Ötigheim: Gefahrgutunfall bremst Züge aus

Ötigheim (dm) – Ein Güterzug ist am Montagabend im Bahnhof Ötigheim gestoppt worden, da ein Gas aus einem Tank-Container austrat. Der Bereich wurde zeitweise gesperrt. 23 Züge waren davon betroffen.

Der Bereich rund um den Einsatz wird vorsorglich abgesperrt. Später kann Entwarnung gegeben werden: Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe nicht. Symbolfoto: Britta Pedersen

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Der Bereich rund um den Einsatz wird vorsorglich abgesperrt. Später kann Entwarnung gegeben werden: Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe nicht. Symbolfoto: Britta Pedersen

Feuerwehr und Polizei mussten am Montagabend zu einem Gefahrgutunfall am Bahnhof Ötigheim ausrücken. Dieser beeinträchtigte auch den Bahnverkehr.

Gegen 17 Uhr hatte die Notfall-Leitstelle der Bahn in Karlsruhe mitgeteilt, dass an einem Güterzug, der dort gestoppt wurde, Gefahrgut austrete. Dabei handelte es sich um das Gas Argon, das in tiefgefrorenen Zustand in dem Tank-Container transportiert wurde, wie die Bundespolizei auf Nachfrage des BT erläuterte. Kräfte der Landes- und Bundespolizei sperrten den Bahnhof daraufhin vorsorglich ab, während Einsatzkräfte der Feuerwehren Ötigheim und Gaggenau die Lage erkundeten. Ergebnis: Die Vereisung am Wagen verhinderte den weiteren Austritt, wie aus dem Einsatzbericht der Gaggenauer Wehr hervorgeht, die einen „Gefahrgutzug“ in ihren Reihen hat. In Abstimmung mit dem Notfallmanager der Bahn wurde festgelegt, dass die insgesamt rund 45 Feuerwehrleute vor Ort nicht weiter tätig werden müssen, es bestehe keine Gefahr für die Öffentlichkeit. Der Zug konnte seine Fahrt bis Offenburg fortsetzen.

Umleitungen und Verspätungen

Auswirkungen hatte der Vorfall gleichwohl. Wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte, kam es aufgrund dessen von 16.54 bis 18.23 Uhr zu Gleissperrungen, von denen 23 Züge betroffen waren, darunter zwei Teilausfälle; zehn Umleitungen seien erforderlich gewesen. Die insgesamt aufgelaufenen Verspätungen summierten sich auf über vier Stunden.

Das Edelgas Argon wird in vielen Bereichen verwendet, etwa bei Schweißverfahren, der Metallproduktion, in der Verpackung von Lebensmitteln oder zur Befüllung von Glühlampen. Es werden im Prinzip keine nachteiligen Folgen für die Umwelt angenommen, da Argon in der Natur vorkommt, in gut gelüfteten Räumen verteilt sich das Gas schnell. Gleichwohl: Der Kontakt mit flüssig-tiefgefrorenem Argon kann Kaltverbrennungen beziehungsweise Erfrierungen verursachen, und in hohen Konzentrationen kann das Gas zu Übelkeit, Bewusstseinsverlust oder gar Ersticken führen.

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Erstellt:
22. Dezember 2020, 15:37 Uhr
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