Ötigheim „verbuddelt“ 7,5 Millionen Euro

Ötigheim (as) – Es wird ein „Mammutprojekt“: Ötigheim plant die Sanierung der Mühlstraße. 7,5 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten und dreieinhalb Jahre dauern.

Pflasterung und niveaugleicher Ausbau: Im Bereich der Kreuzung Mühlstraße/Rastatter Straße soll die Sanierung 2022 beginnen. Foto: Anja Groß

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Pflasterung und niveaugleicher Ausbau: Im Bereich der Kreuzung Mühlstraße/Rastatter Straße soll die Sanierung 2022 beginnen. Foto: Anja Groß

Anfang 2022 soll es losgehen mit dem nächsten Ötigheimer „Mammutprojekt“, der Sanierung und Umgestaltung der Mühlstraße. Rund 7,5 Millionen Euro wird diese kosten, mit rund dreieinhalb Jahren Bauzeit ist zu rechnen. Am Dienstag entschied sich der Gemeinderat für die Gestaltungsvariante, die bereits bei einer Bürgerinfo den größten Zuspruch gefunden hatte: niveaugleicher Ausbau von Straße und Gehweg mit einer in Rinnen eingefassten Fahrbahn in Pflasterbauweise.

Kanal wird aufdimensioniert

Eine Aufdimensionierung des Kanals, so dass kein Schmutzwasser mehr in den Federbach fließt, barrierefreier Ausbau, Geschwindigkeitsreduzierung durch Parkplätze und Begrünung, Sanierung der Hausanschlüsse – gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe sollen in der Mühlstraße geschlagen werden, betonte Bürgermeister Frank Kiefer.

So ist beispielsweise vorgesehen, mit Senkrechtparkplätzen und Baumstandorten entlang dem Sportplatz sowie einer Verengung des Straßenbereiches mit zwei Längsparkplätzen und Baumtor im Bereich der Mühlstraße 2 eine Temporeduzierung zu erreichen, informierte Daniel Ruschmann vom Ingenieurbüro Wald+Corbe. Die Bauarbeiten könnten parallel zur Volksschauspiel-Saison erfolgen, hieß es in der Sitzung weiter. Im Bereich des Fußballplatzes ist zudem eine E-Ladesäule vorgesehen.

Starten soll die Sanierung im Bereich Rathaus-/Kronen-/Mühlstraße. Auch die dortige Treppe zwischen Kronen- und Rathausstraße soll umgebaut und die Stufen mit ebenen Flächen dazwischen entzerrt werden. Für eine komplette Barrierefreiheit sei zu wenig Platz, erläuterte der Planer.

Künftig weniger Parkplätze

Die bevorzugte Variante, die nun weiter verfolgt wird, beinhaltet eine 5,50 breite Fahrtrasse, bei der aber teilweise Parkplätze in die künftig niveaugleiche Fahrbahn ragen werden. Auf jeden Fall sei genug Platz für Rettungsfahrzeuge gewährleistet, so Ruschmann. Insgesamt müssten die Anwohner allerdings damit rechnen, dass künftig weniger Parkplätze zur Verfügung stehen werden. Die Rede war von künftig etwa 59. „Geeignete Parkplätze werden ausgewiesen, aber wenn das nicht funktioniert, gibt es andere Möglichkeiten wie beispielsweise Parkzonen“, hieß es auf Fragen aus dem Gemeinderat, ob da möglicherweise Unheil drohen könnte.

Zudem ist aufgrund der engen Straßenführung nur Platz für einen einseitigen Gehweg, so Ruschmann. Eine größere Gefahr für Fußgänger bei Niveaugleichheit von Straße und Gehweg entlang der stark befahrenen Mühlstraße vermochte er nicht zu erkennen. Und Bürgermeister Kiefer gab zu bedenken: „In der Wilhelm-Tell-Straße funktioniert das auch, und die hat eine höhere Verkehrsdichte.“

Das Bauvorhaben wird wohl in mehrere Abschnitte eingeteilt, kündigte Ruschmann an. Allerdings werden immer wieder Teilabschnitte der Mühlstraße komplett gesperrt sein.

Nach der Grundsatzentscheidung für eine Variante wird diese nun ausgearbeitet und die Ausschreibung vorbereitet. Die Gemeinde hofft derweil, dass ihr Antrag auf 1,17 Millionen Euro aus dem Ausgleichsstock des Landes für das Projekt bewilligt wird.

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