ÖPNV-Angebot für Ottersweier verbessert

Ottersweier/Bühl (jo) – Ottersweier erhält für zunächst drei Jahre ein verbessertes ÖPNV-Angebot. Der Busverkehr zu Regional- und Stadtbahnen in Bühl verdichtet sich deutlich.

Stündlich eine Busverbindung zwischen Bühl und Unzhurst: Das ÖPNV-Angebot in Ottersweier präsentiert sich jetzt insgesamt deutlich verbessert.  Foto: Joachim Eiermann

© jo

Stündlich eine Busverbindung zwischen Bühl und Unzhurst: Das ÖPNV-Angebot in Ottersweier präsentiert sich jetzt insgesamt deutlich verbessert. Foto: Joachim Eiermann

Alle, die umweltfreundlich den Nahverkehr nutzen, dürfen sich freuen: Stündlich gibt es jetzt zwei Verbindungen nach Bühl. Alle 60 Minuten fährt zudem ein Bus oder ein Anruflinientaxi nach Unzhurst und nach Lauf. So lässt sich die Ausweitung des werktäglichen Angebots im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖNPV) für Ottersweier auf einen kurzen Nenner bringen.
Auch an den Wochenenden beinhalten die Fahrpläne ein deutlich verbessertes Angebot. Mario Mohr, zuständiger Dezernent des Landkreises Rastatt, stellte in der Gemeinderatssitzung in Ottersweier am Montagabend das seit 1. Mai gültige, erweiterte Fahrplanangebot vor, das insbesondere vom neuen ÖPNV-Konzept zur Anbindung des Nationalparks profitiert. So führt die Buslinie 264 (Bühl – Hundsbach) durch die Ortsmitte von Ottersweier.

Drei weitere in der Zwetschgenstadt beginnenden Linien (265 nach Lauf, 266 nach Unzhurst und 7135 nach Offenburg) lassen die Lindengemeinde zu einem „kleinen Drehkreuz“ werden, wie Bürgermeister Jürgen Pfetzer zufrieden feststellte. Der Gemeinderat hatte im März einen attraktiveren ÖPNV – insbesondere getaktete Verbindungen zum Bühler Bahnhof – gefordert, nachdem sich alle Hoffnungen auf einen eigenen Stadtbahn-Haltepunkt aus verschiedenen Gründen zerschlugen.

Mohr stellte die Angebotsausweitung im Einzelnen vor. Durch die Linien 264 und 266 ergäben sich stündlich „zwei saubere Anschlüsse“ mit Übergang zur Regional- und Stadtbahn von und nach Karlsruhe. Die Linie 264 sei dafür neu konzipiert worden, der bisherige Ringverkehr wurde aufgegeben. Weiteres Ergebnis: Bühlertal-Obertal ist via Neusatz im Stundentakt erreichbar, das Höhengebiet (Sand, Hundseck und Hundsbach) alle zwei Stunden. Die Linie 265 (Lauf) erfuhr eine Taktverdichtung, die Linie 266 (Unzhurst) eine Taktverschiebung, um in Kombination mit der Linie 7135 (Bühl-Offenburg) direkte Anschlüsse an die Bahn zu erzielen. Außerdem sei der Kundenwunsch erfüllt worden, einen zusätzlichen frühen Bus ab Unzhurst zu starten, der den Regionalexpress in Bühl um 6.05 Uhr erreicht. Optimierungen gebe es auch im Schulbusverkehr.

„Viel besser lässt sich Gemeinde nicht bedienen“

In der Summe fahren nunmehr bis zu 128 Busse und Anruflinientaxen werktäglich via Ottersweier, in Ferienzeiten elf weniger. Samstags gibt es 75, sonntags 60 Linien-Verbindungen. Aufgestockt wurde in einem Maß zwischen zwölf und 40 Prozent. In schwach frequentierten Randzeiten können Fahrgäste das ÖPNV-Taxi nach Fahrplan bis zu 45 Minuten vor der Abfahrt telefonisch anfordern.

Mohr unterstrich: „Viel besser lässt sich eine Gemeinde von der Größe Ottersweiers nicht bedienen.“ Die Finanzierung des zusätzlichen Angebots sei bis 2024 mit Landesmitteln gesichert. Der Dezernent appellierte an die Bevölkerung: „Nutzen Sie den Bus, damit wir als Landkreis dieses Angebot auch weiterhin vorhalten können.“

Der Hoffnung auf eine entsprechende Resonanz des optimierten Angebots schloss sich Pfetzer an: „In drei Jahren wird evaluiert.“ Angela Höß (Grüne) nannte als Voraussetzung für eine Akzeptanz durch Nutzung, dass die Busse pünktlich und zuverlässig verkehren. Mohr antwortete, dass ein zeitlicher Puffer zum Umstieg auf die Bahn berücksichtigt sei, „aber er ist nicht in jedem Fall perfekt“. Dieter Kohler (FWG) dankte für die „frohe Botschaft“ und die gefundenen Lösungen – auch im Hinblick auf das Höhengebiet, dem ansonsten der Kollaps durch den Ausflugsverkehr drohe.

Herta Finkbeiner-Schilling (SPD) mahnte tarifliche Verbesserungen an der Nahtstelle des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) und der Tarifgemeinschaft Ortenau (TGO) an. Linus Maier (CDU) hielt es für angebracht, ergänzend einen innerörtlichen Einsatz von Bürgerbussen und eine Anbindung an die Bühler Citylinie zu prüfen. Der Bürgermeister zitierte die Nahverkehrs-Planer: „Dafür besteht jetzt kein Anlass mehr.“

Zum Artikel

Erstellt:
14. Juli 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.