Oberleitung: Tödliche Vogel-Falle

Gaggenau (stj) – Dem Pilotprojekt eWayBW sind zuletzt mehrere Vögel zum Opfer gefallen, die in die Oberleitung geflogen sind. Das berichten die Rastatter Vogelschützer Pierre und Kevin Fingermann.

Dieser Schwan fliegt gegen die Oberleitung und stürzt ab. Foto: Pierre Fingermann

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Dieser Schwan fliegt gegen die Oberleitung und stürzt ab. Foto: Pierre Fingermann

Ein toter Mäusebussard (Genickbruch), ein Artgenosse mit Flügelbruch, eine schwer verletzte Ente, ein abgestürzter Schwan und eine hohe Dunkelziffer: Das ist die traurige Bilanz der vergangenen Tage, die Pierre und Kevin Fingermann bezüglich der Situation auf der eWayBW-Teststrecke im Murgtal ziehen. Die Vogelschützer aus Rastatt päppeln derzeit unter anderen einen Jungschwan auf, der Sonntagnacht in der Oberleitung an der B462 in Höhe der Murgbrücke bei Kuppenheim hängen geblieben ist, auf den Radweg stürzte und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. „Er schafft es wieder, aber es dauert rund ein, zwei Monate“, erzählen die Fingermanns im BT-Gespräch.

Sorgen um mögliche weitere Opfer

Sie sorgen sich um weitere Tiere, die durch die neue Oberleitung gefährdet sein könnten – etwa ein streng geschützter Milan und ein Uhu, die im direkten Umfeld der Teststrecke leben, oder die Steinkäuze, die in den Streuobstwiesen zwischen Bischweier und Muggensturm nisten. Zudem weisen sie auf etwaige weitere Fälle hin, von denen man gar nichts mitbekommt: „Wenn kleine Vögel gegen die Oberleitung fliegen und sich verletzen, findet man die nicht.“ Die EnBW prüft laut Pierre Fingermann nun entsprechende Maßnahmen (Vogelschreck), um der Problematik Herr zu werden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Stephan Juch

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Erstellt:
14. April 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 36sec

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