Ordnungsamt nimmt Eishalle unter die Lupe

Hügelsheim/Rheinmünster (dms) – Ein Besucher moniert Hygienemängel und Verstöße gegen die Corona-Verordnung in der Eishalle auf dem Baden-Airpark. Betreiber und Sicherheitsfirma widersprechen.

Besucher erhebt Vorwürfe: An einem Sonntag soll in der Eishalle auf dem Baden-Airpark nicht auf Maskenpflicht und Mindestabstände geachtet worden sein. Foto: Frank Vetter

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Besucher erhebt Vorwürfe: An einem Sonntag soll in der Eishalle auf dem Baden-Airpark nicht auf Maskenpflicht und Mindestabstände geachtet worden sein. Foto: Frank Vetter

Hygienemängel und Verstöße gegen die Corona-Verordnung will ein Besucher der Eishalle am Baden-Airpark wahrgenommen haben, die vom ESC Hügelsheim betrieben wird. Der Betreiber und die Sicherheitsfirma widersprechen den Vorwürfen. Das Ordnungsamt der Gemeinde Rheinmünster war vor Ort.
Keiner der Mitarbeiter hätte einen Mund- und Nasenmaske getragen. „Die Leihschlittschuhe wurden nach Rückgabe nicht desinfiziert“, so ein Vorwurf des Besuchers. Nach seiner Einschätzung seien auch viel zu viele Menschen in der Halle auf einmal auf engem Raum auf dem Eis gewesen. Es gab „keine Abstandskontrollen oder Hinweise von Mitarbeitern auf die Maskenpflicht“. Ferner hätte auf dem Eis kaum jemand eine Maske getragen. „Es gab auch keine Möglichkeit sich die Hände zu desinfizieren.“ Die sanitären Einrichtungen seien „ekelerregend und definitiv nicht sauber“. Trotz FFP2-Maske habe der Besucher im gesamten Innenbereich Schimmelgeruch wahrgenommen, auch im gastronomischen Bereich

Hinweise werden ernst genommen

Die Verantwortlichen widersprechen. „Dem kann ich so natürlich nicht zustimmen“, sagt Pascal Winkel, sportlicher Leiter der Baden Rhinos des ESC Hügelsheim, der die Eishalle betreibt. Das Ordnungsamt war am Mittwoch aufgrund der Vorwürfe vor Ort; bei der Begehung der Sportstätte gab es laut Winkel keine Beanstandungen.

„Das gemeindliche Ordnungsamt nimmt Hinweise zu vermeintlichen Verstößen gegen die Bestimmungen der Corona-Verordnung sehr ernst und geht diesen nach“, sagt Juliane Oser vom Rheinmünsteraner Ordnungsamt auf Nachfrage. „Das geltende Hygienekonzept des Vereins wurde angefordert und dessen Umsetzung besprochen, beziehungsweise überwacht.“ Das Ordnungsamt stehe weiterhin im Austausch mit dem Betreiber.

„Abgesegnetes Hygienekonzept“

„Die Gegebenheiten auf der Eisfläche sind ganz klar in unserem Hygienekonzept beschrieben“, erklärt der sportliche Leiter der Rhinos. Auf der Eisfläche gelte bei der Ausübung von Sport keine Maskenpflicht und auch die Mindestabstände könnten nicht eingehalten werden. „Sobald aber der Eisläufer die Eisfläche verlässt, muss er eine Maske aufziehen.“ Winkel fühlt sich vor den Kopf gestoßen. Er fragt sich, warum der Besucher nicht persönlich auf den Verein zugekommen ist. „Wenn ich etwas zu klären habe, gehe ich auf die Betroffenen zu.“ Er wisse nicht, wie er die Sache bewerten soll. „Wir haben ein vom Ordnungsamt abgesegnetes Hygienekonzept, das dort auch in der aktuellen Form vorliegt“, so Winkel.

Ein eigens dafür eingestellter Sicherheitsdienst überprüft den Einlass und die Einhaltung der 2G-Plus-Regel sowie die Maskenpflicht. „Der Sicherheitsdienst kostet uns jeden Monat eine Menge Geld“, sagt Winkel, der der Firma vertraut. Die Eishalle werde vom Verein ehrenamtlich betrieben. Zu den anderen Vorwürfen sagt Winkel, dass genügend Handdesinfektionsspender aufgebaut sind. „An jeder Kabinentür hängt einer.“ Im Toilettenraum soll nun zusätzlich einer angebracht werden. „Das wurde während der Begehung am Mittwoch bemängelt, weil der andere Spender zu weit entfernt wäre“, sagt Winkel.

„Maskenpflicht auf dem Eis entfällt“

Beim Thema Schimmel verweist der sportliche Leiter der Rhinos auf das feuchte Klima in der Halle. Die Eishalle und die benachbarten Curling-Bahnen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von den Kanadiern gebaut. „Die Feuchtigkeit ist immer mal da.“ Der Verein habe alles so weit wie möglich behoben.

Auch der Geschäftsführer der beauftragen Sinzheimer Sicherheitsfirma „DL-Event“ ist überrascht. „An diesem Tag war auf dem Eis eigentlich nichts los“, sagt Dominik Linderer. Es seien zwischen 60 und 70 Leute an dem besagten Sonntagvormittag da gewesen. Er sei an dem Tag selbst vor Ort gewesen und habe noch mal in den Aufzeichnungen nachgesehen. „Es gab weder im Berichts- noch im Vorkommnisbuch einen Eintrag“, so Linderer.

Er glaubt, dass der Besucher die Corona-Auflagen nicht richtig kenne. „Die Maskenpflicht auf dem Eis entfällt“, erklärt der Chef der Sicherheitsfirma. In Linderers Firma werde ausgebildetes und zertifiziertes Personal eingesetzt. Dass seinen Mitarbeitern bei 60 bis 70 Leuten etwas durchrutscht, ist eher unwahrscheinlich, meint er. Die seien ganz andere Dimensionen gewohnt. Wenn die Rhinos in der Regionalliga spielen, kommen bis zu 400 Personen.

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Ihr Autor

Dominik Schneider

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Erstellt:
20. Januar 2022, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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