PFC: Ständige Überprüfung soll Sicherheit bringen

Karlsruhe (BT) – Das Vor-Ernte-Monitoring zur Untersuchung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf PFC beginnt. Zudem wurde und wird das Gewässermodell stetig aktualisiert.

Spargel und Erdbeeren sind die ersten Erzeugnisse, die beim Vor-Ernte-Monitoring untersucht werden. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

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Spargel und Erdbeeren sind die ersten Erzeugnisse, die beim Vor-Ernte-Monitoring untersucht werden. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Für die von PFC-Verunreinigungen betroffenen Flächen in Mittel- und Nordbaden haben, wie in den vorangegangenen Jahren auch, die Planungen für das diesjährige Vor-Ernte-Monitoring begonnen. Zunächst werden Spargel und Erdbeeren untersucht, danach folgen Raps und Getreide und ab Spätsommer der Körnermais. Weitestgehend ganzjährig werden dem Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) zufolge die verschiedenen Gemüse- und Salatsorten beprobt.

Beim Vor-Ernte-Monitoring werden die Pflanzen etwa 14 Tage vor der Ernte auf PFC untersucht. „Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Erzeugnisse mit PFC-Gehalten über den vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) festgelegten Beurteilungswerten nicht als Lebensmittel vermarktet werden“, schreibt das RP in einer Mitteilung.

Pflanzenscreening wird weitergeführt

Um die Betriebe bei der Bewirtschaftung PFC-verunreinigter Flächen zu unterstützen, wurde im Jahr 2018 zudem das Bewirtschaftungs- und Minimierungskonzept eingeführt. Hierbei würden einzelbetriebliche Konzepte im Sinne eines Managementplans erarbeitet, wie zum Beispiel modifizierte Fruchtfolgen, der Anbau alternativer Kulturen oder die Verbesserung der Möglichkeiten der Bewässerung.

Als ergänzender Baustein zur Sicherstellung des Verbraucherschutzes wird laut RP auch in diesem Jahr das sogenannte Pflanzenscreening weitergeführt. Damit sollen die bodenschutzrechtlichen Untersuchungen der Umweltämter zur Ermittlung von PFC-verunreinigten Flächen flankiert und mögliche Risiken für die Verbraucher minimiert werden.

Parallel werde die bodenschutzrechtliche Aufarbeitung durch die zuständigen Behörden der Stadt- und Landkreise vorangetrieben. So sollen wie berichtet mit umfangreichen Untersuchungsprogrammen sowohl in Mittel- als auch in Nordbaden die Bodenuntersuchungen von Verdachtsflächen bis Jahresende abgeschlossen werden. Nach Auswertung dieser Untersuchungen wird dann ein Gesamtbild der PFC-verunreinigten Flächen der Region vorliegen.

Aktuell wurde vom Landratsamt Rastatt eine Detailuntersuchung für das kreisübergreifende Teilbearbeitungsgebiet Steinbach-Bühl-Vimbuch angeordnet. In Baden-Baden wird für die Altablagerung Siebrestedeponie derzeit eine Sanierungsuntersuchung zur Festlegung des weiteren Handlungsbedarfs durchgeführt. Für den Standort „Ehemaliger Sportplatz der französischen Streitkräfte“ bereitet die Stadt Baden-Baden in Hinblick auf die Lage im Zustrom zum Wasserwerk Sandweier ebenfalls eine Sanierungsuntersuchung vor, heißt es.

Bei Verdacht neue Bodenuntersuchungen

Schon im Februar hatte das Landesumweltministerium damit gerechnet, mit den Untersuchungen in diesem Jahr fertig zu werden. Bei Bekanntwerden neuer Erkenntnisse könnten allerdings weitere Flächenuntersuchungen notwendig werden, so das Ministerium damals. Bleibt die Frage, woher diese neuen Erkenntnisse kommen sollen, wenn gar nicht mehr untersucht wird. Die Antwort lieferte auf BT-Anfrage die Stabstelle PFC beim RP. Man habe einen ausreichenden Radius um die Kompostwerke, die den mit PFC verunreinigten Klärschlamm in Umlauf brachten, und die Stellen, wo der PFC-belastete Kompost ausgebracht wurde, abgesteckt und untersucht. Es sei daher nicht davon auszugehen, dass weitere Bodenflächen belastet seien, so Dr. Gabriel Striegel. Dennoch fänden weiterhin Untersuchungen von Gewässern aller Art statt. Unter Hinzuziehung des Grundwassermodells könnten so eventuelle weitere Ausbreitungen bemerkt werden, in deren Folge dann erneut Bodenuntersuchungen unternommen würden.

Das Grundwassermodell der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) werde stetig fortgeschrieben und die Kartendarstellungen im öffentlich zugänglichen Internettool PFC-Karten Online wurden bereits aktualisiert. Die Überwachung der PFC-Gehalte in Oberflächengewässern und im Grundwasser werde, so teilt das RP am Donnerstag mit, ebenfalls fortgeführt.

Wasser: Regelmäßig staatliche Kontrollen

Zur Sicherstellung der Qualität des Trinkwassers finden ergänzend zu den Untersuchungen der Wasserversorger regelmäßig staatliche Kontrollen statt. Die Gesundheitsämter untersuchen Trinkwasser der öffentlichen Wasserversorger sowie der Eigenwasserversorger und unterstützen beratend in Hinblick auf zukünftigen Anforderungen aus der EU-Trinkwasserrichtlinie, verdeutlicht das RP.

Auch die Blutkontrolluntersuchungen im Raum Rastatt/Baden-Baden werden fortgeführt. Der Rekrutierungszeitraum musste aufgrund der COVID-19-Pandemie zunächst verschoben worden. An der zweiten Blutkontrolluntersuchung 2020 haben insgesamt 249 Personen teilgenommen. Eine detaillierte Auswertung der Labor- und Fragebogendaten wird im ersten Halbjahr 2021 erfolgen.


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