Ötigheim in Feierlaune

Ötigheim (manu) – Das erste Etjer Dorffest unter Pandemiebedingungen fand am Wochenende im Foyer der Volksschauspiele statt. 200 Helfer aus elf Vereinen stemmten die Organisation.

Im Foyergelände der Volksschauspiele findet erstmals das Etjer Dorffest statt.  Foto: Manuela Behrendt

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Im Foyergelände der Volksschauspiele findet erstmals das Etjer Dorffest statt. Foto: Manuela Behrendt

„Es ist so schön, wieder bei Menschen zu sein“, sagte Bürgermeister Frank Kiefer am Samstag im Freudentaumel nach dem Fassanstich zum ersten Etjer Dorffest in einer Pandemie. Und: „Wenn wir heute nicht die Sau rauslassen, dann brauchen wir es nie wieder zu tun“.

Für den euphorischen, feierseligen Schultes war es seit eineinhalb Jahren die erste Ansprache vor großem Livepublikum. Da durfte die Begrüßungsrede auch mal Überlänge haben. Er geizte nicht mit Dank, lieferte einen tiefen verbalen Kniefall vor dem Ehrenamt. Zum Entree spielte der Ötigheimer Musikverein die Ouvertüre der Rossini-Oper „Wilhelm Tell“ als Wertschätzung für die Örtlichkeit. Denn nicht wie üblich rund um das Rathaus, sondern in der ansprechenden Weite des Freilichtfoyers der Volksschauspiele fand das dreitägige Dorffest statt.

Dort nutzte man das von den Volksschauspielen ausgetüftelte Hygienekonzept, das sich schon während der Theater- und Konzertsaison als erfolgreich erwies. „Das ist wie in einem verträumten Biergarten hier“, meinte ein Gast.

Unter den Bäumen und auf dem Rasen hatte man mit Tischen und Bänken ein sehr gemütliches Ambiente gezaubert. Die Stimmung war gelöst. Es herrschte ein einträchtiges Bild von vielen Menschen, die im Zusammensein mit Freunden und Bekannten schwelgten. „Man sieht es den Leuten an, wie sie diesen Abend genießen; und es spielt auch das Wetter toll mit“, schwärmte eine Besucherin.

Zusammenhalt in der Krise

Kiefer nannte das Wort „Zusammenhalt“ als Motto des Fests. „Nie hätten wir es für möglich gehalten, dass heute so etwas machbar ist; es konnte nur gelingen, weil in der Krise alle mithalfen“, sagte er. Er wertete das Etjer Dorffest als Vorspiel für die „Zeit raus aus der Pandemie“. In nur zwölf Tagen stampfte im Rathaus das Team um Hauptamtsleiter Patric Kohm die Dorfparty aus dem Boden. Bei der Organisation habe man erkannt, „was die Ehrenamtlichen alles leisten, um ein solches Vorhaben neben dem Beruf in ihrer Freizeit auf die Beine zu stellen“.

An den drei Festtagen arbeiteten 200 Ehrenamtliche aus elf Vereinen in unterschiedlichen Schichten „Hand in Hand“ in der Bewirtung. Wer drumherum auf die Schnelle an der Umsetzung und Durchführung des Pandemiedorffests mitwerkelte, offenbarte sich beeindruckend, als Kiefer Einzelne zu sich rief und so die große Gruppe formierte, die „für ein besonderes Fest herausragende Leistungen erbrachte“.

Musikalische Umrahmung

Den Auftakt für das Feierwochenende bestritt am Freitagabend die Band „Zimmer mit Musik“ aus Karlsruhe. Tellplatzbesucher kennen den Frontmann Simon Zimmer gut. Er ist der Gitarrist mit dem gefühlvollen Timbre, der während des Theatersommers das Publikum bis zum Beginn der Vorstellungen bei Laune hielt. Mit seinem Vokalpartner Christoph Hill, der Bassistin Miriam Raab und dem Schlagzeuger Philipp Walker sang er sich durch das vielseitige Repertoire der Combo.

Am Samstagabend heizte der Stimmungsmacher „Krüger Rockt!“ aus Heidelberg bis um Mitternacht dem Publikum ein. Am Sonntag sang zur Mittagsstunde der Ötigheimer „Liederkranz“, danach übernahm „Harmonie Karlsruhe Brass“. Abends klang das erste unter Pandemiebedingungen orchestrierte Etjer Dorffest mit dem Musikprogramm von „2Cool“ aus.

Die Band „Zimmer mit Musik“ feiert zehnjähriges Bandbestehen und zelebriert den ersten Live-Auftritt seit 18 Monaten.  Foto: Manuela Behrendt

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Die Band „Zimmer mit Musik“ feiert zehnjähriges Bandbestehen und zelebriert den ersten Live-Auftritt seit 18 Monaten. Foto: Manuela Behrendt


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