Oberndorf nimmt an Landeswettbewerb teil

Kuppenheim (ar) – Zum ersten Mal hat sich Oberndorf beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beworben. Mit seiner Dorfstruktur und Sanierungsplänen für die Grundschule will der Ortsteil punkten.

Der Kuppenheimer Stadtteil Oberndorf kann mit einer vorzeigbaren Dorfstruktur punkten. Der Dorfplatz neben der Kirche wurde vor einigen Jahren neu geschaffen.  Foto: Anne-Rose Gangl

© ar

Der Kuppenheimer Stadtteil Oberndorf kann mit einer vorzeigbaren Dorfstruktur punkten. Der Dorfplatz neben der Kirche wurde vor einigen Jahren neu geschaffen. Foto: Anne-Rose Gangl

Kaum hat man die Stadt Kuppenheim Richtung Murgtal verlassen, erreicht man das kleine idyllische Oberndorf. Fachwerkhäuser und üppiger Blumenschmuck, Hortensien, Geranien und duftende Rosensträucher versprühen ihren Reiz. „Die Sonne scheint länger und kräftiger in Oberndorf“, schrieb einst Franz Ruf in seiner Ortschronik zum 700-jährigen Dorfjubiläum.

Die Nachbargemeinde Gaggenau-Winkel hat in den vergangenen Jahren bereits einen Preis beim Bezirksentscheid des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ erhalten. Die Gemeinde Bischweier gewann im Jahr 2015 den Kreisentscheid. Am diesjährigen 27. Wettbewerb beteiligt sich Oberndorf. Es ist das erste Mal, dass das als „schönster Ortsteil Kuppenheims“ bekannte Dorf teilnimmt und aufzeigen möchte, dass es eine Zukunft hat.

Seit mehr als 50 Jahren findet der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ statt – früher unter der Bezeichnung „Unser Dorf soll schöner werden“ bekannt. Bereits 2020 hatte sich die Oberndorfer Vereinsgemeinschaft mit Obst- und Gartenbauverein, Gesangverein Liederkranz, Turnverein, Riedelwieble, Katholische Junge Gemeinde und Freiwillige Feuerwehr für diesen Wettbewerb angemeldet, der jedoch ebenfalls von Corona ausgebremst und auf 2021 verlegt wurde. Den Vorsitz der Vereinsgemeinschaft hat in diesem Jahr der Obst- und Gartenbauverein, dessen Vorsitzender Julian Streiling die Fäden in der Hand hält. Als Schirmherr unterstützt die Stadt Kuppenheim bei allen logistischen Herausforderungen, wie Streiling sagte.

Örtliche Besonderheiten

Im Anmeldeformular machte Julian Streiling auf die Besonderheiten des rund 1.200 Einwohner zählenden Dorfs aufmerksam. Noch immer kann der kleine Kuppenheimer Stadtteil mit einer vorzeigbaren Dorfstruktur punkten. In Oberndorf gibt es nicht nur Kirche und Friedhof, sondern auch noch einen Kindergarten und eine Grundschule, die auch von Kuppenheimern gerne genutzt werden, eine Sportanlage, eine Gaststätte und einen attraktiven Dorfplatz, der zur Geselligkeit einlädt.

Streiling verwies auf die Streuobstwiesen, den nahen Wald und die Wiesen, die Biotopvernetzung und die Stiftung der Streuobstinitiative. Oberndorf ist nicht stehen geblieben und ist der Mutter Kuppenheim viel wert. So wurden in den vergangenen fünf Jahren das alte Rathaus und die Hauptstraße saniert und der alte Dorfplatz neu gestaltet. Weitere rund vier Millionen Euro möchte die Stadt Kuppenheim in die Generalsanierung der Oberndorfer Grundschule investieren. Ein entsprechendes Sanierungskonzept wurde erst vor wenigen Wochen im Gemeinderat präsentiert.

Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft

„Hat Oberndorf eine Zukunft? Ich denke ja, denn wir gestalten die Zukunft gemeinsam“, sagte Julian Streiling. Der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft in Oberndorf, die ihre Tradition pflegt, zeigt sich das ganze Jahr über. So bestimmen viele gemeinsame, oftmals traditionelle Veranstaltungen wie Christbaumsammlung, Narrenbaumstellen, Rätschen zu Ostern, der Pfingsträg, der Vatertagshock am Brünnele, Sommerfeste, Ferienspaß, Dorfputzaktion, Schnittkurse, Wanderangebote, Süßmostverkauf, Kürbisschnitzen, Adventskranzbinden oder Nikolausfeier den Jahreslauf.

„Oberndorf ist ein Dorf und soll ein Dorf bleiben“, betonte der Vereinssprecher. Denn in den vergangenen Jahrzehnten hat sich ein Generationswechsel vollzogen. Es wohnen nicht mehr die Großfamilien mit dem alleinigen Verdienst des Familienvaters und der landwirtschaftlichen Selbstversorgung in den Häusern.

„Die Landwirtschaft bricht immer mehr weg“, sagte Streiling. Hobbymäßig gebe es noch etwas Landwirtschaft, ja vereinzelt würden sogar noch Hühner gehalten, aber die meisten Ökonomiegebäude und Traktoren seien aus Oberndorf verschwunden. „Ich kenne Oberndorf noch zu Zeiten, als schon früh morgens der erste Bulldog durchs Dorf gefahren ist“, erinnerte sich Streiling, ebenso an die frühere Brennerei und die Schmiede vor der Gaststätte „Krone“.

Im Gespräch bleiben

Heute sei Oberndorf „ein Ort in einem großen Naherholungsgebiet, ein Ort, in dem man gerne wohnt und lebt“ und wo es Einkaufsmöglichkeiten direkt am Ort sowie in allernächster Umgebung gibt. „Wir bringen durch diese Aktion Oberndorf wieder in die Diskussion, dass man weiß, es gibt Oberndorf nicht nur zum Einkaufen“, erklärte Julian Streiling, der sich für Oberndorf den Erhalt des dörflichen Charakters, der Dorfgemeinschaft und der Landschaft, aber auch eine künftige Entwicklung mit Neubaugebiet wünscht. Über all das kann sich die Landkreis-Kommission am 16. September nachmittags von 14 bis 16 Uhr im Rahmen der Bereisung selbst ein Bild machen. Am Dorfplatz werden sich die örtlichen Vereine mit Fotowänden vorstellen.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.