Overlack: „Auf das Tun kommt es an“

Rastatt (schx) – Er gründete den Hospizdienst Rastatt und engagiert sich für Kinder in Nepal: Jetzt hat Jörg Overlack das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Nicht wegschauen, sondern helfen – für diese Maxime steht Jörg Overlack. Minister Peter Hauk (rechts) überreicht das Bundesverdienstkreuz. Foto: Xenia Schlögl

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Nicht wegschauen, sondern helfen – für diese Maxime steht Jörg Overlack. Minister Peter Hauk (rechts) überreicht das Bundesverdienstkreuz. Foto: Xenia Schlögl

Als Sohn des Geehrten beschrieb Bert Overlack in seiner Laudatio, dass das vielfältige gesellschaftliche Engagement seines Vaters das Leben von vielen zum Besseren verändert habe. Die Motivation lasse sich in einem treffenden Satz zusammenfassen: „Auf das Tun kommt es an.“ Für sein Lebenswerk wurde der 81-jährige Rastatter Unternehmer Jörg Overlack mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens aus den Händen des baden-württembergischen Landwirtschaftsministers Peter Hauk (CDU) in Vertretung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ausgezeichnet.

Voll besetzt war der Staffelschnatzer-Saal der Badner Halle mit Familienmitgliedern, Freunden und Wegbegleitern. Geehrt wurde Jörg Overlack unter anderem für die Gründung des Hospizdiensts Rastatt e.V. und für die Nepal-Kinder-Overlack-Stiftung, die seit fast 30 Jahren erfolgreich Bau und Finanzierung von Schulen in Nepal unterstützt. Mit zusätzlichen Patenschaften wurde bisher für mehr als tausend Kinder eine Schulausbildung finanziert.

„Einen Meilenstein in der Entwicklungshilfe für Nepal“, nannte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch das Projekt. Er zeigte sich erfreut, dass durch die vorbildliche Transparenz der Verwendung von Spendengeldern sichergestellt werde, dass 100 Prozent der finanziellen Hilfe vor Ort ankomme. „Ihr Wirken hat Vorbildcharakter“, wandte sich der OB an den Geehrten, „unsere Gesellschaft braucht Menschen wie Sie.“

Mit Bildung die Welt verändern

Die musikalische Umrahmung des Festakts übernahmen Stefan Jepp an der Violine, Josef Gomolka am Violoncello und Natalia Gohla am Flügel von der städtischen Musikschule.

Bildung sei die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern, betonte Minister Hauk in seiner Rede und streifte Jörg Overlacks Verdienste, fast 100 jungen Menschen eine Ausbildung in seinem Unternehmen ermöglicht zu haben. „Bildung und Wertevermittlung“ seien Overlacks Maxime für die Jugendlichen immer gewesen und „Mitgefühl und Menschlichkeit“ das Hauptanliegen bei der Gründung des Hospizvereins Rastatt, der inzwischen 150 Mitglieder habe. Overlacks weitere Initiative „Offene Tür an Heiligabend“ lade jedes Jahr Obdachlose und Alleinstehende zum gemeinsamen Abendessen ein. Seine Haltung, „nicht wegzuschauen, sondern zu helfen“, sei beeindruckend, so Hauk. Er dankte dem früheren Bundestagsabgeordneten Peter Götz, der Jörg Overlack als Verdienstkreuzträger vorgeschlagen hatte.

Für die Familie sprach Bert Overlack zu den Gästen. Seine Worte beschrieben einen Menschen, dessen Wirken immer einer klaren Linie folgte und dessen Haltung auch in schwierigen Situationen für Halt und Orientierung sorgte. Jörg Overlack sei „ein verlässlicher Vater, Partner und Chef gewesen“, der auch über Missgeschicke herzhaft lachen könne.

„Es ist ein besonderer Tag in meinem Leben“, würdigte Overlack die Auszeichnung. Sein Antrieb sei, anderen zu helfen. Als Vorbild nannte er das beispielhafte Handeln seines Lehrherren und späteren Schwiegervaters Bruno Blank.

80 Jahre Leben hätten ihn gelehrt, gemeinsam mit der Familie an einem Strang zu ziehen und mit einer großen Portion Pragmatismus die Aufgaben zu bewältigen, die sich stellen. Er sei sich sicher, dass nichts zufällig im Leben geschehe, sondern dass „man geleitet werde“. Er empfinde tiefe Dankbarkeit gegenüber seiner Ehefrau Dagmar, die immer hinter ihm gestanden habe, erklärte Overlack. Sichtlich bewegt sagte er am Ende seiner Rede, dass die Nepal-Stiftung von seinen Söhnen Bert und Marc und ihren Familien weitergeführt werde. „Das macht mich sehr glücklich.“


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