Ottersdorferin verleiht alten Zapfen neuen Glanz

Rastatt (kba) – Die Ottersdorfer Hobby-Kunsthandwerkerin Helga Schaible bastelt gerne mit Materialien, die sie in der Natur findet. Ihr Meisterstück sind Zapfenbäumchen mit Moos und Kugeln.

Bis zu fast einem Meter hoch werden die Zapfenbäumchen von Helga Schaible. Foto: pr

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Bis zu fast einem Meter hoch werden die Zapfenbäumchen von Helga Schaible. Foto: pr

Zum Thema, was man mit Materialien aus der Heimat so basteln kann, sollen in der Sendung „Tee oder Kaffee“, dem Nachmittagsmagazin des SWR aus Stuttgart, nun auch die Weihnachtsbäumchen aus Zapfen und Moos der Ottersdorfer Kunsthandwerkerin Helga Schaible ihren Platz bekommen.

Raffinierte Dekorationen

Fast alles ist selbst gesammelt, wurde sortiert, gewaschen und sorgfältig getrocknet. So gerne sie auch an raffinierten Dekorationen in trendigen Farben tüftelt: das Wichtigste, „das Grundgerüst“, wie die Hobby-Kunsthandwerkerin Helga Schaible es selbst gerne nennt, kommt immer aus der Natur, das meiste aus dem Wald – allen voran die vielen Fichten-, Tannen- und Kiefernzapfen. „So vorbereitet duften sie dann richtig nach Wald - und nur noch danach!“ Schaible lacht. Das fände sie immer wieder herrlich. Mit den drei Familienhunden war sie ohnehin täglich draußen, freute sich an den Farben und Formen, den Düften und Früchten. Irgendwann fing sie an, sie einzusammeln und dann damit zu basteln. Erst einfache, klassische Gestecke, zu denen sich bald aber auch kompliziertere Konstruktionen und Entwürfe gesellten.

Doch erst im vergangenen Jahr wagte sie es, ihre Werke auch zum Verkauf anzubieten. Mit Erfolg. Kränze, Gestecke, Sterne – gut 30 Werke fanden zum Jahresende in der Kelterei in Ottersdorf trotz der knappen Öffnungszeiten am Mittwoch von 16 bis 18 Uhr schnell Liebhaber.

Jedes Bäumchen ist einzigartig

Ihr Meisterstück und der Verkaufshit aber sind die imposanten Zapfenbäumchen mit Moos und Kugeln. Seit Juni arbeitete sie dieses Jahr bereits Vorbestellungen ab und hat nun schon 13 davon hergestellt. Keines ist wie das andere, jedes ist einzigartig, manche sind in Farbe und Größe nach den Wünschen der Auftraggeber gefertigt.

Wie auch die meisten ihrer anderen Werke, brauchen die Bäumchen keine Styropor-Stütze. Ein nachhaltiges Herz aus alten Zeitungen und Stoff verleiht ihnen die nötige Stabilität. Auch daran hat Schaible getüftelt. Das größte mit einer Höhe von circa 87 Zentimetern bringt satte acht Kilo auf die Waage und trägt ein Kleid aus über 100 Fichtenzapfen, die Schaible zur Zeit am liebsten verwendet.

Eigentlich sollte das Bäumchen eine Spende für eine Kirche im Ahrtal werden. Eine Journalistin wollte sie begleiten, stattdessen kam es ins SWR-Verbrauchermagazin „Kaffee oder Tee“ Schaible: „Ich hatte mich erst im Oktober dort für eine Teilnahme beworben. Christine Holzhäuser hat sich schnell rückgemeldet, doch leider waren schon alle Sendungen ausgebucht.“ Sie konnten nur noch einige Fotos und kurze Erklärungen unterbringen.

Schule hat bereits angefragt

Ansonsten möchte sie auf jeden Fall weiter sammeln und weiter basteln. Auch hat sie schon mal überlegt, ihr Wissen weiterzugeben, vielleicht auch Kinder anzuleiten. Die Pestalozzi-Schule hat bereits angefragt. „Am Anfang erst mal Kleines“ zum Zeigen, wie das geht. Die Freude, die es macht, wenn etwas entsteht, die würde sie aber schon gerne teilen. 15 Arbeitsstunden stecken in dem „Fernsehstar“. Die Fichtenzapfen hatte sie eimerweise. Jetzt sind alle weg. Wie auch die acht Bäumchen, die am ersten Tag in der „Alten Trott“, der Kelterei, gleich verkauft wurden, doch „da kann ich nächsten Mittwoch nachlegen, da ist ja immer so wenig Platz“, versichert sie. Im nächsten Jahr braucht sie vielleicht noch mehr Zapfen. Ein weiterer großer Baum, mit etwa 78 Zentimetern, steht fast fertig auch noch in ihrer Werkstatt.


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