OB-Wahl in Baden-Baden: Pilarski tritt an, Späth überlegt

Baden-Baden (sre/hol) – Die Bewerberliste für die OB-Wahl wächst. Der FDP-Politiker Rolf Pilarski tritt an. Zudem wird über eine Kandidatur des Muggensturmer Bürgermeisters Dietmar Späth spekuliert.

Kandidat für die FDP: Rolf Pilarski will bei der OB-Wahl antreten.  Foto: Marius Merkel

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Kandidat für die FDP: Rolf Pilarski will bei der OB-Wahl antreten. Foto: Marius Merkel

Dietmar Späth, der für die Freien Wähler (FW) im Kreistag sitzt, wollte Ambitionen auf den Baden-Badener OB-Posten weder bestätigen noch dementieren.

Keine Spekulationen mehr gibt es über die Bewerbung Rolf Pilarskis. Er hat schließlich für den kommenden Dienstag, 1. Februar, ins Parkhotel Atlantic zu einer Pressekonferenz eingeladen, bei der er seine Kandidatur offiziell bekannt machen will. Dann werde auch sein Wahlkampf-Auftritt im Internet an den Start gehen, ließ er auf Nachfrage dieser Zeitung wissen. Über die Kandidatur des 66-Jährigen für das Amt des Oberbürgermeisters war schon seit Wochen in der Kurstadt spekuliert worden. Auf Anfragen hatte der FDP-Mann bis zuletzt aber zurückhaltend reagiert.

Will sich erst nächste Woche äußern: Dietmar Späth.  Foto: Sebastian Linkenheil

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Will sich erst nächste Woche äußern: Dietmar Späth. Foto: Sebastian Linkenheil

Rolf Pilarski war Ende 2013 erstmals in der Baden-Badener Kommunalpolitik in Erscheinung getreten. Damals warf er seinen Hut als parteiloser Kandidat in den Ring für die OB-Wahl 2014 und erreichte in einem sechsköpfigen Bewerberfeld mit 6,74 Prozent der Stimmen den dritten Platz. Siegreich im ersten Wahlgang war damals die jetzige Oberbürgermeisterin Margret Mergen gewesen. Nun kommt es beim Wahlgang im März zu einer Neuauflage.

Kurstadt-FDP stellt sich nicht hinter Kaiser

Nach Informationen dieser Zeitung war die Kurstadt-FDP schon vor Wochen vom Bewerber der Grünen, Bürgermeister Roland Kaiser, um Unterstützung für dessen OB-Kandidatur gebeten worden. Die Liberalen stellten sich aber, anders als SPD und Freie Bürger (FBB), nicht hinter Kaisers Bewerbung. Nun ist auch klar, weshalb: Mit Pilarski kandidiert schließlich ein Bewerber aus den eigenen Reihen.

Nach der OB-Wahl 2014 war Rolf Pilarski der FDP beigetreten und hatte dann auch bei der Kommunalwahl wenige Wochen später für die Liberalen kandidiert. Mit Erfolg: Im Mai 2014 schaffte er für die FDP den Einzug in den Gemeinderat. Beim Wahlgang 2019 konnte er seinen Sitz in dem Gremium verteidigen. Im Jahr 2017 trat er zudem für die Liberalen im Wahlkreis bei der Bundestagswahl an. Damals kam er auf 9,44 Prozent der Erststimmen, schaffte aber den Einzug ins Parlament nicht.

Rolf Pilarski ist Industriekaufmann, hatte in der Papierindustrie verschiedene Führungspositionen inne und arbeitete viele Jahre als Versicherungskaufmann. Er wohnt seit 1999 in Baden-Baden, ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Pilarski ist nach Amtsinhaberin Margret Mergen (CDU), Bürgermeister Roland Kaiser (Grüne) und Peter Hank (Die Basis) der vierte Politiker, der angekündigt hat, bei der Wahl anzutreten. Die Bewerberfrist endet am 14. Februar.

Ob Dietmar Späth (FW) ebenfalls seinen Hut in den Ring wirft, steht noch nicht fest. Er wolle im Moment keinen Kommentar abgeben, sagte er am Mittwoch auf Nachfrage dieser Zeitung. Er ließ aber durchblicken, dass er Anfang kommender Woche mehr zu dem Thema sagen wird.

Späth ist seit 1993 Bürgermeister in Muggensturm

Späth ist bereits seit 1993 Bürgermeister von Muggensturm, befindet sich also in seiner vierten Amtszeit. Die OB-Kandidatur in Baden-Baden wäre nicht Späths erster Versuch, ein anderes Amt anzustreben: Er kandidierte 2005 als Landrat für den Landkreis Rastatt und 2007 als Oberbürgermeister von Achern, unterlag aber in beiden Wahlen. Diese Ambitionen nahm man ihm in Muggensturm offenbar nicht übel: Bei der jüngsten Wiederwahl 2017 wurde er dort mit rund 97,2 Prozent der gültigen Stimmen als Bürgermeister bestätigt, die Wahlbeteiligung lag bei 72,6 Prozent. Im Vorfeld hatte er im Interview mit dieser Zeitung betont, er sei „froh und glücklich“, dass es so gekommen und er in Muggensturm geblieben sei. Er zitierte damals Bürgermeister-Stellvertreterin Winfriede Fuchs, die gesagt habe: „Muggensturm passt zu Dietmar Späth und Dietmar Späth passt zu Muggensturm.“

Der 1963 geborene Diplom-Verwaltungswirt ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seine Gemeinde ist gut aufgestellt, als einzige Kommune im Landkreis Rastatt ist sie auch in Corona-Zeiten schuldenfrei geblieben. Als Bürgermeister engagiert Späth sich unter anderem für die interkommunale Zusammenarbeit, er war einer der Gründerväter des partnerschaftlichen Austauschs der MÖBS-Gemeinden Muggensturm, Ötigheim, Bietigheim und Steinmauern.

Ihr Autor

den BT-Redakteuren Sarah Reith und Harald Holzmann

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Erstellt:
26. Januar 2022, 21:30 Uhr
Lesedauer:
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