Ötigheimer Senioren schmeckt es gemeinsam am besten

Ötigheim (sl) – Einen Strauß von sozialen Projekten unterstützt der Förderverein der Pfarrgemeinde St. Michael in Ötigheim. Jetzt bietet er zudem einen Mittagstisch für alleinstehende Senioren an.

Rund 40 alleinstehende Senioren lassen sich zusammen das Mittagessen schmecken. Foto: Sebastian Linkenheil

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Rund 40 alleinstehende Senioren lassen sich zusammen das Mittagessen schmecken. Foto: Sebastian Linkenheil

Viele alleinstehende Senioren werden das Problem kennen: Jeden Tag ohne Gesellschaft beim Mittagessen zu sitzen, ist traurig – wenn man denn überhaupt Lust hat, für sich alleine zu kochen. Der Förderverein der Pfarrgemeinde St. Michael in Ötigheim lädt daher einmal im Monat zum gemeinsamen Mittagstisch ein. Und es gibt noch einen ganzen Fächer an weiteren sozialen Projekten.

Zunächst von Corona ausgebremst

Zugegeben: Ganz neu ist das monatliche Mittagessen unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ in Ötigheim nicht. Schon vor der Pandemie war die Idee entstanden, und es hatten zwei erste Mittagstische stattgefunden. Dann kam Corona, und es war erst einmal Schluss. Mit dem Ende der Lockdowns gewinnt das Angebot nun aber wieder an Fahrt. Anfang August hatte das dritte Treffen stattgefunden, am Donnerstag folgte das vierte. Und auch für den fünften Termin am 7. Oktober gibt es schon etliche Reservierungen. Wer dabei sein will, meldet sich bis Montag, 4. Oktober, bei Heinz-Peter Löffler an: (0 72 22) 2 88 58.

Zuspruch übertrifft die Erwartungen

Überhaupt ist Vereinsvorsitzender Heinz-Peter Löffler vom Zuspruch begeistert. „Anfangs hatten wir gedacht, dass vielleicht 15 Senioren kommen, aber gleich beim ersten Mal waren es über 30“. Mehr als doppelt so viele.

Am Donnerstag saßen 40 Damen und Herren in der Ötigheimer „Krone“ und ließen sich Paprikagulasch schmecken. Der Hauptgang wird stets von den vier teilnehmenden Gaststätten bezuschusst, die Senioren zahlen nur einen Beitrag von fünf Euro pro Person. Das jeweils erste Getränk geht zudem auf die Rechnung des Fördervereins, und den Nachtisch, der zu jedem Menü dazugehört, übernimmt die politische Gemeinde Ötigheim. Reihum geht es ins „Schiff“, in die „Blume, in den „Athen-Grill“ oder eben wie gestern in die „Krone“.

„Jeder, der sonst allein daheim am Mittagstisch sitzen würde, ist willkommen“, betont Löffler und unterstreicht, dass sich das Angebot nicht allein an Gläubige wendet – auch wenn der Verein katholisch ist. Gegründet wurde er im Jahr 2000, um den Menschen in Ötigheim zu helfen, die körperlich, seelisch oder sozial in Bedrängnis sind. Seinen pflegebedürftigen Mitgliedern, die ambulant betreut werden, gewährt er zum Beispiel einen Kostenzuschuss von 1,10 Euro pro Anfahrt des Pflegediensts, der bei manchen dreimal am Tag kommt. Der Verein kooperiert hier mit der Sozialstation St. Franziskus Muggensturm. Aber auch Menschen, die spontan in finanzieller Not sind, etwa weil der Familienvater tödlich verunglückt ist, Wohnumstände im Alter unzumutbar werden oder wenn jemandem 50 Euro bis zum Monatsende fehlen, kann der Verein helfen. Einerseits mit Geld, andererseits mit Vermittlung von anderen Hilfen etwa durch das Landratsamt. Weitere Beispiele sind: Finanzielle Unterstützung des ambulanten Kinder- und Jugend-Hospizdiensts und der Schulstarterpakete des Dekanats als Maßnahme gegen Kinderarmut sowie Willkommensgeschenke für alle Neugeborenen. Der Verein unterstützt ferner das Seniorencafé der Gemeinde personell und finanziell. Frauen, die durch eigene Krankheit oder Pflegelast am Ende ihrer Kräfte sind, greift der Verein unter die Arme, indem er ein Auszeitwochenende mitfinanziert. Sich selbst finanziert der Verein aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und – nicht unwesentlich – durch Beteiligung an Tellplatzbewirtung.

Soforthilfe für Flutopfer

Alle Angebote richten sich an die Einwohner von Ötigheim. „Aber natürlich hat uns die Flutkatastrophe im Ahrtal nicht kalt gelassen“, erzählt Löffler. Der Pfarreiengemeischaft Adenauer Land habe man daher einen satten vierstelligen Betrag als Soforthilfe zur Verfügung gestellt, der vor Ort an Bedürftige verteilt wird.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
3. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

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