Operngala in den Kurgarten übertragen

Baden-Baden (vr) – Die Musik zu den Menschen bringen – das war die Intention bei der Übertragung der Operngala vom Festpielhaus in den Kurgarten. 400 Besucher lauschten der Sopranistin Sonya Yoncheva.

Die Operngala wird live aus dem Festspielhaus auf zwei Großbildleinwände vor dem Casino und in der Muschel übertragen.  Foto: Veruschka Rechel

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Die Operngala wird live aus dem Festspielhaus auf zwei Großbildleinwände vor dem Casino und in der Muschel übertragen. Foto: Veruschka Rechel

Als jüngstes Mitglied im erlauchten Kreis des Weltkulturerbes zeigte sich Baden-Baden noch am selben Abend dieser Auszeichnung in mehrfacher Hinsicht würdig.
Als das Festspielhaus die Premiere die Übertragung seines Konzertes auf die Leinwand im Kurgarten feierte, um „Musik in die Stadt zu tragen“, stimmte einfach alles. Der Himmel blieb weitestgehend trocken, sodass die Blumen vor dem Kurhaus ihre malerische Farbenpracht voll ausleben konnten und sich das zahlreich erschienene Publikum in lauer Luft dem Kunstgenuss hingeben konnte: der Operngala mit der international gefeierten Sopranistin Sonya Yoncheva, begleitet von den Würth Philharmonikern unter der Leitung von Domingo Hindoyan.

Die Operngala wurde live aus dem Baden-Badener Festspielhaus auf zwei Großbildleinwände übertragen, die in der Konzertmuschel und neben dem Casinogebäude standen. Die rund 400 kostenfreien Plätze waren bereits zwei Tage nach der Ankündigung online vergeben. Diesen musikalischen Leckerbissen wollten sich viele nicht entgehen lassen. Apropos lecker: „Unsere rund 150 Außenplätze sind alle belegt“, freute sich Sandra Lampricht, Leiterin des Kurhausrestaurants. Gleichzeitig Gaumen- und Ohrenschmaus genossen beispielsweise Renate und Klaus Hartmann aus Baden-Baden. „Einen schöneren Kompromiss hätten wir nicht machen können, denn mein Mann wollte essen gehen und ich das Open Air-Konzert sehen“, schwärmte Ehefrau Renate.

Monika Rieger (links) und Anneliese Fischer aus Baden-Baden lassen sich den Musikgenuss nicht entgehen.  Foto: Veruschka Rechel

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Monika Rieger (links) und Anneliese Fischer aus Baden-Baden lassen sich den Musikgenuss nicht entgehen. Foto: Veruschka Rechel

Wie sehr die Menschen nach so einem Kunstgenuss ausgehungert waren, zeigte sich daran, dass viele für den Regen gerüstet waren. „Wir hätten uns auch von schlechtem Wetter nicht vertreiben lassen“, sagten Kornelia und Ralf Ullrich aus Hockenheim, die zwar luftig angezogen waren, aber Wetterfestes im Rucksack dabei hatten. Die elegant gekleideten Freundinnen Monika Rieger und Anneliese Fischer aus Baden-Baden hatten vorsichtshalber einen Taschenschirm dabei. „Es ist einfach ein toller Einstieg nach Corona und zum Weltkulturerbe“, sagten beide begeistert.

„Technisch ein Kraftakt“

Das fand auch Rüdiger Beermann, Medien- und Kommunikationsdirektor des Festspielhauses. Mit rund 20 Mitarbeitern unter Organisatorin Nicole Friedel war er vor Ort. „Ursprünglich hatten wir dieses Open-Air-Event als großes Saisonfinale nach Corona geplant,“ sagte er. Corona gäbe es zwar immer noch, aber man wollte trotzdem nicht auf diese Geste verzichten. „Technisch betrachtet ist dieser Livestream im Freien ein Kraftakt, weil das Zeitfenster durch die Lage mitten in der Stadt sehr knapp ist“, erklärte Beermann. Deshalb sei dies ein Probelauf für die nächsten Jahre, denn das Festspielhaus möchte einmal jährlich mit so einer Veranstaltung einen Teil dazu beitragen, die Vision von Baden-Baden als Sehnsuchtsort umzusetzen.

Wer nicht dabei war, kann sich das Konzert zum Kinopreis im Internet (www.digitalfestivalhall.de) anschauen.

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Erstellt:
26. Juli 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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