Österreichs Sonderweg bei Öffnungen

Wien (bjhw) – Im Nachbarland Österreich gibt es bald Lockerungen für Geimpfte. Damit verbunden ist die Idee eines EU-weiten Corona-Zertifikat. Auch sonst ändert sich einiges für Reisende.

Beispiel Vorarlberg: Die Gastronomie durfte schon Mitte März wieder öffnen.    Foto: Johann Groder/APA/dpa

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Beispiel Vorarlberg: Die Gastronomie durfte schon Mitte März wieder öffnen. Foto: Johann Groder/APA/dpa

Es wird gehämmert und gestrichen und gewienert – ein Verb übrigens, das es im Österreichischen gar nicht gibt. Jedenfalls machen sich die Gastronomen zwischen Neusiedler- und Bodensee fein für Mittwoch, wenn sie Gäste draußen und sogar drinnen wieder bewirten dürfen. Letzteres ist angesichts der durchwachsenen Wettervorhersagen von besonderer Bedeutung.

Dazu hebt eine weitere Erleichterung republikweit die Stimmung: Erstgeimpfte werden nach 21 Tagen Getesteten und Genesenen in allen Zugangsregeln gleichgestellt. In Baden-Württemberg ist so etwas (noch) kein Thema.

Das Stuttgarter Sozialministerium folgt uneingeschränkt den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Das sei die zuständige Behörde, die die entsprechenden Studien auswerte, heißt es auf BT-Anfrage: „Und an dessen Empfehlungen orientieren wir uns.“ Auch weil die Bundesregierung in ihrer „Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung“ derzeit nur Erleichterungen für Personen zulasse, die vollständig geimpft seien. Österreich geht einen anderen Weg. „Natürlich soll die Gleichstellung von Erstgeimpften mit Getesteten ein Anreiz sein, sich impfen zu lassen“, argumentiert Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Auf dem Weg zum grünen Pass

Hinter der Novelle stehe aber auch die Idee „eines ersten Schrittes auf dem Weg zum grünen Pass“, also zu jenem Corona-Zertifikat, das EU-weit geplant ist.

Bisher sollten davon nur vollständig geimpfte Menschen erfasst sein, Österreich erweitert die Möglichkeiten. Grundlage sind „gesicherte Untersuchungen“, wie es heißt, dass ab dem 22. Tag bei allen Impfstoffen der größtmögliche Schutz nach Gabe der ersten Dosis entstanden ist. So sollen Öffnungen in Gastronomie, Sport und Kultur erleichtert werden, weil tägliche oder zweitägige Tests für Erstgeimpfte wegfallen, wie sie zum Beispiel für erste Lockerungen im Handel notwendig waren.

Rechtzeitig und mit Blick auf die Pfingstferien in Baden-Württemberg, Bayern oder Sachsen haben sich die östlichen Nachbarn eine weitere Lockerung gegönnt. Bei der Einreise wird zwar nicht nur stichprobenartig, wie etwa zwischen Frankreich und Deutschland, sondern streng kontrolliert, von Einreisemeldung über Testnachweis bis zum Impfpass, was zu stundenlangen Staus an den Grenzen führt. Zugleich ist aber seit Samstag die Quarantäne für Eingereiste entfallen.

So kann es auch für Touristen aus Deutschland oder der Schweiz morgen losgehen. Nur wer weder an Corona erkrankt war, noch erstgeimpft ist, muss sich einer gestaffelten Testpflicht unterwerfen: Selbsttests gelten 24, Antigentests 48 und PCR-Tests 72 Stunden. Wie schon nach dem ersten Lockdown müssen alle Gastronomen Hygiene- und Abstandskonzepte vorlegen. Außerdem herrscht Maskenpflicht. Plätze am Tisch dürfen nur von bis zu vier Personen aus maximal vier Haushalten eingenommen werden.

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Erstellt:
18. Mai 2021, 09:00 Uhr
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