habe.“

Zur Person

Margret Mergen ist seit 2014 Oberbürgermeisterin von Baden-Baden. Sie war ab 1993 Kämmerin in Karlsruhe und ab 2000 Erste Bürgermeisterin von Heilbronn. 2002 kehrte sie nach Karlsruhe zurück, wo sie zunächst Bürgermeisterin und ab 2009 Erste Bürgermeisterin war.

Mergen wurde 1961 in Billerbeck (Westfalen) geboren. Sie studierte Geografie und begann 1987 als Trainee bei der Stadt Karlsruhe. Sie ist mit Wolfgang Pöter, dem stellvertretenden Referatsleiter im Landes-Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, verheiratet.

Videoporträts der Kandidaten

Das BT stellt in loser Folge alle Bewerberinnen und Bewerber für die OB-Wahl in Baden-Baden vor. Auf badisches-tagblatt.de findet sich dazu jeweils auch ein Video-Porträt. Zudem veranstalten BNN und BT am Freitag, 4. März, um 17 Uhr ein gemeinsames Wahlforum mit OB-Kandidatinnen und -Kandidaten, das auf bnn.de und badisches-tagblatt.de im Livestream zu sehen sein wird.

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Ihr Autor

BNN-Redakteur Michael Rudolphi

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Erstellt:
18. Februar 2022, 17:51 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 41sec

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