Ötigheim erhält ein zweites Seniorenzentrum

Ötigheim (rjk) – In Ötigheim entsteht im Neubaugebiet „Hagenäcker II“ ein zweites Seniorenzentrum. Am Dienstag gab der Gemeinderat sein Einverständnis. Baubeginn ist für spätestens April 2022 geplant.

So wie auf dieser Visualisierung soll das neue Seniorenzentrum neben dem Penny in Ötigheim mal aussehen. Visualisierung: Udo Schwetlick

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So wie auf dieser Visualisierung soll das neue Seniorenzentrum neben dem Penny in Ötigheim mal aussehen. Visualisierung: Udo Schwetlick

Im Ötigheimer Neubaugebiet „Hagenäcker II“ entsteht zusätzlich zum bestehenden Seniorenzentrum Curatio ein weiteres Domizil. Hinter 10,5-Millionen-Euro-Projekt steht eine Eigentümergesellschaft mit fünf Beteiligten. Der Gemeinderat erteilte am Dienstag sein Einvernehmen zum Neubau.

Der Neubau ist an der Händelstraße 7 im Neubaugebiet „Hagenäcker II“ auf einem Grundstück neben dem Penny-Markt geplant. Unter seinem Dach wird sich „zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung“ auch die Arztpraxis des Ötigheimer Mediziners Manfred Licht befinden. Integriert wird ebenfalls die bislang in der Rastatter Straße ansässige Tell-Apotheke. Das Angebot an Kurzzeitpflegeplätzen, das bislang zu gering ist, wird damit deutlich ausgebaut. Es soll zudem zwei Demenzgruppen und ein betreutes Wohnen geben, „das diesen Namen auch wirklich verdient“.

Geschätzte Kosten: 10,5 Millionen Euro

Wie in der Sitzung am Dienstag zu erfahren war, steht hinter dem Bauvorhaben eine Eigentümergesellschaft. Zu ihr gehören neben der Curatio die Schwetlick Bauträgergesellschaft, eine Bank, der genannte Arzt und besagte Apotheke. Aus Sicht der Bauherren sichert dieses Konstrukt „lange Stabilität“.

Timo Kanjo, Prokurist der Curatio Ötigheim und Leiter Œdes bestehenden Seniorenzentrums, stellte das Gesamtkonzept vor. Im Anschluss erteilte der Gemeinderat sein Einvernehmen zum Neubau mit Tiefgarage, der den Ortseingang optisch aufwerten soll. Die endgültige Prüfung des Bauantrags obliegt der Stadt Rastatt.

Udo Schwetlick, Geschäftsführer des Offenburger Bauträgers, geht davon aus, dass in drei bis vier Monaten die Baufreigabe erfolgt. Spätestens im April 2022 sollen die Arbeiten beginnen. Nach sechs bis acht Monaten Bauzeit könnte die Einrichtung Ende 2022/Anfang 2023 in Betrieb gehen. Zum Investitionsvolumen teilte Schwetlick auf Nachfrage mit: „Wir gehen aktuell von 10,5 Millionen Euro aus.“

Bürgermeister Frank Kiefer (CDU) betonte in der Sitzung, dass mit diesem Projekt die letzten Versorgungslücken im Ort geschlossen werden. Zwar sei Ötigheim durch das bestehende Seniorenzentrum, die Tagespflege-Einrichtung des ambulanten Pflegedienstes SPPS und das Wohnheim-Projekt der Lebenshilfe in einer guten Ausgangsposition. Allerdings bestehe Optimierungsbedarf im Bereich der Kurzzeitpflege. Daher soll das Angebot der hohen Nachfrage entsprechend ausgebaut werden. „Wir wollen dabei Synergien mit dem Bestandsbau nutzen. Dadurch lassen sich insgesamt 14 Plätze vorhalten – zehn im Bestandsbau und vier im Neubau“, so Kanjo.

Betreutes Wohnen bleibt hinter Erwartungen zurück

Handlungsbedarf bestehe auch beim betreuten Wohnen. Dieses werde den Ansprüchen nicht gerecht. Manche sprächen daher vom „bereuten Wohnen“. In 20 Appartements in verschiedenen Größen und Schnitten erwartet die Bewohner künftig ein „betreutes Wohnen mit Hand und Fuß“, mit vielen Leistungen und zielgenauen Angeboten. Finanziert werden soll das Pflegekonzept über eine Betreuungspauschale. Aktuell sei es aufgrund des nicht optimalen Raumkonzepts im Bestandsbau kaum möglich, zielgruppengerechte Demenzkonzepte umzusetzen, sagte Kanjo. Doch auch das soll sich ändern. „Der Pflegebereich Demenz wird aufgewertet.“ Im Neubau vorgesehen sind dafür 30 Pflegeplätze in Form von zwei „behüteten Bereichen“ für je 15 Personen.

Als wesentlichen Aspekt nannte Kanjo die Synergien im wirtschaftlichen, organisatorischen und vor allem im personellen Bereich. „Wir werden das Haus mit dem bestehenden Leitungsteam öffnen und sind aufgrund unseres guten Rufs unter den Pflegekräften guter Dinge, geeignete Mitarbeiter zu finden.“ Zugleich kündigte er als Vertreter der Curatio-Gruppe die vorzeitige Verlängerung des Pachtvertrags im Bestandsbau an.

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Erstellt:
25. November 2021, 15:00 Uhr
Lesedauer:
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