Ottersweierer Besuchsdienst feiert 30. Geburtstag

Ottersweier (BT) – Seit 30 Jahren engagiert sich der Besuchsdienst der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes in Ottersweier. Die Mitarbeiter besuchen nicht nur alte, kranke und einsame Menschen.

Beim Rollenspiel „Rosenwunder“ (von links): Gundel (Marianne Meier), Elisabeth (Erika Pfleger) und Landgraf Ludwig (Diakon Manfred Sester).  Foto: Renate Höß

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Beim Rollenspiel „Rosenwunder“ (von links): Gundel (Marianne Meier), Elisabeth (Erika Pfleger) und Landgraf Ludwig (Diakon Manfred Sester). Foto: Renate Höß

Mit einem erhebenden Gottesdienst feierte der Besuchsdienst der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes in Ottersweier seinen 30. Geburtstag. Es war der Gedenktag der heiligen Elisabeth von Thüringen (19. November), deshalb wurde das „Rosenwunder“ als Rollenspiel in Szene gesetzt.

Landgräfin Elisabeth (Erika Pfleger) und ihre Dienerin Gundel (Marianne Meier) wollen Brot zu den Armen bringen. Dabei begegnet ihnen Landgraf Ludwig (Diakon Manfred Sester), der ihnen das verboten hatte. Auf die Frage, was Elisabeth denn in ihrem Korb habe, antwortete diese: „Rosen!“ Und siehe da, das Brot hatte sich tatsächlich in Rosen verwandelt.

Passend ausgewählte neue geistliche Lieder erklangen im Gottesdienst (Orgel: Marion Pfleger, Gesang: Juliane Sogno), und am Ende wurde Erika Pfleger für 26 Jahre Leitung des Besuchsdienstes von Pfarrer Jörg Seburschenich besonders geehrt. Mit großer Umsicht leitet Erika Pfleger ehrenamtlich die 23 Mitarbeiterinnen, die jährlich über 2.000 Besuche bei Kranken und Senioren machen, so werden allein 130 Menschen in Ottersweier besucht, die 85 Jahre und älter sind, heißt es in einer Mitteilung.

„Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts!“

Erika Pfleger erinnerte daran, wie alles anfing. Auf Initiative der Hegner Ordensschwester Raphaela Hirt wurde am 19. November 1991 ein Besuchsdienst ins Leben gerufen, zunächst mit acht Mitarbeiterinnen. „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts!“ – dieser Leitsatz des französischen Bischofs Jacques Gaillot fasst die Beweggründe treffend zusammen. Christliche Nächstenliebe muss für die Menschen vor Ort spürbar sein, heißt es weiter.

Zunächst wurden von der Gruppe Altersjubilare, alte, kranke und einsame Menschen am Ort, Neuzugezogene, Patienten im Krankenhaus Bühl, später auch in Achern besucht. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit war das Kreispflegeheim Hub, das vor 30 Jahren noch über 700 Bewohner beherbergte. Es folgten Besuche bei Trauernden nach einem Todesfall. Seit diesem Jahr werden auch die Neugeborenen und ihre Familien besucht. Regelmäßig traf und trifft sich die Gruppe zum Austausch und gelegentlich auch zum Basteln. Die Mitarbeiterinnen geben verschiedene Antworten, wenn sie nach ihrer Motivation gefragt werden. So möchten sie zum Beispiel Mitmenschen deutlich machen, dass die Gemeinde sie wahrnimmt und dass sie wichtig sind, den Menschen helfen und einfach für sie da sein, ihnen zuhören und Gesprächspartnerin sein. Eine der Mitarbeiterinnen hat selbst erlebt, wie schwierig es ist, sich in einer neuen Gemeinde einzuleben, das will sie nun anderen erleichtern, eine andere hat sich aufgrund eigener Erfahrung bei einem Klinikaufenthalt diesem Kreis angeschlossen.

Im kleinen Kreis wurde das Jubiläum nach dem Gottesdienst intern gefeiert – und jeder Frau mit einer Rose gedankt. Geehrt wurden für 30 Jahre Mitarbeit Luise Gruber, Maria Lammert, Irene Müller und Erika Pfleger. Seit 25 Jahren arbeiten Lioba Huck und Margarete Klöpfer mit. Einige Frauen erzählten Anekdoten aus den Anfängen ihres Dienstes. Die Frauen und ein männlicher Mitarbeiter freuen sich jederzeit über Verstärkung. Infos unter (07223) 20820.

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Erstellt:
23. November 2021, 14:00 Uhr
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