Ötigheimer Alternativ-Spielplan für 2021

Ötigheim (as) – Neues bei den Volksschauspielen: Pandemiebedingt wird der Theatersommer 2021 komplett umgeschmissen. Zudem holt man Stefan Haufe als neuen künstlerischen Betriebsdirektor ins Boot.

Unberührt vom Pandemie-Spielplan bleiben zunächst die Gastspiele in Ötigheim, für die bereits geworben wird. Foto: Frank Vetter

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Unberührt vom Pandemie-Spielplan bleiben zunächst die Gastspiele in Ötigheim, für die bereits geworben wird. Foto: Frank Vetter

Die Hoffnung ist riesengroß, dass der Theatersommer 2021 in Ötigheim stattfinden kann – allerdings wird er ganz anders ablaufen als gedacht. „Das Haus in Montevideo“, „Max und Moritz“ sowie das Musical „Der kleine Horrorladen“ stehen auf dem Alternativ-Spielplan, der gestern vorgestellt wurde. Damit wollen die Verantwortlichen einen pandemiekonformen Spielbetrieb mit weniger Personal auf der Bühne und geringeren Zuschauerkapazitäten ermöglichen. „Wilhelm Tell“, „Der Zauberer von Oz“ und die Festlichen Konzerte sind auf 2022 verschoben.

Kartenumtausch oder -erstattung

Gekaufte Karten können ab heute umgetauscht oder erstattet werden. Die neun Gastspielabende im August sind davon zunächst unberührt und werden in der Hoffnung auf Normalität auch weiterhin mit einem regulären Kartenkontingent verkauft, sieht der geschäftsführende Vorstand Maximilian Tüg „gewisse Chancen auf Normalität“. Der Vorverkauf für die neuen Veranstaltungen beginnt ab heute telefonisch unter Telefon (0 72 22) 96 87 90 sowie auf www.volksschauspiele.de – ebenso Kartenrückgabe und Ticketumtausch.

Das Alternativangebot umfasse bekannte Produktionen, so Tüg, bei denen jedoch weniger Personal auf der Bühne erforderlich sei und Hygienekonzept sowie Abstandsregeln besser eingehalten werden können. So plant man jedes Stück auch mit Doppelbesetzung – mehr als 100 Mitwirkende kommen dadurch zusammen. Wie groß das Theaterfieber im Telldorf ist, zeigt unter anderem, dass dennoch alle Rollen bereits besetzt sind. Tüg spricht von „riesiger Vorfreude“.

Es wird auch freitags gespielt

Zwischen 900 und 1.200 Zuschauer statt regulär 4.000 pro Vorstellung sind unter Pandemiebedingungen möglich. Den wirtschaftlichen Ausfall werde man nicht komplett auffangen können, weiß auch Bürgermeister Frank Kiefer. Um diesen ein bisschen abzufangen, soll ab dem geplanten Saisonstart am 12. Juni regelmäßig auch freitags gespielt werden. 37 Vorstellungen sind geplant, die man notfalls auch noch verschieben könne. Ansonsten sei man bezüglich finanzieller Hilfen noch mit Kreis, Land und Bund in Verhandlungen, vertröstete Kiefer bezüglich konkreter Aussagen auf Anfang März. Mehr als 60.000 Euro kamen bisher durch die Spendenaktion des Theatervereins zusammen.

Ganz neue Position geschaffen

Wirtschaftlichkeit und Synergieeffekte, unter diesen Stichworten sehen Tüg und Kiefer eine Personalentscheidung, die sie gestern bekanntgaben: Stefan Haufe, der in Ötigheim bereits mehrfach als Regisseur tätig war und dieses Jahr bei „Der kleine Horrorladen“ Regie führt, wurde als künstlerischer Betriebsdirektor zunächst für zwei Jahre verpflichtet. Die Position ist ein Novum in der Geschichte der Volksschauspiele. Haufes Tätigkeitsspektrum soll Probendisposition, Budgetierung und Kostenkontrolle umfassen, zudem soll er die Volksschauspiele mit seinem professionellen Netzwerk unterstützen. Derzeit noch am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin tätig, bringe Haufe die Erfahrung mit, um eine Schnittstelle zwischen künstlerischen und wirtschaftlichen Bedürfnissen zu bilden. „Ich komme gerne wieder nach Ötigheim“, freut er sich auf die Zusammenarbeit.

Hintergrund seien Umstrukturierungen im Kernbereich, den man bislang immer in Eigenregie mit Ehrenamtlichen bewerkstelligt habe, erläutert Tüg. Das werde zunehmend schwieriger. Nicht nachbesetzt wird die vakante Stelle des Geschäftsstellenleiters.

Open-Air-Bühne im Theaterfoyer

Neue Wege beschreitet der Theaterverein mit seinen 1.400 Mitgliedern auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie. So soll ein weiterer, neuer Baustein des Theatersommers eine Open-Air-Bühne mit Bestuhlung im Zuschauerfoyer auf dem Tellplatz werden. Diese soll den örtlichen Vereinen Auftrittsmöglichkeiten bieten und für Kleinkunstveranstaltungen oder Open-Air-Kino unter der Woche zur Verfügung stehen, kündigt Tüg an. Die Pläne seien von den Mitgliedern der Volksschauspiele, der Kulturgemeinschaft Ötigheim und auch dem zuständigen Kultusministerium in Stuttgart sehr begrüßt worden, berichtet Kiefer. Nun hoffen alle, dass nach den trostlosen Monaten „auf dem Tellplatz bald wieder Leben einkehren kann“ und vielleicht wie gehabt ab Ostern im Freien geprobt werden kann.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
22. Februar 2021, 18:30 Uhr
Lesedauer:
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