PFC-Spuren in einem Brunnen

Rastatt (ema) – In einem Brunnen beim Ottersdorfer Wasserwerk ist PFC festgestellt worden. Die Stadtwerke wollen die Anlage aufrüsten.

Mehrere Millionen Euro werden die Rastatter Stadtwerke ins Wasserwerk Ottersdorf investieren. Geplant sind ein vierter Brunnen sowie ein Ausbau der Filter- und Aufbereitungstechnik. Foto: av

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Mehrere Millionen Euro werden die Rastatter Stadtwerke ins Wasserwerk Ottersdorf investieren. Geplant sind ein vierter Brunnen sowie ein Ausbau der Filter- und Aufbereitungstechnik. Foto: av

Was der Rastatter Stadtwerke-Chef Olaf Kaspryk stets als mahnendes Szenario an die Wand gemalt hat, ist nun in ersten Zügen Wirklichkeit geworden. Im Umfeld des Wasserwerks Ottersdorf, dem Hauptspender des Trinkwassers für die Rastatter Bevölkerung, sind Spuren von PFC aufgetaucht.
Der Geschäftsführer des Rastatter Versorgungsunternehmens betont zwar, dass man „weit entfernt“ von den Grenzwerten sei. Gleichwohl: Handlungsbedarf besteht.

Die Anzeichen von PFC-Belastung seien in einem der drei Brunnen festgestellt worden. Dieser werde deshalb nur noch sporadisch genutzt. Die Stadtwerke wollen nun Kaspryk zufolge einen vierten Brunnen schlagen. Bohrungen bis in 65 Meter Tiefe sollen Erkenntnisse für die neue Versorgungsquelle liefern.

Grundwassermodell wird aktualisiert

Der vierte Brunnen wird somit in tiefere Dimensionen des Erdreichs vordringen als die bestehenden Anlagen. Die Grundwasserschicht 50 Meter unter der Erde sei komplett frei von PFC, so der Stadtwerke-Chef.

Wann der vierte Brunnen in Betrieb gehen kann, kann Kaspryk noch nicht definitiv sagen. Auf jeden Fall rechtzeitig, bevor die PFC-Fahne im Grundwasser das Einzugsgebiet des Wasserwerks Ottersdorf erreicht hat – vermutlich im Jahr 2022. Um zuverlässige Daten gewinnen zu können, haben die Stadtwerke eine Aktualisierung des Grundwassermodells in Auftrag gegeben. Mit Ergebnissen rechnet das Unternehmen in einigen Wochen. Dass sich das Prozedere relativ zäh gestaltet, führt Kaspryk auf das langwierige Genehmigungsverfahren zurück. Bestandteil sei eine aufwendige Umweltverträglichkeitsprüfung.

Mit dem vierten Brunnen allein wird es allerdings nicht getan sein. Die Stadtwerke wollen auch einen Ausbau des Wasserwerks mit Filter und Aufbereitungstechnik angehen.

Damit kommt auf das kommunale Versorgungsunternehmen ein zweiter dicker Investitionsbrocken zu. Die Stadtwerke hatten bereits das Wasserwerk Rauental im Zuge der PFC-Belastung für 3,9 Millionen Euro umgebaut und mit modernster Filtertechnik ausgestattet. In Ottersdorf rechnet Kaspryk mit finanziellen Belastungen in ähnlicher Größenordnung.

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Erstellt:
18. November 2020, 07:00 Uhr
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