Ötigheimer organisieren virtuelle Kinderfastnacht

Ötigheim (manu) – Die Etjer Mühlenjockel DJ Alan Lee und Selina Kühn gestalten am Samstag eine Fastnachtsparty per Zoom-Meeting: Ein Angebot für Kinder in Corona-Zeiten.

Musik, Tänze, Gaudieinlagen und Mitmachaktionen verspricht die virtuelle Kinderfaschingsparty der Etjer Mühlenjockel. Foto: Manuela Behrendt

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Musik, Tänze, Gaudieinlagen und Mitmachaktionen verspricht die virtuelle Kinderfaschingsparty der Etjer Mühlenjockel. Foto: Manuela Behrendt

„Der Narr verstummt nicht, ist nur leise; macht Fastnacht, mit Abstand, auf andere Weise“, ist das Motto der Etjer Mühlenjockel in Corona-Tagen. Alan-Lee Harlacher gehört seit 2018 zu der familienfreundlichen Zunft. Am 13. Februar ab 14 Uhr veranstaltet er aus dem Wohnzimmer seiner Eltern einen dreistündigen Kinderfasching per Zoom und hofft auf viele verkleidete Teilnehmer.

Bekannt ist der 34-jährige Ötigheimer, der hauptberuflich im IT-Bereich tätig ist, als DJ Alan-Lee, legt im „Freiraum“ in Rastatt bei Hochzeiten und Firmenfeiern auf. Mit seiner gemeinnützigen Spendenaktion „Covid Grooves“ (das BT berichtete) unterstützt er in der Region diejenigen, die durch die Pandemie in Nöte kamen und für die der Aktionsuntersatz „Sh*it is getting real“ besonders gilt.

Für Kinder läuft es „gerade echt blöd“

Als im Homeoffice arbeitender Vater einer vierjährigen Tochter spürt Harlacher in der Familie, dass es „gerade echt blöd“ für Kinder läuft. „Sie sind jetzt ewig daheim und dürfen ihren gleichaltrigen Freundeskreis nicht treffen“. Ein bisschen besser dran seien die Kids in der Notbetreuung. „Da kommen wenigstens ein paar der Kleinen zusammen“, sagt er.

Damit den Kindern dennoch die Möglichkeit für ein Wiedersehen gegeben ist, bringt Harlacher am Fastnachtssamstag per Zoom-Schalte Faschings- und Kinderlieder zu den Kids nach Hause. Seine Mühlenjockel-Kollegin Selina Kühn ist in Ötigheim Erzieherin. Sie garniert als zugeschaltete Animateurin den dreistündigen Kinderfasching „mit Tänzen, Gaudieinlagen und Mitmachaktionen“.

Glücksgefühle in langer Isolation

Harlachers Antrieb für die närrische Konferenzschalte ist es, den Kindern nach langer sozialer Isolation Glücksgefühle zu bescheren. „Wäre toll, wenn die teilnehmenden Kids bunt maskiert und kostümiert sind“, wünscht er sich. Natürlich sei es keine Bedingung, die Kamera zu Hause für das virtuelle Treffen anzuschalten, „aber schön wäre es“, meint er. Die Konferenzkacheln möchte Harlacher nicht als Wimmelbild auf den Monitor projizieren: „Ich würde immer nur eine Handvoll Kinder in wechselnden Bildern zeigen“. Auf diese Weise könne man sich besser und deutlicher erkennen. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist erforderlich (bit.ly/AnmeldungKiFaOe).

Alle sollen auf ihre Kosten kommen

Ein Zoom-Meeting kann aus technischen Gründen maximal 100 Teilnehmer aufnehmen. „Sollten es mehr werden, teile ich den Kinderfasching in zwei aufeinander folgende Veranstaltungen auf, damit alle auf ihre Kosten kommen“, sagt der Papa, der mit seiner Tochter Melina mitleidet. Findet der Kinderfasching derart großen Zuspruch, dass daraus zwei Veranstaltungen werden, sind Harlacher und Kühn am Faschingssamstag sechs Stunden lang am Live-stream-Start. Als DJ ist der Ötigheimer diesbezüglich durchhalteerprobt.

Damit die Erwachsenen karnevalistisch nicht darben müssen, schließt sich nach dem Kinder-Halligalli eine weitere „Covid Grooves“-Ausgabe an – als „Musikwunschabend“ in Fastnachtsmanier. Und warum kommt der Kinderfasching aus dem Wohnzimmer seiner Eltern und nicht aus den für die „Covid Grooves“ bei Harlacher zu Hause eingerichteten „Apokalypse Studios“? Bei den Eltern sei „ausreichend Raum vorhanden, damit ich um das Technikequipment herum alles schön närrisch dekorieren und Schaufensterpuppen aufstellen kann, die das Mühlenjockel-Häs tragen“.

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Erstellt:
11. Februar 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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