Osterhase und Henne bei den Giersteinen

Forbach (mhr) – Der Kleintierzuchtverein Bermersbach verteilt am Ostersonntag Überraschungsnester in der Gesamtgemeinde Forbach.

In diesem Jahr sind Osterhase und Henne in anderer Form bei den Bermersbacher Giersteinen. Foto: Margrit Haller-Reif

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In diesem Jahr sind Osterhase und Henne in anderer Form bei den Bermersbacher Giersteinen. Foto: Margrit Haller-Reif

Kinder lieben die Aktion und auch Erwachsene haben ihren Spaß daran. Die traditionelle Osternestsuche des Kleintierzuchtvereins Bermersbach an den Giersteinen erfreut sich stets großer Beliebtheit. In Corona-Zeiten fällt sie notgedrungen anders aus als gewohnt: Der Kleintierzuchtverein bringt am Ostersonntag Osternester zu den Kindern in der Gesamtgemeinde Forbach.

Hildegard und Karl-Heinz Weber, Vorstandsduo beim Kleintierzuchtverein Bermersbach, sind ein gutes Gespann. Das sogenannte „Osterhasensuchen“ war ihre erste Aktion, um den Kindern der Vereinsmitglieder „eine Freude zu machen.“ Treffpunkt war am Rathaus, der Osterhase marschierte vorneweg, gefolgt vom Musikverein und erwartungsvollen Kindern samt Eltern und Großeltern. Anfangs wanderte der Osterzug zum ehemaligen Golfplatz in der Nähe der Ebet-Mühle. Dort wurden mit Feuereifer und großer Begeisterung die von Vereinsmitgliedern versteckten und mit Namen versehenen Osternester gesucht – und meistens auch gefunden.

Die Aktion kam so gut an, „dass wir sie auf die Kinder von ganz Bermersbach ausgeweitet haben“, blickt Hildegard Weber zurück. Als der Golfplatz wegen mangelnder Nutzung aufgegeben worden war und das Gelände ab 2002 zum Stifterhain und Streuobstwiesen-Biotop deklariert wurde, boten sich die Giersteine als „prima Alternative“ an. Von da an begleitete eine fesche Henne den stolzen Osterhasen auf dem Weg dorthin. Wenn Karl-Heinz Weber eine jedes Jahr wechselnde Geschichte über Osterbräuche vorgelesen hatte, startete die Nestsuche.

Kind in Bremen sicher: Osterhase lebt im Nordschwarzwald

Irgendwann wurde der Kreis der Kinder immer größer, stießen immer mehr auswärtige Familien dazu, sodass teils über 100 Osternester versteckt werden mussten. Aus Baden-Baden und Rastatt kamen die Nestsucher, sogar der kanadische oder Berliner Besuch von Familien ließ sich vom Bermersbacher „Osterhasensuchen“ begeistern.

Das Enkelkind eines Bermersbacher Züchters geriet mit seiner Erzieherin in einem Kindergarten in Bremen gar in Streit wegen des „lebendigen“ Osterhasen im Nordschwarzwald. Das Kind bestand darauf, dass es einen solchen bei Oma und Opa tatsächlich gäbe. Am Tag darauf klärte ein Beweisfoto die Erzieherin entsprechend auf.

Coronabedingt musste die Osteraktion des Kleintierzuchtvereins umgestaltet werden. Eins aber stand fest: „Wir wollten den Kindern die Freude am Osternestsuchen nicht verderben.“

Nachdem die Aktion 2020 ausgefallen war, entschied die Vereinsverwaltung, dass sie in diesem Jahr wieder neu belebt werden soll. Für die spezielle Variante nahmen die Webers bisher 25 Anmeldungen entgegen: Am Ostersonntag werden die von Vereinsmitgliedern bestückten Osternester verteilt und frühmorgens vor den entsprechenden Haustüren „versteckt“.

„Wir würden uns natürlich riesig freuen, wenn im nächsten Jahr wieder alles einigermaßen normal abläuft“, sagen Hildegard und Karl-Heinz Weber hoffnungsvoll. „Und auch darauf, dass wieder zahlreiche Anmeldungen bei uns eingehen und die Kinder den Osterhasen und die Henne wieder zu den Giersteinen begleiten dürfen.“ Hasen und Hennen spielen im Leben der Webers das ganze Jahr über eine große Rolle. Seit mehr als 50 Jahren züchten sie Kaninchen und verschiedene Geflügelarten.

Damit die Tiere gut versorgt werden können, bewirtschaften sie zusammen mit Sohn Alexander mehrere Hektar Wiesenfläche. Neben Grünfutter im Sommer füllt das Heu für den Winter vier Tiroler Heuhütten.

Das „Hasenhaus“ bevölkern derzeit knapp 100 putzige Jungkaninchen. Als Osterhasen taugen sie allerdings nicht wirklich. Um in die „Osterschule“ gehen zu können, sind sie schlichtweg zu klein.

Apropos: Eine Entschädigung für das ausfallende Osternestsuchen hat der Kleintierzuchtverein indes nicht nur für die Kinder parat. Den Osterhasen und die Henne gibt es auch in diesem Jahr zu sehen. Als stattliche Strohfiguren erfreuen sie an den Giersteinen über die Ostertage kleine und große Besucher – flankiert werden sie auch diesmal von einer Ostergeschichte.

 Hildegard und Karl-Heinz Weber haben wieder Osternester für Kinder vorbereitet. Foto: Margrit Haller-Reif

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Hildegard und Karl-Heinz Weber haben wieder Osternester für Kinder vorbereitet. Foto: Margrit Haller-Reif


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