OGV nimmt Bag-in-Box-Anlage in Betrieb

Gernsbach (vgk) – Eine Premiere hat am Samstag der Obst- und Gartenbauverein Reichental gefeiert. Dieser nahm seine nagelneue Bag-in-Box-Anlage in Betrieb.

OGV-Vorsitzender Udo Janetzki freut sich über die neue Anlage in der schmucken Reichentaler Kelter. Foto: Gareus-Kugel

© vgk

OGV-Vorsitzender Udo Janetzki freut sich über die neue Anlage in der schmucken Reichentaler Kelter. Foto: Gareus-Kugel

Leckerer Saft aus eigenen Äpfeln; von Bäumen, die bislang noch nicht einmal von Weitem eine Pflanzenschutzspritze gesehen haben: Das ist Bio pur. „Vielleicht erreicht man auf diesem Wege junge Reichentäler, die die Qualität des eigenen Apfelsafts erkennen und deshalb ihre Wiesengrundstücke oder Streuobstwiesen wieder zu pflegen beginnen“, verlieh im BT-Gespräch OGV-Vorsitzender Udo Janetzki seiner Hoffnung Ausdruck. Die Streuobstwiesen rund um das Dorf gehören zum Erscheinungsbild von Reichental.

Mit der Inbetriebnahme der Pasteurisieranlage folgt der Verein nun dem Beispiel anderer Obst- und Gartenbauvereine der Region, die schon vor geraumer Zeit diesen Schritt gewagt hatten, neben dem Pressen des Obsts auch gleich dessen Haltbarmachung anzubieten. Der Obstsaft soll sich darin bis zu zwei Jahren frisch halten.

Bilder aus Reichental auf den Packungen

Um die Attraktivität der Boxen noch zu steigern, wurde vom Verein der Slogan „Unser Apfelsaft von ungespritzten Streuobstbäumen“ entworfen, der jede Saft-Box ziert und auf das Bio-Produkt aufmerksam machen soll – ergänzt mit Bildern von Reichental, der Kelter und zur Inhaltsangabe Äpfel. Das Geld für die rund 12.000 Euro teure Anlage berappten anteilig die Stadt Gernsbach und die Leader Aktionsgruppe Mittelbaden (ein Förderprogramm der Europäischen Union), mit dem seit 1991 Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden.

Gleich neben dem Pressstempel der Kelter hat die schmucke, aus lebensmittelfreundlichem Edelstahl gefertigte Anlage ihren Platz gefunden. Die Pasteurisiertemperatur beträgt 82 Grad Celsius. Das Abfüllen sei ebenfalls keine Kunst, wie der Vorsitzende demonstrierte. Für die ganz großen Apfelmengen ist es noch zu früh. Doch die ersten Apfelbäume konnten bereits abgeerntet werden. Nach und nach trudeln an diesem Morgen die Streuobstwiesenbesitzer mit ihrer Ernte ein, um aus der Frucht die Flüssigkeit pressen zu lassen. Für eine Familie betrug die Ausbeute insgesamt 111 Liter, abgefüllt in 37 Apfelsaftkartons. Die ersten rund 100 Liter Apfelsaft standen schon am Morgen zur Abholung bereit. Je nach Apfelsorte ergeben 50 Kilogramm Frucht 30 bis 35 Liter Saft.

Noch bis Ende Oktober wird die Kelter geöffnet sein, gibt OGV-Mitglied und Kelter-meister Andreas Balensiefen Auskunft. „Genügend Äpfel sind gegenüber dem Vorjahr vorhanden und die Mostmacher kommen ohnehin später“, meinte Janetzki.

Der nächste Keltertermin ist am 12. September vorgesehen. Anmeldungen nimmt der Keltermeister Andreas Balensiefen entgegen unter: (0 72 24) 65 73 41.

Kelter in Lautenbach wieder in Betrieb

Der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Lautenbach freute sich derweil, dass ab sofort der Kelterbetrieb in Lautenbach wieder aufgenommen werden kann. Erneuert beziehungsweise ersetzt wurde durch die Stadt Gernsbach die Jahrzehnte alte und zuletzt defekte Kelterpresse. Zusätzlich steht durch Neuanschaffung erstmals auch eine lang ersehnte Saft-Heißabfüllungsanlage zur Verfügung, informiert der Verein. Die Lieferung der beiden neuen Anlagen samt Montage erfolgte am vergangenen Donnerstag. Nach Einweisung des Keltermeisters und Vertretern des OGV im Beisein von Mitarbeitern der Stadtverwaltung konnten noch am selben Tag die neue Kelterpresse und die Pasteurisierungsanlage getestet und Saft aus Äpfeln von örtlichen Streuobstwiesen mit der Heiß-Abfüllungsanlage in „Bag-in-Box“-Beutel abgefüllt werden.

Interessenten können somit ab sofort ihr eigenes Obst – das dieses Jahr ausreichend zur Verfügung stehe – in der Lautenbacher Kelter pressen lassen. Auf Wunsch kann der gekelterte Saft mit dem Bag in Box-Füller heißerhitzt und direkt in der Kelter abgefüllt werden. Diese Dienstleistung übernehmen Mitglieder des OGV ehrenamtlich.

Das Lohnmosten (Waschen, Mahlen, Pressen) erfolge wie bisher öffentlich-rechtlich, dafür gilt die Gebührenordnung der Stadt Gernsbach (3 Euro pro Zentner, mindestens 9 Euro pro Kelterung). Die Preise für das Pasteurisieren liegen für Erhitzen und Abfüllen bei 0,15 Euro pro Liter und für ein 5-Liter-Beutel bei 0,80 Euro. Da der OGV eine Restpalette Kartons der Firma Casimir Kast günstig erwerben konnte, bietet er diese zur Einführung des Heißabfüllens in Lautenbach mit Apfeldekor für je 0,95 Euro an. Termine zum Keltern und Saft-Heißabfüllen können ab sofort bei Keltermeister Armin Knörr unter der Rufnummer (0 72 24) 65 83 35 oder (01 72) 3 45 06 21 vereinbart werden. Dabei sollte angegeben werden, wie viel Obst gepresst und wie viel Liter Saft heißerhitzt werden sollen.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.