Ötigheimer Ernteaktion mit nassem Ende

Ötigheim (saa) – Die erste Kirschen-Ernteaktion der Gemeinde Ötigheim stößt auf großes Interesse. Für den Eigenbedarf und fürs „Etjer Kirschwasser“ wird fleißig geerntet.

Auf hohen Obstleitern pflücken die Teilnehmer der Ernteaktion eifrig die süßen Kirschen der Ötigheimer Friedhofsallee. Foto: Saskia Burkart

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Auf hohen Obstleitern pflücken die Teilnehmer der Ernteaktion eifrig die süßen Kirschen der Ötigheimer Friedhofsallee. Foto: Saskia Burkart

Die ersten Schritte auf den hohen Obstleitern sind bei einigen Teilnehmern noch etwas unsicher. Oben angekommen, bietet sich ein Blick auf eine eifrige Menschenschar, die die süßen Früchte von den rund 30 Kirschbäumen der Friedhofsallee pflückt. Die Ernteaktion der Gemeinde Ötigheim am Mittwoch stieß auf rege Beteiligung.
Zahlreiche Bürger sind der Einladung der Verwaltung gefolgt und ernten Kirschen sowohl für den Eigenbedarf als auch für ein „Etjer Kirschwasser“, das für einen guten Zweck verkauft werden soll. Dabei richten sich stets besorgte Blicke zum wolkenverhangenen Himmel. Zwei Stunden nach Beginn findet die Aktion schließlich ein nasses Ende.

„Es sind genug Kirschen für alle da“

„Es sind genug Kirschen für alle da“, ruft Bürgermeister Frank Kiefer um 17 Uhr den interessierten Bürgern zu. Rund 35 Anmeldungen sind im Vorfeld bei der Gemeinde eingegangen. Die meisten Teilnehmer lassen sich von dem wechselhaften Wetter nicht abschrecken und sind mit Gummistiefeln zur Allee gekommen. Angelika Knoll aus Kuppenheim ist von der Aktion begeistert: „Ich finde es schade, dass so viel Obst auf den Äckern verdirbt, weil es niemand erntet.“ Mit dem Projekt möchte das Telldorf auf naturbelassene Lebensmittel im Ort aufmerksam machen und gleichzeitig die Kirschen der Allee verwerten.

Damit während der Ernte alles reibungslos funktioniert, gibt es Unterstützung vom Bauhof und von zwei örtlichen Vereinen: Dem Obst- und Gartenbauverein (OGV) sowie dem Verein für Umweltschutz und Landschaftspflege (VUL). Die Mitglieder eilen zwischen den Bäumen hin und her und geben Hilfestellungen für die hohen Leitern, die das Landratsamt zur Verfügung gestellt hat. „Wer zum ersten Mal auf eine Obstleiter steigt, der muss darauf achten, einen festen Stand zu haben“, betont VUL-Vorsitzender August Wieland. Des Weiteren sollte man nie allein an einer Leiter arbeiten. Schließlich brauche man jemanden zum Festhalten, damit das Ernten nicht zu wackelig wird, erklärt er weiter. Dann rennt Wieland zum nächsten Baum, um einer Familie zur Seite zu stehen. „Einfach großartig, dass man hier so eine Unterstützung bekommt“, freut sich eine Teilnehmerin aus Baden-Baden.

Fass für „Etjer Kirschwasser“ füllt sich

Martin Kolb aus Ötigheim übernimmt das Festhalten der Leiter selbst. Zwischen den Ästen in fast drei Metern Höhe ist sein Enkel Noah fleißig am Pflücken. Auf die Frage, ob er Angst hatte, auf so eine hohe Leiter zu steigen, schüttelt der junge Schüler den Kopf. Sein Opa muss lachen: „Das ist doch der Hauptgrund, warum er mitgehen wollte. Ich glaube, die Kirschen sind nur Nebensache für ihn.“ Wem die Obstleitern nicht geheuer sind, der kann sich mit einer Hebebühne zu den süßen Früchten fahren lassen. Aynur Arslan und Tochter Vera nehmen dieses Angebot gerne an. „Es ist prima hier oben“, ruft Vera begeistert. Die Teilnehmer pflücken entweder für die eigene Marmelade und selbst gebackenen Kirschkuchen oder um die Früchte direkt zu naschen. Auch das Fass für das „Etjer Kirschwasser“ füllt sich immer mehr.

Auf den Bäumen verbergen sich bereits einige faulige Früchte, was den zahlreichen Regenschauern der letzten Tage geschuldet ist. Am Mittwoch lassen die ersten Regentropfen ebenfalls nicht lange auf sich warten. Um 19 Uhr beendet die Gemeinde schließlich die Aktion. Das Fass für die Schnaps-Maische ist etwa zu drei Viertel gefüllt.

„Damit kann man auf jeden Fall etwas anfangen“, sagt Projektleiterin Martina Ganther glücklich. Insgesamt kam die Aktion bei den Teilnehmern sehr gut an. Man könne sich vorstellen, im nächsten Jahr wieder eine Ernteaktion auf der Friedhofsallee anzubieten, freut sich Ganther.


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