Olaf Scholz will Wasserstofftechnologie fördern

Rastatt (fk) – Im Online-Talk mit dem hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Jonas Weber spricht der Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat über seine Zukunftsvisionen für Deutschland.

Olaf Scholz. Foto: Kai Nietfeld/dpa

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Olaf Scholz. Foto: Kai Nietfeld/dpa

Es ist keine einfache Mission, die Olaf Scholz da hat. Der Vizekanzler und Finanzminister soll die SPD wieder zur Volkspartei machen. Im Bund, wie in den Länderparlamenten. Er scheint daher der prädestinierte Kandidat für den Online-Talk des hiesigen SPD-Abgeordneten Jonas Weber. Um Landespolitik geht es dabei am Freitag aber wenn überhaupt am Rande.

Scholz spult sein Programm ab. Wie schon bei medialen Auftritten in den vergangenen Tagen rückt er dabei vor allem das Schlagwort „Zukunft“ in den Fokus, greift die politischen Gegner direkt an. Bei Scholz‘ nüchterner Art ist das eher ein selteneres Phänomen. Das Land müsse endlich weg von Industrieprozessen, die weitgehend auf fossilen Ressourcen basierten, hin zu einer modernen Industriepolitik. Nur so könne Deutschland auch noch in zehn Jahren weit vorne, in der Weltspitze mitspielen, seien die deutschen Jobs auch in den nächsten Jahrzehnten sicher. Etwa mit Blick auf die rasche industrielle und innovative Entwicklung in Asien unterstrich Scholz: „Was wir können, können die mittlerweile auch. Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir sagen können: ,Was wir können, ist Weltspitze‘“.

Staat als Förderer

Einen Schlüssel dazu sieht Scholz in der Wasserstofftechnologie. Sie habe ein viel zu wenig beachtetes, großes Potenzial. So ermögliche es die aus Wasserstoff gewonnene Energie, dass beispielsweise Stahl- und Chemieindustrie auf höchstem Level weiterarbeiten könnten und dabei weniger Emissionen produzierten.

Allerdings bedinge das den Eingriff des Staates. „Nehmen Sie einmal die Entwicklung im Eisenbahnbereich. Auch da hat der Staat die Schienenwege gelegt, Bahnhöfe und Infrastruktur gebaut. Ohne das könnte Siemens noch so schöne Züge bauen.“ Milliardeninvestitionen seien nötig. Und dafür, so Scholz, brauche es die SPD. Denn Konservative wie Liberale glaubten, das gehe „alles von alleine“, so der Vizekanzler. Und auch wenn die Grünen das Thema sähen, böten sie keine echte, konkrete Fortschrittsperspektive.

Vier Leitmissionen

Einer der wenigen Momente, wo sich auch Jonas Weber einzuklinken vermochte – das sei nämlich, so Weber, auch eines der zentralen Probleme des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne). „Dass er die Themen Sicherung von Arbeitsplätzen und Klimaschutz nicht im Zusammenhang“ sehe.

Deutschland brauche, so Scholz abschließend, erneuerbare Energien, eine moderne Mobilität, digitale Souveränität und eine moderne Gesundheitswirtschaft. Das seien seine Leitmissionen, für all das stehe die SPD.

Ihr Autor

BT-Redakteur Florian Krekel

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Erstellt:
13. Februar 2021, 07:30 Uhr
Lesedauer:
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