Omikron auf dem Vormarsch

Stuttgart/Baden-Baden (dpa/BT) – Neun Neuinfektionen im Kreis Rastatt und vier im Stadtkreis Baden-Baden meldet das Landesgesundheitsamt bis Sonntag, 14 Uhr. Die Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch.

Auch in Mittelbaden werden weitere Impfaktionen angeboten. Foto: Paul Zinken/dpa

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Auch in Mittelbaden werden weitere Impfaktionen angeboten. Foto: Paul Zinken/dpa

Die Zahl der Ansteckungen mit der neuen Corona-Virusvariante Omikron nimmt deutlich zu und könnte bereits Anfang Januar für den Großteil der Infektionen in Baden-Württemberg verantwortlich sein. Dies sagte der Leiter des Referats für Gesundheitsschutz und Epidemiologie beim Landesgesundheitsamt, Stefan Brockmann.

„Wie hoch die Fallzahlen sein werden, wenn Omikron zur dominierenden Variante geworden ist, ist dagegen viel schwerer zu sagen“, erklärte der Epidemiologe. Dazu habe man keine konkreten Hochrechnungen für das Land. Man werde jedoch mit deutlich höheren Fallzahlen rechnen müssen. Der Anstieg der Infektionen hängt laut Brockmann auch von den bis dahin ergriffenen Maßnahmen und der Impfquote im Südwesten ab.

Zwischen Weihnachten und Neujahr rechnet der Experte aber zunächst mit einem weiteren Rückgang der gemeldeten Fälle - und mit einem stärkeren Meldeverzug. Auch die Auslastung der Krankenhäuser und speziell der Intensivstationen werde zunächst weiter fallen, sagte Brockmann. „Doch dieser Trend wird sich im Januar wieder drehen und wir werden dann noch immer ein höheres Niveau an Bettenbelegung haben, als wir es gerne hätten.“ Eine Phase der Erholung, wie in vorigen Wellen, wird es laut Brockmann nicht geben. Auch wenn der genaue Anstieg der Fallzahlen für den Südwesten schwer vorauszusagen sei, wisse man durch Modellierungen sehr genau, wie die Entwicklung sein werde. „Die Richtung ist klar und auch der zeitliche Verlauf ist angezeigt“, sagte der Mediziner.

Impfquote ist entscheidend

Entscheidend für den weiteren Verlauf der Pandemie ist demnach vor allem die Impfquote. Und diese sei nicht so hoch, wie man sie gerne hätte, sagte Brockmann. Hoffnung macht dem Epidemiologen die hohe Zahl der Auffrischimpfungen in Baden-Württemberg. Innerhalb kurzer Zeit habe man eine gute Booster-Impfquote im Land erreicht. „Das wird uns in den kommenden Wochen helfen und mit entscheidend dafür sein, wie sich die Zahl der Krankenhauseinweisungen entwickelt“, sagte Brockmann. Dass zum Beginn des Herbsts nicht mehr Menschen im Südwesten geimpft waren, sieht der Epidemiologe kritisch. Er hätte sich weniger Skepsis gegenüber der Impfung gewünscht, so dass man nun bereits eine höhere Impfquote erreicht hätte. „Da ist auch Enttäuschung dabei“, gab Brockmann zu.

Doch auch beim Verlauf der Impfkampagne sieht Brockmann rückblickend Verbesserungsbedarf. „Unsere Prognosen im Land für den Herbst waren klar.“ Man habe gewusst, dass die Fallzahlen im Herbst wieder ansteigen würden und man dem mit umfassenden Impfungen begegnen müsse. Die Nutzung der Impfinfrastruktur hätte aus Sicht Brockmanns deshalb besser laufen können.

Lage im Südwesten und in Mittelbaden

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen hat sich in Baden-Württemberg von Samstag auf Sonntag (Stand: Sonntag, 14 Uhr) laut Landesgesundheitsamt um 1.123 auf insgesamt 997.919 erhöht. Die Zahl der an oder mit Covid-19 gestorbenen Patienten stieg um sieben auf 12.795. Im Landkreis Rastatt wurden neun Neuinfektionen registriert, im Stadtkreis Baden-Baden vier. Da das Landratsamt Rastatt an Wochenenden und Feiertagen keine Zahlen veröffentlicht, ist eine Aufschlüsselung nach Orten nicht möglich. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts wurden ihm bis 14 Uhr aus dem Kreis Rastatt und dem Stadtkreis Baden-Baden keine weiteren Todesfälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt landesweit 222,0, im Kreis Rastatt 208,5 und im Stadtkreis Baden-Baden 211,0. Bislang wurden 855 Fälle der Omikron-Variante (B.1.1.529) aus Baden-Württemberg an das Landesgesundheitsamt übermittelt.

Impfaktion am Montag

Am Montag, 27. Dezember, und auch am Montag, 10. Januar, wird in Kooperation mit einem mobilen Impfteam eine Corona-Impfaktion in der Rheinauhalle Au am Rhein jeweils von 17 bis 21 Uhr stattfinden. An beiden Tagen können Bürgerinnen und Bürger von Au am Rhein die Erst,- Zweit,- oder Drittimpfung durchführen lassen, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde. Heute werden Impfungen mit dem Impfstoff der Firma Moderna durchgeführt. Am 10. Januar besteht die Möglichkeit für die unter 30-Jährigen, eine Impfung mit Biontech zu bekommen. Eine vorherige Terminvereinbarung ist erforderlich im Rathaus unter Telefon (0 72 45) 92 85-21. Mitzubringen sind Krankenversichertenkarte, Impfpass und Personalausweis sowie Einwilligungserklärung und Aufklärungsbogen.

Noch freie Impftermine gibt es zudem für die Impfaktion mit Terminreservierung im Wirtshaus Lehners in Rastatt für den 29. Dezember, buchbar online.

Ein mobiles Impfteam des Landratsamtes Rastatt bietet zudem weitere Impfaktionen in Durmersheim an. Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen sind möglich am Mittwoch, 5. Januar, Mittwoch, 12. Januar, Donnerstag, 13. Januar,

jeweils von 17 bis 21 Uhr im Bürgersaal des Rathauses. Verabreicht wird bei diesen Terminen nur der Impfstoff Moderna (empfohlen für Personen ab 30 Jahren).Eine vorherige Terminvereinbarung ist zwingend notwendig per Mail an impfung@durmersheim.de mit Angabe des Wunschtermins. Die Rückbestätigung enthält dann laut einer Mitteilung der Gemeinde den konkreten Termin. Anamnese- und Einwilligungsbogen sollen bereits ausgefüllt zum Termin mitgebracht werden. Mitzubringen sind der Impfpass, Personalausweis und die Versichertenkarte.

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Erstellt:
26. Dezember 2021, 15:38 Uhr
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