Ötigheimer sind zur Mitarbeit aufgerufen

Ötigheim (as) – Rede und Antwort steht Amtsinhaber Frank Kiefer bei der Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in Ötigheim. Er bittet um rege Wahlbeteiligung am Sonntag, 18. April.

Ein volles Programm für die nächsten acht Jahre skizziert Bürgermeister Frank Kiefer. Foto: Frank Vetter

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Ein volles Programm für die nächsten acht Jahre skizziert Bürgermeister Frank Kiefer. Foto: Frank Vetter

Die Gemeinde ständig weiterzuentwickeln, das hat sich Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer mit einem vollen Programm für die nächsten acht Jahre auf die Fahnen geschrieben, der morgen zur Wiederwahl antritt. Dass das dann keine Ein-Mann-Show wird, sondern nur im Miteinander mit Bürgerinnen und Bürgern, der Verwaltung und dem Gemeinderat gelingen kann, unterstreicht er bei der offiziellen Kandidatenvorstellung am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle.
Die allerdings ist ein „Solo für Kiefer“, denn Dauerbewerber Samuel Speitelsbach aus Ravenstein-Hüngheim (Neckar-Odenwald-Kreis), der zum wiederholten Mal seit 2018 in mehreren Gemeinden kandidiert, erscheint nicht (das BT berichtete). Auf ihre offizielle Einladung hat die Gemeinde von dem 34-Jährigen noch nicht mal eine Absage erhalten. Und erst nach mehreren Versuchen bekommt Wahlausschussvorsitzender Christian Dittmar den Kandidaten gestern ans Telefon, um zu erfahren, dass der sich im Telldorf nicht persönlich vorstellt.

In jedem Haushalt Flyer verteilt

Frank Kiefer berichtet dann in der vom Wahlausschuss festgelegten 20-minütigen Redezeit von einem intensiven Wahlkampf unter Pandemie-Bedingungen. Er habe in jedem Haushalt Flyer verteilt und „unzählige Gespräche“ geführt, freut er sich über den Austausch, der seinem Selbstverständnis von der Arbeit des Bürgermeisters entspreche: Sich um die Anliegen der Bürger zu kümmern. Dabei sei er auch immer offen für Kritik.

Ötigheim sei für ihn und seine Familie zur Heimat geworden, die er weiter mitgestalten will, betont der 43-Jährige. Das digitale Bürgerangebot der Verwaltung weiterzuentwickeln, nennt er ebenso als Zukunftsaufgabe wie weitere Infrastrukturmaßnahmen: Die bereits beschlossene Sanierung der Mühlstraße und die Ortskernsanierung II beispielsweise mit der Chance, eine neue Ortsmitte zu gestalten. Er wirbt dabei um rege Bürgerbeteiligung – für die „Mammutaufgabe“ ebenso wie zur Attraktivitätssteigerung im Kleinen.

Idee eines kommunalen Stadtwerks

Ins Gespräch bringt er die Idee, die „Strom- und Gasversorgung durch Einbringung der Netze bei gleichzeitiger Beteiligung an einem kommunalen Stadtwerk“ wieder in Gemeinderegie zu übernehmen, wenn die Konzessionsverträge auslaufen. Die interkommunale Zusammenarbeit mit Muggensturm, Steinmauern und Bietigheim ist lange etabliert – und so kann Kiefer sich wie beim Bau des interkommunalen Wasserwerks auch in Bezug auf eine Wohnungsbaugesellschaft zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum eine Kooperation vorstellen, wie er auf eine Frage erklärt.

2022 wird Verkehrskonzept erarbeitet

Angehen will er unter dem Stichwort „familienfreundliches Ötigheim“ eine bedarfsgerechte Hausaufgaben- und Kernzeitbetreuung sowie eine Art Freizeitpark zwischen Parkourgelände und Minispielfeld, um Wünschen nach Skateranlage, Freiluft-Gym oder Jugendtreff gerecht zu werden. Auch dabei ist Bürger- und Vereinsbeteiligung gefragt. Im BT-Interview bereits angekündigt hat er eine Kooperation mit Curatio für die Entwicklung eines Angebots für betreutes Wohnen auf dem Grundstück neben dem neuen Penny.

Für 2022 verspricht er zudem ein Verkehrskonzept. Dass Verkehrsthemen vielen Bürgern unter den Nägeln brennen, habe er auch im Wahlkampf wieder erfahren. Auch aus dem Publikum in der Halle und im Chat kommen dazu einige Fragen – Wünsche nach Temporeduzierung und Parkkonzepten sowie zur stark belasteten Schwarzwaldstraße. Zu Letzterer kündigt Kiefer eine Verkehrsschau am 10. Mai an.

Nächtliches Glockengeläut bleibt

Eine Absage erteilt er dem Wunsch nach Abstellen des nächtlichen Glockengeläuts der Kirche. „Wir halten an der auch vielen Anwohnern lieben Tradition fest“, gibt er das derzeitige Meinungsbild auch des Gemeinderats wieder. Zur Frage nach Lichtverschmutzung durch Straßenlampen verweist er auf die Umstellung auf LED-Leuchten im Ort und ein Pilotprojekt im Industriegebiet, nachts die Beleuchtung zu reduzieren. Doch für den gesamten Ort sieht er ein Spannungsfeld in puncto Sicherheit.

Für den Wahl-Sonntag wirbt Kiefer um hohe Wahlbeteiligung. Das Wahlergebnis sehe er „als Bewertung meiner Arbeit“. Nach knapp einer Stunde ist die Kandidatenvorstellung vorbei, die auch als Livestream ins Internet übertragen wurde (die Aufzeichnung kann bis Sonntagabend unter https://www.youtube.com/watch?v=j9KOYj6u9Yw angeschaut werden). Die 40 zugelassenen Besucher in der Mehrzweckhalle applaudieren lang.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
16. April 2021, 16:31 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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