Onlineseminar an der HLA Gernsbach

Gernsbach (ans) – In einem Onlineseminar für die Wirtschaftsoberschüler an der Handelslehranstalt in Gernsbach ging es um die Themen Klima, Energie und Zukunft.

Bildungskampagne: Im Rahmen eines Onlineseminars erfahren die Wirtschaftsoberschüler an der Handelslehranstalt mehr über Umweltschutz. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

© picture alliance/dpa

Bildungskampagne: Im Rahmen eines Onlineseminars erfahren die Wirtschaftsoberschüler an der Handelslehranstalt mehr über Umweltschutz. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Entspannt sitzt Stefan Simones vor seinem Schreibtisch im Homeoffice. In einem Onlineseminar an der Handelslehranstalt (HLA) Gernsbach gibt der Geologe sein Wissen über die Themen Klima und Energie an die Wirtschaftsoberschüler weiter. Er ist Referent und arbeitet für den Verein Multivision mit Sitz in Hamburg.

„Ich will keinen Vortrag halten, das ist langweilig“, sagt Simones. Daher steigt er mit einem Quiz in das Seminar ein. Auf diese Weise möchte er die Klasse stärker mit einbinden. Wie viele Tonnen CO2 verursacht jede Person in Deutschland pro Jahr? Wodurch steigt der Meeresspiegel an? Aus welcher Region stammt das meiste CO2? Diese Fragen kann die Mehrheit der Schüler treffsicher beantworten: Eine Person verursacht elf Tonnen CO2 pro Jahr. Der Meeresspiegel steigt durch das Schmelzen der Eismassen. Und China, Europa sowie die USA stoßen alleine jeweils mehr CO2 aus als beispielsweise Afrika.

Simones geht auf die Antworten ein und erläutert die Hintergründe. Zum Beispiel rechne der Pro-Kopf-Konsum auch Produkte mit ein, die im Ausland produziert wurden. „Im Netz findet man oft geringere Angaben.“ Das liege daran, dass meist nicht der gesamte Konsum abgebildet werde. Zudem sei die Darstellung, dass China sehr viel mehr schädliches CO2 produziert als Deutschland, „nicht fair“, befindet der Geologe. Bei 1,4 Milliarden Chinesen sei der Pro-Kopf-Ausstoß „natürlich geringer als in Deutschland“.

Umgang mit Energie muss sich ändern

Anschließend fragt der Referent: „Müssen wir etwas am Umgang mit Energie ändern“? Die Schüler sind sich einig. Im Abstimmungstool meinen 16 der 17 teilnehmenden angehenden Abiturienten: „Sowohl Energiegewinnung als auch der Umgang mit Energie“ muss sich ändern. Aufgeteilt in drei Gruppen diskutieren sie danach im Plenum, was sie selbst ändern können – sprechen aber auch darüber, was die Regierung unternehmen könnte. Innerhalb weniger Minuten sammeln sie Ideen zu den Themenfeldern „Wohnen, Mobilität und Ernährung“.

Ihre Vorschläge reichen von einem Ausbau und der Verstaatlichung der öffentlichen Verkehrsmittel – besonders im ländlichen Raum – über eine Förderung von Forschung und Entwicklung bis zur Umstellung auf eine vegetarische Ernährung. Physiklehrer Joachim Heck ist beeindruckt von seiner Klasse und strahlt: „Ich bin stolz, wie sie sich präsentiert haben.“ Er unterrichtet seit diesem Schuljahr an anderthalb Tagen in der Woche an der HLA. In der übrigen Zeit lehrt er an der Gernsbacher Papiermacherschule.

Auch Stefan Simones zieht ein positives Fazit: „Es war sehr erfrischend. Man hat gemerkt, dass sie gut vorbereitet waren. Also ich bin sehr zufrieden.“ Was die Ampelkoalition bisher geplant habe, sei „bei Weitem nicht ausreichend, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen“, ist sich Simones sicher. Um etwas zu ändern, müssten die Menschen politisch aktiv werden. Daher appelliert er abschließend an die Schüler: „Es braucht das Engagement der Bürger.“

Zum Thema

Multivision ist ein Verein für Jugend- und Erwachsenenbildung mit Sitz in Hamburg, der bundesweit Vorträge an Schulen hält. Die Multivision wendet sich direkt an die junge Generation, um deren Zukunft es geht. Das Onlineseminar „Energievision 2050 – Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft“ wird unterstützt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Teilnahme ist für die Schulen kostenfrei. Projektträger der Kampagne sind neben dem Verein Multivision auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie die Stiftung Plant for the Planet.

www.multivision.info


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.