Oosscheuern: Mann soll Kind getötet und missbraucht haben

Baden-Baden (sga) – Nachdem im Dezember die Leiche einer Sechsjährigen in einem Haus in Oosscheuern gefunden worden ist, erhebt die Staatsanwaltschaft nun schwere Vorwürfe gegen einen 33-Jährigen.

Ort einer Tragödie: Die Spurensicherung untersucht einen Tag nach dem Fund der Leiche im Dezember, was in dem Haus passiert ist. Foto: Sarah Gallenberger/Archiv

© sga

Ort einer Tragödie: Die Spurensicherung untersucht einen Tag nach dem Fund der Leiche im Dezember, was in dem Haus passiert ist. Foto: Sarah Gallenberger/Archiv

Der Schock über den Tod eines kleinen Mädchens sitzt auch heute noch tief. Einsatzkräfte fanden die Leiche der Sechsjährigen im Dezember vergangenen Jahres nach einem Brand in einem Reihenhaus in Oosscheuern. Ein 33-Jähriger wurde nur einen Tag später des Mordes beschuldigt. Nun konkretisiert die Staatsanwaltschaft ihre Vorwürfe: Der Mann soll das Mädchen sexuell missbraucht und getötet haben.

„Die Spuren deuten darauf hin, der Beschuldigte habe dem Mädchen in der Nacht eine stark blutende, rasch zum Tod führende Schnittwunde zugefügt und sexuelle Handlungen vorgenommen“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichen Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Anschließend habe er in seiner Wohnung ein Feuer angezündet und dabei in Kauf genommen, dass sein Sohn und die im Obergeschoss schlafenden Mitbewohner durch den Brand getötet werden könnten. Danach soll er sich mit Schnittverletzungen selbst verletzt haben.

Die Spielplatzfreundin als Opfer

Was ist in dieser kalten Dezembernacht in dem Reihenhaus in Oosscheuern passiert – und wieso musste ein kleines Mädchen sterben? Antworten konnten bei damaligen Befragungen durch diese Redaktion auch nicht die Nachbarn liefern, die laut eigener Aussage entweder nichts mitbekommen oder kaum Kontakt zu den Bewohnern des Reihenhauses gehabt haben sollen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen die Staatsanwaltschaft Baden-Baden und das Kriminalkommissariat Rastatt jedoch davon aus, dass es sich bei der Sechsjährigen um eine Spielplatzfreundin des Sohnes des Beschuldigten gehandelt hat. Mit dem Einverständnis der Mutter habe sie sich zur Übernachtung in dem Haus aufgehalten, in dem ihre Leiche nur wenige Stunden später gefunden wurde.

Vor Ort stellten die Rettungskräfte von Feuerwehr und Polizei fest, dass es in einer Wohnung im Erdgeschoss zu einer Brand- und starker Rauchentwicklung gekommen war. Aus einer Wohnung im Obergeschoss wurden ein Erwachsener, ein Heranwachsender und eine Jugendliche gerettet, vor dem Haus stand bereits ein sechsjähriger Junge, der eine Rauchgasvergiftung erlitten hatte. Im Schlafzimmer: die Leiche des Mädchens.

Beschuldigter schweigt zu Vorwürfen

Der Beschuldigte sei laut Staatsanwaltschaft wenig später mit erheblichen Schnittverletzungen und einer Rauchgasvergiftung im Garten aufgefunden worden. Als der 33-Jährige in ein Justizvollzugskrankenhaus gebracht wurde, wogen die Vorwürfe gegen den Mann, der selbst Vater eines Sohnes ist, bereits schwer.

„Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Baden-Baden gegen den Beschuldigten wegen des dringenden Verdachts, einen Menschen zur Befriedigung des Geschlechtstriebes getötet zu haben (Mord), wegen versuchten Verdeckungsmordes in mehreren Fällen, wegen versuchter schwerer Brandstiftung und wegen gefährlicher Körperverletzung einen Haftbefehl“, so die Staatsanwaltschaft. Der Beschuldigte, für den weiterhin die Unschuldsvermutung gelte, habe die deutsche Staatsbürgerschaft, sei nicht vorbestraft und befinde sich weiterhin in Untersuchungshaft.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

Zum Artikel

Erstellt:
25. Februar 2022, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.