Ovationen für „das Rückgrat“ der Abteilung Lautenbach

Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach (vgk) – Klaus Gorgas zieht sich nach 20 Jahren als Kommandant der Feuerwehr-Abteilung Lautenbach zurück. Sein bisheriger Stellvertreter Thorsten Karcher rückt dafür auf.

Ovationen für „das Rückgrat“ der Abteilung Lautenbach

Führungswechsel in Lautenbach: Stellvertreter Niclas Regending (von links), der ehemalige Abteilungskommandant Klaus Gorgas, sein Nachfolger Thorsten Karcher und der stellvertretende Gesamtwehrkommandant Oliver Schmidt. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Es war eine von Emotionen geprägte Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gernsbach, Abteilung Lautenbach. Nach zwei Jahrzehnten verabschiedete sich Kommandant Klaus Gorgas von der Abteilungsspitze, begleitet von stehendem Applaus. Zu seinem Nachfolger wählten die Feuerwehrkameraden einstimmig seinen bisherigen Stellvertreter Thorsten Karcher. Die offizielle Ernennung erfolgt durch den Gemeinderat.„Es war eine schöne Zeit – und manchmal eine schwierige Zeit“, resümierte Gorgas die vergangenen insgesamt 30 Jahre, davon 20 Jahre als Abteilungskommandant. Jahre, die ohne Unterstützung der Familie und Ehefrau Angelika nicht zu meistern gewesen wären. Auch sicherte er seinem Nachfolger sowie den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden weiterhin seinen Einsatz zu. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, betonte der neue Abteilungskommandant. Die Glückwünsche der Gesamtwehr überbrachte der stellvertretende Gesamtwehrkommandant Oliver Schmidt.

Weiterhin Stellvertreter des Kommandanten in Lautenbach bleibt Niclas Regending. Seine Person stand nicht zur Wahl. Mit dem Rückzug Gorgas gehe eine Ära zu Ende: Seit 30 Jahren habe er sich in verantwortlicher Position um das Gemeinwohl verdient gemacht. „Feuerwehrtechnisch ist Klaus das Rückgrat unserer Abteilung“, würdigte Karcher das Wirken seines Vorgängers.

15 Einsätze im Jahr 2021

Im Rahmen seines letzten Rechenschaftsberichts verwies dieser darauf, dass in den vergangenen Jahren aus bekannten Gründen auf gesellschaftlicher Ebene nur wenig bewegt werden konnte. Davon unberührt blieben hingegen die Einsätze. Insgesamt wurden die Lautenbacher Floriansjünger im Jahr 2021 15 Mal angefordert – zu Brandeinsätzen ebenso wie zu technischen Hilfeleistungen oder zum Lotsen des Rettungswagens.

Zwar wurde versucht, so lange wie möglich in Präsenz zu proben, irgendwann hatten aber auch die Lautenbacher Schulungsvideos den Vorrang zu geben. Die Atemschutzträger hatten Glück und konnten Trainingseinheiten im Brandschutzcontainer absolvieren. Der neue Mannschaftstransportwagen konnte in Empfang genommen werden.

Der Abteilung gehören aktuell 43 Feuerwehrfrauen und -männer an. Davon sind 25 im aktiven Dienst, 23 Männer und zwei Frauen. Der Rest verteilt sich auf die Altersmannschaft (zehn) sowie die Jugendfeuerwehr mit acht Jugendlichen (drei Mädchen und fünf Jungs).

Gorgas wünschte sich und seinem Nachfolger zudem, dass der im Feuerwehrhaus seit Jahren geplante Umkleideraum für die weiblichen Feuerwehrmitglieder endlich zur Umsetzung kommen möge. Die Beleuchtung im Schulungsraum habe ebenfalls noch keine Verbesserung erfahren, bedauerte Gorgas.

„Unverzichtbarfür die Stadt“

Auch der Feuerwehrnachwuchs hatte sich in der Vergangenheit mit einem ausgedünnten Übungsprogramm zu begnügen, führte Jugendgruppenleiterin Theresa Gorgas aus. Lernvideos wurden gedreht und im Internet hochgeladen. 21 Übungseinheiten fanden in Präsenz statt. Das Projekt „Steinschlange“ wurde ins Leben gerufen.

Den Kassenbericht erläuterte der Versammlung Kassierer Günter Gorgas. Trotz gesunkener Umsätze konnte dieser von Überschüssen berichten.

Den Dank und die Grüße von Bürgermeister Julian Christ überbrachte dessen Stellvertreter Michael Chemelli. Er würdigte die Leistung der Abteilung als unverzichtbar für die Stadt. Dem konnte sich CDU-Gemeinderat Dirk Preis nur anschließen und betonte, wie wichtig es für die Ortsteile sei, eine Feuerwehr zu haben.