Ortsrundgang mit OB Mergen durch Steinbach

Baden-Baden (cn) – OB Margret Mergen ist beim Ortsrundgang in Steinbach sichtlich verärgert über den „Schandfleck“ im Städtl und berichtet über weitere Diskussionsthemen.

Zwei Häuser des historischen Gebäudeensembles in Steinbach haben inzwischen Balkone. Foto: Christina Nickweiler

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Zwei Häuser des historischen Gebäudeensembles in Steinbach haben inzwischen Balkone. Foto: Christina Nickweiler

Die Zukunft der Yburg, eine Vertretung der Rebländer Winzer in der Trinkhalle und die Entwicklung weiterer Pflegeangebote in Steinbach – bei einem Ortsrundgang mit Oberbürgermeisterin Margret Mergen am Montag in Steinbach standen etliche Themen auf der Tagesordnung, die den Menschen unter den Nägeln brennen.

Am Ausgangspunkt, der Tagespflegestätte, stellte Alexander Wieland von der stadteigenen Gesellschaft zur Stadtentwicklung (GSE) die Erweiterungspläne der Einrichtung in der Sommerstraße am Ortseingang von Steinbach vor. Demnach soll das Gebäude Richtung Westen verlängert werden, um einen barrierefreien Zugang in jede Etage des Hauses zu gewährleisten. Das Bauantragsverfahren beginne in den nächsten Wochen, kündigte Wieland an. Zuvor informierte die Leiterin der von der Caritas betriebenen Tagespflegestätte, Manuela Lang, über die Entwicklung. 75 Gäste werden dort momentan tagsüber betreut. Das Mittagessen werde frisch zubereitet. Mit dem Anbau sollen weitere 15 Plätze geschaffen werden. Es gäbe Personen mit hohem Pflegeaufwand. Wenn die Tagespflege nicht mehr funktioniere, dann stehe meist eine stationäre Vollpflege an, berichtete Lang von ihren Erfahrungen.

Alexander Wieland informiert über die Pläne für das ehemalige Gebäude der Lebenshilfe. Foto: Christina Nickweiler

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Alexander Wieland informiert über die Pläne für das ehemalige Gebäude der Lebenshilfe. Foto: Christina Nickweiler

In diesem Zusammenhang erfuhren die Anwesenden, dass bis Mitte kommenden Jahres die Umbauarbeiten am Pflegeheim in der Dr.-Arweiler-Straße mit rund 65 Pflegeplätzen wieder in Betrieb gehen soll. Bezüglich des von der Stadt Ende 2020 berechneten mittelfristigen Pflegebedarfs in der vollstationären Pflege und den Interessen der Schwarzwaldwohnstift Bühl (SWB), in der Gärtnerstraße ein Projekt des betreuten Wohnens für Senioren zu realisieren, stellte sich Mergen hinter den politischen Willen des Rebland-Ortschaftsrates, der keine Seniorenresidenz will.

In der Sommerstraße erfuhren die Bürger, dass das Gebäude, in dem die Lebenshilfe untergebracht war, von der GSE mittlerweile gekauft wurde. Dort sollen 23 Wohnungen zur Vermietung entstehen. Zwar seien dort aktuell noch einige Büros der Lebenshilfe ausgelagert, zum Jahreswechsel soll das Gebäude aber geräumt sein, so Wieland. Über den Fortgang der Arbeiten in der Yburgstraße an der Einmündung Steinbacher Straße informierte Dominique Leible vom Fachgebiet Tiefbau am Postplatz. Jedoch erstickte der Verkehrslärm rund um den Postplatz das Gros der Ausführungen. Die Anwesenden konnten sich trotzdem optisch von der Bauentwicklung überzeugen.

„Das ist wirklich ein Schandfleck, das tut uns allen weh“

Optisch gewandelt hat sich auch das Erscheinungsbild neben dem Trümmerbau im Städtl. Die Eigentümer der beiden bereits fertiggestellten Häuser haben mittlerweile Balkone an die Häuser anbauen lassen. Mergen informierte, dass der Eigentümer des denkmalgeschützten Gebäudes, an dem unerlaubt das Dachgeschoss abgetragen worden war, nicht auffindbar sei. Sie sprach von mehreren Krisengesprächen in den Reihen der Stadt. „Das ist wirklich ein Schandfleck, das tut uns allen weh“, kommentierte die OB.

Ebenso denkmalgeschützt ist die alte Schule an der Ecke Steinbacher Straße/Grabenstraße. Hier informierte die OB über Pläne der Verwaltung, nach entsprechender Ertüchtigung eine zentrale Ortsverwaltung einzurichten. Dabei erfuhren die Anwesenden, dass die derzeit im Gebäude untergebrachte Musikschule in die Grundschule umziehen werde.

Die Grundschule war sodann auch der Ort, wo die Exkursion durch Steinbach endete und Fragen zu verschiedenen Themen erörtert werden konnten. Neben der Einrichtung einer Mandelblütenbaumallee entlang der badischen Weinstraße kam die geplante Vinothek der Weinbaubetriebe aus dem Rebland zur Sprache. Der Standort in der Trinkhalle sei laut dem Vorsitzenden des Fördervereins Wein, Tourismus, Kultur und Kunst, Klaus Bloedt-Werner, nur eine vorübergehende Lösung, da dort künftig ein Info-Zentrum zum Welterbe einziehen wird.

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Erstellt:
29. September 2021, 11:00 Uhr
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