Ottersweier treibt Klimaschutz voran

Ottersweier (jo) – Die Gemeinde Ottersweier hat den Auftrag für vier Fotovoltaik-Dachflächenanlagen freihändig vergeben, da Ausschreibungen zuvor ohne Ergebnis verliefen.

Sonnenstrom auch vom Friedhof: Auf dem Dach der Einsegnungshalle im Lindenfeld entsteht eine Anlage. Foto: Joachim Eiermann

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Sonnenstrom auch vom Friedhof: Auf dem Dach der Einsegnungshalle im Lindenfeld entsteht eine Anlage. Foto: Joachim Eiermann

Die Gemeinde Ottersweier geht beim Klimaschutz weiter in Vorleistung. So bewilligte der Gemeinderat den Auftrag für vier Fotovoltaik-Dachflächenanlagen für das Feuerwehrhaus, die Aussegnungshalle (Friedhof Lindenfeld) sowie die Kindergärten St. Marien und St. Christophorus Unzhurst. Bis Ende September sollen diese Sonnenstrom mit einer Gesamtleistung von 174 Kilowattpeak erzeugen.

Kurios: Den Auftrag wollte zuerst keine Firma annehmen. Zwei beschränkte Ausschreibungen im März und April platzten, beide Male waren die Fristen ohne Angebot verstrichen. Auf Rückfrage ließen mehrere Firmen wissen, dass sie keine freien Kapazitäten hätten. Dass ein Wettbewerb ohne Ergebnis bleibt, ist die Ausnahme. Die Gemeinde hatte nun die Möglichkeit, frei zu verhandeln. So gelang es letztlich doch, zwei Firmen zu Angeboten zu bewegen.

Geringere Anfahrts- und Ausfallkosten

Die weitere Investition in regenerative Energien lassen sich die Gemeindewerke 196.000 Euro kosten, was jedoch im Rahmen liegt; der Wirtschaftsplan sah eine Summe von 200.000 Euro vor. Die vier Anlagen liefern und montieren wird die Oberkircher Firma Birk. Für sie sprach bei annähernd gleichen Konditionen die geringere räumliche Distanz. So wurde damit argumentiert, dass bei künftigen Wartungen und Störungsbehebungen die Anfahrts- und Ausfallkosten wesentlich geringer ausfallen dürften als beim mehr als 200 Kilometer entfernt liegenden Zweibieter. Unter Berücksichtigung der Gesamtkosten schnitten die Renchtäler mit 1.127 Euro pro Kilowattpeak (gegenüber 1.136 Euro) zudem leicht besser ab, erläutere Kämmerer Alexander Kern.

Solarpark an der A5 startet in Kürze

Bürgermeister Jürgen Pfetzer berichtete ergänzend von Überlegungen, drei der vier Anlagen mit Speichermöglichkeiten auszustatten, um den Sonnenstrom für den Eigenverbrauch zu nutzen. Nico Paulus (Grüne) schlug vor, mit dem Solarüberschuss E-Autos zu betanken. Thomas Metzinger (CDU) sprach von einer „schweren Geburt“ bis zur Auftragserteilung. Er hob die Vorbildfunktion der Gemeinde hervor, verknüpft mit der Hoffnung, dass örtliche Unternehmen mit großen Dachflächen dem Beispiel der Kommune folgen werden. Emile Yadjo-Scheuerer (SPD) befand, die Realisierung bis September sei sehr optimistisch angesetzt angesichts der derzeit eingeschränkten Lieferfähigkeit der Industrie.

Den Mangel hat die Gemeinde bereits bei ihrem kleinen Solarpark an der Autobahn bei Unzhurst unmittelbar zu spüren bekommen, der bislang nicht in Betrieb gehen konnte. Die Lieferung der fehlenden Trafostation sei für Mitte dieses Monats angekündigt, berichtete der Bürgermeister dem Gremium. Im Juli sei die offizielle Einweihung geplant, zu der die Gemeinde die neue Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) einzuladen beabsichtige. Vorgestellt werde dann auch das Weidekonzept. Die Tiere eines Schäfers aus Walzfeld sollen das Gras zwischen den Modulen kurz halten.

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Erstellt:
9. Juni 2021, 11:00 Uhr
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