Online-Service der Stadt Rastatt soll besser werden

Rastatt (dm) – Bei der Digitalisierung der Verwaltungen gibt es in Deutschland noch Luft nach oben – auch in Rastatt. Nun soll das Angebot ausgeweitet werden.

Wartezeiten ade?: Baugenehmigungen, Meldebescheinigungen, Anwohnerparkausweise und mehr sollen bald auch online beantragt werden können. Symbolfoto: Bernd Settnik/dpa

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Wartezeiten ade?: Baugenehmigungen, Meldebescheinigungen, Anwohnerparkausweise und mehr sollen bald auch online beantragt werden können. Symbolfoto: Bernd Settnik/dpa

Der Stand der Digitalisierung Deutschlands in einem Bild: Ein Briefkasten, mutmaßlich in irgendeiner Behörde hängend, auf dem ein Zettel klebt mit dem Hinweis „Einwurf Online-Formulare“. Ob nun echt oder nicht, das ikonische Foto, das schon lange im Internet kursiert, ist zum Symbol geworden. Und in Rastatt wurde jüngst ein Mann, der sich per E-Mail zu einer Führung angemeldet hatte, von der Touristinfo aufgefordert, vorab persönlich vorbeizukommen, um die Teilnahmegebühr zu bezahlen. Immerhin: Die „Digitalisierungsstrategie“, die die Stadt Rastatt ab dem Frühjahr 2020 in Angriff genommen hat, verspricht jetzt baldige Besserung.

Der Gemeinderat hat die Strategie jüngst zur Kenntnis genommen und die Verwaltung mit weiteren Schritten zur Umsetzung beauftragt. Vieles davon betrifft die Verwaltung selbst, Arbeitsweisen und deren Wirtschaftlichkeit. Aber klar: Längst hat sich mit geändertem Kommunikationsverhalten und den technischen Möglichkeiten gerade auch die Erwartungshaltung der Bürger geändert: Mehr Leistungen online zur Verfügung stellen ist angesagt, schnelleres Reagieren ebenso. Nicht zuletzt, so stellt Rastatts Stadtverwaltung fest, gilt der Digitalisierungsstand einer Kommune zunehmend als „wichtiger Standortfaktor im Wettbewerb um Einwohner, Fachkräfte und Unternehmen“. Bedeutet: Der Service für „Kunden“ muss verbessert werden.

Mehr Dienstleistungen per Klick

In einem ersten Schritt sei die Umsetzung von Maßnahmen wie die Einführung von Online-Terminvereinbarungen forciert worden, heißt es in der Vorlage an den Gemeinderat. Vom Mängelmelder über Online-Fundsachenversteigerung bis hin zu Wahlscheinanträgen sind bereits Leistungen freigeschaltet. Nun soll es noch ab diesem Quartal möglich sein, Baugenehmigungen, Meldebescheinigungen und Anwohnerparkausweise zu beantragen sowie Geburtsurkunden anzufordern. Noch zu wenig. „Die Stadtverwaltung steht am Anfang der Herausforderungen“, heißt es denn auch an einer Stelle des Konzepts. Für eine „zeitnahe“ Umsetzung stehen zum Beispiel der Schwerbehindertenausweis, die Sondernutzung zur Plakatierung, Angelegenheiten der Hundesteuer, die Ausschankerlaubnis, das SEPA-Lastschriftmandat und Weiteres auf dem Zettel (dafür seien aber noch Vorarbeiten notwendig). „Perspektivisch“, so geht aus den Unterlagen hervor, sind weitere Online-Vorgänge in dreistelliger Zahl möglich.

Gerade die Pandemie habe den Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung deutschlandweit aufgezeigt, stellte Grünen-Stadtrat Roland Walter im Gemeinderat fest. Dass die Strategie nun zügig umgesetzt werden soll und der Nutzen und die Vorteile für den Bürger erkennbar sein müssen, darüber bestand denn auch Einigkeit im Gremium.

Und ja, wer online eine Führung reserviert, griff Herbert Köllner (FW) nochmals das Beispiel Touristinfo auf, der muss online auch gleich bezahlen können.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
11. Mai 2022, 09:48 Uhr
Lesedauer:
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