Ortsdurchfahrt Loffenau: Letzter Akt

Loffenau (stj) – Der Gemeinderat hat die Arbeiten für den vierten und letzten Ausbauabschnitt der Loffenauer Ortsdurchfahrt vergeben. Damit biegt das Projekt nach 24 Jahren auf die Zielgerade ein.

Im Februar 2022 soll nach mehr als zwei Jahrzehnten die Ortsdurchfahrt durch Loffenau komplett saniert sein. Als Letztes wartet die Obere Dorfstraße. Foto: Stephan Juch

© stj

Im Februar 2022 soll nach mehr als zwei Jahrzehnten die Ortsdurchfahrt durch Loffenau komplett saniert sein. Als Letztes wartet die Obere Dorfstraße. Foto: Stephan Juch

Die Landstraße 564 ist eine wichtige Verbindung vom Murgtal in den Nachbarlandkreis Calw. Der Zustand ist seit Jahren bedenklich. Das gilt insbesondere für den Abschnitt jenseits der Ortsgrenze von Loffenau bis nach Bad Herrenalb. Aber auch die Ortsdurchfahrt ist ein Sanierungsfall. Seit mittlerweile 24 Jahren wird diese Stück für Stück ausgebaut. Jetzt hat der Gemeinderat die Arbeitsvergabe für den letzten Akt beschlossen.

Und die Kommunalpolitiker hatten dabei auch monetär Anlass zur Freude, denn das Submissionsergebnis fällt im Vergleich zur Kostenberechnung um 266.000 Euro niedriger aus. „Das verschafft uns für das Haushaltsjahr 2021 etwas Luft“, blickte Bürgermeister Markus Burger voraus. Rund 2,3 Millionen Euro dürfte der vierte Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt insgesamt kosten. In Loffenau erwartet man etwa 722.000 Euro an Landeszuschüssen. Neben der enormen finanziellen Belastung für die kleine Gemeinde bedeutet der Ausbau natürlich teilweise erhebliche Verkehrseinschränkungen sowie sehr viel Verwaltungsaufwand. „Das wird uns das ganze Jahr über ganz arg fordern“, betonte Daniela Tamba, die Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste im Loffenauer Rathaus.

Vier Bauabschnitte mit verschiedenen Straßensperrungen und -umleitungen

Das Bauvorhaben in der Oberen Dorfstraße sei relativ kompliziert, hatte das Waldbronner Büro Müller Ingenieure bei der konkreten Vorstellung im September bereits betont. Vier Bauabschnitte mit verschiedenen Straßensperrungen und -umleitungen sind geplant. Allerdings musste man damals noch von höheren Kosten ausgehen, weil es im letzten Sanierungsbereich der L 564 deutlich mehr Wasseranschlüsse gibt als weiter unten im Ort und sich überdies höhere Kosten für die Beweissicherung in Corona-Zeiten sowie rund 30.000 Euro für die Glasfaser-Verlegung hinzugesellten. Umso erfreulicher sei nun das positive Ausschreibungsergebnis, das die Firma Reif (Rastatt) vorne sah. Sie wird nun im kommenden Februar mit dem Ausbau beginnen, der voraussichtlich im Februar 2022 abgeschlossen werden kann.

Das Land trägt die Kosten für die Erneuerung der Straße sowie den Rückbau des ehemaligen Bachbetts. Die Gemeinde trägt die Kosten für die Erneuerung der Gehwege, der Wasser- und Abwasserleitungen sowie der Leerrohre für den späteren Breitbandausbau. Vorbehaltlich etwaiger Veränderungen an der Kostenaufteilung zwischen Land und Gemeinde ergibt sich den aktuellen Berechnungen zufolge diese Projektfinanzierung (alles brutto): Baukosten Land 722.000 Euro, Baukosten Gemeinde 1,36 Millionen Euro, Ingenieurkosten (Planung, Betreuung, Gutachten, Vermessung) 238.000 Euro – macht einen Gesamtbetrag von 2,32 Millionen Euro. Der Ausbau der L564 in der Ortsdurchfahrt Loffenau wird im Maßnahmenplan Landesstraßen des baden-württembergischen Verkehrsministeriums aufgelistet. Eine Erhaltungsmaßnahme außerhalb der Ortsdurchfahrt hingegen fehlt dort, wie Bürgermeister Burger bedauert. Darauf wird man also im Murgtal und im Nachbarlandkreis wohl noch lange warten müssen.

Zum Artikel

Erstellt:
3. Dezember 2020, 09:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.