Ottersdorfer Obstlehrpfad wird nächstes Jahr erweitert

Rastatt (ar) – Derzeit roden Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Eschen und Pappeln auf einem Grundstück. Hier sollen im kommenden Jahr 25 Bäume mit alten Sorten den Lehrpfad ergänzen.

Vorsitzender Francis Moog (rechts) und die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Ottersdorf räumen den Weg frei für den Lückenschluss am Obstlehrpfad. Foto: Anne-Rose Gangl

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Vorsitzender Francis Moog (rechts) und die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Ottersdorf räumen den Weg frei für den Lückenschluss am Obstlehrpfad. Foto: Anne-Rose Gangl

Vor drei Jahren feierte der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Ottersdorf seinen 80. Geburtstag. Im gleichen Jahr wurde der Obstlehrpfad eingeweiht, der aufgrund seiner zweisprachigen Beschilderung und seines Reichtums an alten Obstsorten einzigartig und weit über die Region hinaus bekannt ist. Der rund 2,2 Kilometer lange Weg soll nun über eine rund 240 Meter lange Querverbindung am „Wollschum“ zu einem Rundweg geschlossen werden.

Markgraf Karl Friedrich von Baden, der im Jahr 1780 seinen Untertanen im Riedort 200 Obstbäume geschenkt hatte, legte einst das Fundament für den Obstbau in Ottersdorf. Auch wenn es noch weitere 150 Jahre dauern sollte, bis Emil Jung im März 1937 mit 22 Gleichgesinnten den OGV Ottersdorf ins Leben rief, hatten die Streuobstbestände einen großen Stellenwert – bis heute. Die Bäume werden von den engagierten Mitgliedern gehegt und gepflegt.

Als Francis Moog, seit 28 Jahren Vorsitzender des OGV Ottersdorf und Mitbegründer des OGV im elsässischen Scheibenhard, den Verein übernahm, hatte er die Vision, im Rahmen des grenzüberschreitenden Kulturprojekts Pamina-Rheinpark einen zweisprachigen Obstlehrpfad zu schaffen. Viele Hundert ehrenamtliche Arbeitsstunden leisteten die Mitglieder, um den 2,2 Kilometer langen Obstlehrpfad anzulegen. Entlang des Wegs, der hinter der Grundschule Ottersdorf einerseits und hinter der Waldstraße andererseits begonnen werden kann, stehen rund 200 Obstbäume, die Interessierte kennenlernen können.

Viele dieser historischen Apfel- und Birnensorten gibt es selbst in Baumschulen nicht mehr, und so ist man stolz auf alte heimische Sorten mit Namen wie „Ingrid Marie“, „Kaiser-Birne“, „Ottersdorfer Tiefputzer“ und viele mehr.

Im Zuge der städtischen Aufforderung der Verkehrssicherungspflicht, insbesondere bei geschädigten Eschenbäumen, nachzukommen, tat sich für den OGV Ottersdorf die glückliche Fügung auf, dass Grundstückseigentümer entlang des Wegs am „Wollschum“ bereit waren, ihre Grundstücke zu verpachten. Der Verein hat rund 33 Ar für 50 Jahre gepachtet. Und wieder standen 15 aktive Mitglieder parat, um nach Genehmigung des Umweltamts des Landratsamts Rastatt an zwei Samstagen die dortigen Eschen und Pappeln sowie den raumgreifenden Unterwuchs zu roden. Einzig eine 50 Jahre alte Eiche blieb bei der Aktion stehen. Ein Forstmulcher wird in den kommenden Wochen die verbleibenden Baumstümpfe abfräsen, wie Francis Moog erklärte.

Im nächsten Frühjahr soll zunächst eine heimische Wiesenblumenmischung eingesät werden, bevor im Spätjahr 2021 bis zu 25 junge Apfel- und Birnenbäume gepflanzt werden. „Wir setzen wieder nur alte, erhaltenswerte Sorten, damit wir so einen sogenannten Genpool schaffen“, verdeutlichte Pascal Uhrig vom OGV-Vorstand.

Rund 3.000 Euro investiert der OGV Ottersdorf in diese Aktion, wobei die Kosten für die Neupflanzung noch nicht einberechnet sind, weshalb sich der Verein über eine finanzielle Beteiligung freuen würde.

Eine weitere Aufwertung erhält damit der Obstlehrpfad, der bereits zweimal den Umweltpreis der Stadt Rastatt erhalten hat und den jedes Jahr unzählige Schulklassen und Spaziergänger besuchen. Auch der NABU sowie Stadt und Landkreis kooperieren gerne mit den Ottersdorfer Naturliebhabern.

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Erstellt:
8. Dezember 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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