PFC: Belastung im Blut laut Ministerium gesunken

Baden-Baden/Rastatt (BT) – Nach den ersten Blutuntersuchungen im Jahr 2018 wurden 2020 erneut 249 Menschen auf die Belastung mit PFC untersucht. Laut Sozialministerium sind die Werte gesunken.

Die Maßnahmen der Wasserversorger zum Schutz vor PFC-Verunreinigungen zeigen laut Sozialministerium Wirkung. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

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Die Maßnahmen der Wasserversorger zum Schutz vor PFC-Verunreinigungen zeigen laut Sozialministerium Wirkung. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Die neuerlichen PFC-Blutkontrolluntersuchungen bei Einwohnern im Landkreis Rastatt, deren erste Ergebnisse nun vorliegen, bestätigen laut einer Mitteilung des Landesgesundheitsministeriums die positiven Auswirkungen der Maßnahmen gegen den PFC-Eintrag in Boden und Grundwasser. Die zweite Runde der Blutkontrolluntersuchungen im Landkreis Rastatt wurde demnach im Zeitraum von September bis November 2020 an 249 Personen durchgeführt.

Zufällig ausgewählte Personen aus drei Gruppen wurden dazu eingeladen. Im wesentlichen Menschen, die über das Trinkwasser mit PFC belastet worden waren, solche, die über Eintrag im Boden mit Belastungen zu kämpfen hatten und unbelastete Personen.

Über alle Gruppen habe sich bei den Tests und Untersuchungen demnach im Mittel ein Rückgang von gut zwölf Prozent der medianen Perfluoroctansäure-Konzentration (PFOA) – sprich PFC – ergeben; teilweise in den einzelnen Gruppen sogar noch mehr.

Die im Rahmen der PFC-Blutkontrolluntersuchung im Landkreis Rastatt gemessenen PFOA-Konzentrationen lagen laut Ministerium insgesamt in einem Bereich, der vergleichbar mit Untersuchungsergebnissen bei anderen PFC-Schadensfällen ist. PFOA wird nur sehr langsam vom Körper ausgeschieden. Gemäß einer aktuellen Veröffentlichung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist von einer Halbwertszeit, also der Zeit bis die Hälfte des PFOA im Blutserum ausgeschieden ist, von 2,7 bis 8,5 Jahren auszugehen. Der Konzentrationsrückgang von 2018 bis 2020 um in einzelnen Gruppen bis zu 18 Prozent liegt somit in dem zu erwartenden Bereich und deutet darauf hin, dass keine weitere Anreicherung erfolgt, schreibt das Ministerium.

Nächste Untesuchungen im Jahr 2023

Die nächsten PFC-Blutkontrolluntersuchungen im Landkreis Rastatt sind für das Jahr 2023 vorgesehen. Mit Abschluss der laufenden Auswertungen werden die Ergebnisse der Untersuchungen 2020 schließlich in einem zusammenfassenden Bericht des Landesgesundheitsamts veröffentlicht.

Schon die erste Untersuchungsrunde im Jahr 2018 hatte laut Ministerium aufgezeigt, dass in Hinblick auf die PFC-Exposition der Bevölkerung das Trinkwasser besonders wichtig ist. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass die Einwohnerinnen und Einwohner im Landkreis Rastatt nicht länger der PFC-Belastung ausgesetzt sind. Die Ergebnisse der Blutkontrollen bestätigen, dass die durchgeführten Maßnahmen der Wasserversorger Wirkung zeigen“, sagte Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) gestern in Stuttgart. Zu den Maßnahmen gehörten unter anderem die Stilllegung einzelner Brunnen, die Aufbereitung des Trinkwassers sowie die Erschließung neuer Brunnen.

Im Auftrag des Ministeriums hatte das Landesgesundheitsamt mit dem Gesundheitsamt Rastatt nach der ersten Untersuchungsrunde nun zum zweiten Mal Blutkontrolluntersuchungen im Landkreis Rastatt durchgeführt. Untersucht wurden zufällig ausgewählte Personen aus drei Gebieten im Landkreis Rastatt.

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Erstellt:
8. Juni 2021, 17:41 Uhr
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