Ottenau: Kunstrasenplatz fürs Murgstadion

Gaggenau (tom) – Aus einer Stammtisch-Idee erwächst ein Projekt. In der Vorstandsetage der SV Ottenau plant man einen Kunstrasenplatz.

Am nordwestlichen Ende des Ottenauer Rasenplatzes (rechts im Bild) soll der Kunstrasen gebaut werden. Foto: Peter Kraft

© Peter Kraft

Am nordwestlichen Ende des Ottenauer Rasenplatzes (rechts im Bild) soll der Kunstrasen gebaut werden. Foto: Peter Kraft

Die Fußballabteilung hofft, dass er möglichst noch Ende 2022 in Betrieb gehen könnte, zum hundertjährigen Bestehen der Abteilung.

Am nordwestlichen Ende des Stadions, da, wo jetzt ein kleiner Trainingsplatz vorhanden ist, soll sich der neue Kunstrasenplatz erstrecken. Ebenfalls quer zum großen Spielfeld und vor allem zum Trainieren, erläuterte Markus Quarz im BT-Gespräch. Quarz ist Abteilungsleiter Fußball. Der jetzige Rasenplatz soll kürzer werden und einige Meter näher an das Clubhaus rücken. Dies werde auch dazu führen, dass die bislang abgeschrägte Böschung neu gestaltet werden müsse.

Zwar steht der SVO derzeit noch der Hartplatz bei der Merkurschule zur Verfügung. Doch sei dieser bei den Mitgliedern wenig beliebt. Er ist rund einen Kilometer vom Ottenauer Clubhaus entfernt. Und nicht zuletzt: „Unsere Mitglieder sehen hier den Rasenplatz als ihre Heimat an“, sagt Quarz.

Stadtverwaltung erteilt Baugenehmigung

Die Bestätigung vom Südbadischen Fußballverband liege bereits vor, dass man mit den angestrebten 90 mal 60 Quadratmetern die erforderlichen Mindestmaße erfüllen würde. Die Baugenehmigung seitens der Stadtverwaltung liege seit Freitag vor. Das ist zwar noch nicht die Baufreigabe, aber ein wichtiger Schritt, freut sich Quarz. Seit dem 8. Februar laufe das Antragsverfahren bei der Stadtverwaltung. Und da gab es bislang bereits einige Hürden zu überwinden. Zum einen musste ein Lärmgutachten erstellt werden. Zwar hatten, so berichtet Quarz, alle Angrenzer versichert, dass sie sich durch den neuen Platz nicht gestört fühlen würden. Doch biete dies nicht die notwendige Rechtssicherheit – zum Beispiel für den Fall, dass nach dem Verkauf einer Immobilie neue Eigentümer ihre Bedenken gegen den Spiel- oder Trainingsbetrieb vortragen. Auch ein Lichtgutachten sei erstellt worden. Denn eine neue Flutlichtanlage könne nächtens durchaus nicht nur Nachbarn, sondern auch die Tierwelt beeinträchtigen.

Ein ganz wichtiges Thema ist darüber hinaus der Hochwasserschutz. Das Stadion liegt im Überschwemmungsbereich der unmittelbar vorbeifließenden Murg. Bei einem hundertjährlichen Hochwasser wäre der Murgdamm an dieser Stelle etwa 30 Zentimeter hoch überflutet. „Sehr viele Abstimmungsgespräche, das hat sich sehr in die Länge gezogen“, bilanziert Quarz die Bemühungen. Fakt sei: Der Aushub für den neuen Platz muss abgefahren werden. Der Kunstrasen an sich erhöhe nicht die Überschwemmungsgefahr, denn Regenwasser werde durch die Drainage abgeleitet.

Pläne für den alten Hartplatz

Gerd Pfrommer, der Vorsitzende des Gaggenauer Sportausschusses, unterstützt das Vorhaben. Er richtet auch den Blick auf den Hartplatz bei der Merkurschule. Dieser könne künftig von der Schule im Rahmen ihres Sportprofils genutzt werden, zum Beispiel mit einem Kleinspielfeld und Leichtathletikanlagen. Darüber hinaus blieben „Flächen für nichtsportliche Zwecke“, wie es Pfrommer formuliert – und da spricht der Kommunalpolitiker Pfrommer, der als Chef der SPD-Fraktion im Gemeinderat natürlich weiß, was in Gaggenau dringend gebraucht wird: Platz für einen oder zwei kleinere Betriebe. Diese Überlegung ist nicht abwegig, schließlich grenzt der Hartplatz an das Gewerbegebiet, das sich entlang von Pionierweg und Max-Roth-Straße erstreckt. Neben der SVO nutzt derzeit noch Croatia Gaggenau den Hartplatz für ihren AH-Betrieb. Er sei sicher, dass man mit und für Croatia eine gute Lösung finden werde, sagt Pfrommer.

Was der neue Kunstrasenplatz kosten werde, das will die SVO noch nicht öffentlich benennen. Aber man muss keine Interna kennen, um abzuschätzen, dass der neue Rasenplatz mit einem hohen sechsstelligen Betrag in der Finanzkalkulation des Bezirksligisten aufschlagen wird. Zuschüsse bekomme man vom Deutschen Sportbund in Höhe von 168.000 Euro, bilanziert Quarz. Guter Dinge ist man auch, dass die Stadt Gaggenau entsprechend ihrer Förderrichtlinien einen Zuschuss über zehn Prozent der förderfähigen Kosten gewähren werde.

Näheres werde der Verein bei seiner Jahreshauptversammlung am 1. Oktober bekanntgeben. Neben der Fußballabteilung besteht die SV Ottenau aus den Sparten Leichtathletik, Tischtennis und Turnen. Auch diese gilt es vom Vorhaben zu überzeugen. Markus Quarz ist optimistisch: „Wir sind ein gesunder Verein, das Clubhaus ist bezahlt, der Kabinentrakt ist renoviert.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
22. August 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
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