Ottersweierer springen gerade nur im Wohnzimmer

Ottersweier (nie) – Die Burning Ropes aus Ottersweier haben seit rund einem Jahr keine Auftritte mehr. Um sich ein zweites Standbein aufzubauen, bieten sie jetzt Kurse an.

Lange nicht mehr in der Sporthalle gewesen: Die Showgruppe der Burning Ropes muss momentan auf Online-Möglichkeiten ausweichen. Foto: Jan Reiff

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Lange nicht mehr in der Sporthalle gewesen: Die Showgruppe der Burning Ropes muss momentan auf Online-Möglichkeiten ausweichen. Foto: Jan Reiff

Seilspringen, klar, das ist ja kinderleicht. Kann ja jeder. Seilspringen à la Burning Ropes der Turnerschaft Ottersweier (TSO) – da wird es dann schon kniffliger. Ausdauer, Sprungkraft, Koordination und Akrobatikkünste sind dabei nämlich gefragt.

Zumindest bei der sogenannten Showgruppe, eine der vier Gruppen der Burning Ropes (zu Deutsch: brennende Seile). Daneben gibt es zwei Anfänger-Gruppen und die Fortgeschrittenen. Fast schwindelig kann einem werden, schaut man Video-Aufnahmen von vergangenen Auftritten an. Da wird nicht nur das Seil geschwungen und locker durchgehüpft, da wird zu zweit oder zu zwölft eine Choreografie abgeliefert, die mit Kunststücken und Elementen aus der Akrobatik bestückt ist.

Letzter Auftritt an Fastnacht 2020

Derzeit bleibt aber auch den Fans der Seilspringer nicht mehr, als alte Aufnahmen anzuschauen. Wegen Corona hatte die Showgruppe bei der Kinderfastnacht 2020 in Lauf ihren letzten Auftritt – alles andere bis zum jetzigen Zeitpunkt sei abgesagt worden, blickt Marcel Velte wehmütig zurück. Und der Abteilungsleiter der Rope Skipper hat auch nicht viel Hoffnung für dieses Jahr: Auch für 2021 seien schon viele Termine verschoben oder ganz abgesagt worden. Der Applaus im Baden-Badener Festspielhaus oder Kurhaus, auf Vereinsjubiläen, privaten Veranstaltungen, an Fastnacht oder bei Aufführungen weiter weg wie in Ettlingen oder im schwäbischen Owen bleibt also aus.

Für die Ottersweierer Sportler ein echtes Problem, generieren sie doch laut Velte ihre Einnahmen darüber, dass sie für solche Auftritte gebucht werden. Sich ein „zweites Standbein schaffen“ lautete daher die Devise, sagt Velte, der gleichzeitig Trainer der Showgruppe und auch selbst Gruppenmitglied ist. Und wie könnte es in dieser Zeit anders sein: Die Burning Ropes bieten ab März Online-Kurse an – und zwar für die Öffentlichkeit. Dass die Showgruppe sich digital weiter trifft, das sei schon immer klar gewesen. Momentan trainierten sie zusammen mit den Fortgeschrittenen zwei- bis dreimal wöchentlich für 1,5 Stunden online.

Schon zahlreiche große Erfolge eingefahren

Für die Anfänger (unter zehn Jahren) sei gerade kein Training. Und nun wollen die Seilspringer für jedermann einen sportlichen, digitalen Ausgleich zum Homeoffice bieten. Ein Feelwell-Kurs (Ganzkörpertraining), ein Full-Body-Workout (Verbesserung von Ausdauerfähigkeit, Kraft, Dehnung), ein Anfänger-Rope-Skipping-Workshop und ein Fortgeschrittener-Rope-Skipping-Workshop stehen auf der Agenda. „Wir wollen damit Infos und Mehrwert liefern“, sagt Velte und freut sich, dass mit einem solchen Angebot die „Hürde des Ortes“ genommen werden kann, hätten sich doch auch schon Interessenten aus Stuttgart oder Oldenburg gemeldet. Und wer weiß, vielleicht ist unter den Kursteilnehmern ja ein begabtes Talent? Denn erfolgreich kann man mit den Ottersweierern Rope Skippern schon werden: So ist Lukas Rohfleisch der amtierende Vize-Europameister und Deutsche Meister in der Einzeldisziplin und die Showgruppe um Marcel Velte wurde schon einige Male als „Deutschlands Beste Showgruppe“ ausgezeichnet. Auch in Ottersweier hofft man, sich bald wieder vor Publikum präsentieren zu können. Bis dahin werden sich aber wohl noch einige Einrichtungsgegenstände im Wohnzimmer vor den brennenden – oder zumindest schwingenenden – Seilen in Acht nehmen müssen. Informationen zu den Kursen gibt es im Internet.

www.burning-ropes.de/online-workout

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Erstellt:
1. März 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

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