Pächterwechsel im ehemaligen Backhaus

Gaggenau (stn) – Im Bahnhofsgebäude eröffnet im Oktober das neue Speisebistro „Pola Pola – Grill und Bar“. Trotz einer ungewissen Zukunft des Gebäudes schmieden die zwei Geschäftsführer große Pläne.

Patrick (links) und Dennis Zittel sind die Geschäftsführer des neuen Speisebistros „Pola Pola – Grill und Bar“ im Gaggenauer Bahnhofsgebäude. Foto: Nora Strupp

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Patrick (links) und Dennis Zittel sind die Geschäftsführer des neuen Speisebistros „Pola Pola – Grill und Bar“ im Gaggenauer Bahnhofsgebäude. Foto: Nora Strupp

Das Bahnhofsgebäude ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Deshalb soll es mittel- bis langfristig weichen und Platz machen für einen Neubau. Einen konkreten Zeitplan für die angedachte Baumaßnahme gibt es allerdings noch nicht. Für ein wenig frischen Wind sorgt bis dahin zumindest das neue Speisebistro „Pola Pola – Grill und Bar“, das voraussichtlich am 8. Oktober eröffnen soll.

Eine hochwertige Fläche, die die Stadtmitte aufwertet und Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen sowie eine hohe Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum schafft – das ist das große Ziel hinter dem Bebauungsplan „Innenstadt-Bahnhof“, das in Zukunft neu entstehen soll und unter anderem das marode Sparkassenparkdeck und das jetzige Bahnhofsgebäude mit 4.200 Quadratmetern umfasst. Beides soll abgerissen werden. So sieht es das Planungsverfahren zur Mehrfachbeauftragung „Stadtmitte“ vor, über dessen Ergebnis der Gaggenauer Gemeinderat im Juni 2019 informiert wurde. Das Bahnhofsgebäude gehörte bis 2020 dem städtischen Eigenbetrieb „Stadtwohnung Gaggenau“. Dann wurde es an den Projektentwickler Wilhelm Architektur in Achern verkauft.

Zusammen mit den neuen Gebäuden soll das Gebiet auch einen neuen Namen erhalten: Die „Zeile“. Als Blickfang in Richtung Bahnübergang ist ein sechsgeschossiger Neubau denkbar. Daran angrenzend viergeschossige Gebäude auf dem Gelände, auf dem sich heute das Parkdeck befindet. Neben Wohnungen in den oberen Etagen soll Platz sein für Geschäfte. „Wir sind derzeit mit dem Investor in Vorabstimmung zu den Plänen zur Umgestaltung des gesamten Geländes (Bahnhofsareal, Projektname „Zeile“). Sobald ein ausgearbeitetes städtebauliches Konzept vorliegt, wird das Bebauungsplanverfahren weitergeführt. Der Zeitpunkt dafür ist zurzeit noch nicht absehbar“, teilt die Stadtpressestelle auf BT-Anfrage mit.

Deutsch-kroatische Küche und Bubble Teas

Darüber hinaus sollen noch zwei weitere Quartiere entstehen: „Höfe“ (etwa 4.400 Quadratmeter) wird der Bereich zwischen Bahnhofsplatz und Hauptstraße heißen. Und das größte Areal mit 13.900 Quadratmetern ist das „Carrée“ zwischen Hildastraße und Luisenstraße. Gegenüber dem Raiffeisenmarkt wurde bereits mit einer Teilbebauung begonnen – zwei Gebäude mit insgesamt 45 Wohnungen sollen spätestens Ende 2022 an dieser Stelle nutzbar sein.

Vier Architekturbüros haben sich mit der Ausarbeitung von Vorentwürfen für eine zukunftsfähige städtebauliche Entwicklung der drei Quartiere befasst. Die Endpräsentation und Bewertung der Arbeiten erfolgte im April 2019 im Rahmen einer Projektgruppensitzung. Letztlich hat die Arbeit der Architektengemeinschaft Larob-Laux die Projektgruppe überzeugt.

Betroffen vom Abriss des Bahnhofsgebäudes wäre dann auch das neue Speisebistro von den Brüdern Patrick (20) und Dennis Zittel (24), das im ehemaligen Backhaus demnächst neu durchstartet. Es wird den Namen „Pola Pola “ (kroatisch für „halb und halb“) tragen und voraussichtlich am 8. Oktober seine Türen öffnen. „Seit einem Jahr waren wir auf der Suche nach einer Gewerbefläche“, berichtet Patrick Zittel. Als sie dann von den leer stehenden Räumlichkeiten im ehemaligen Backhaus erfahren haben, haben sie „ohne lange zu fackeln“ zugeschlagen. In dem neuen Imbiss, der innen Platz für 40 Gäste bietet, soll der Fokus – in Anlehnung an die Wurzeln der Zittels (ihre Mutter ist Kroatin) – auf deutsch-kroatischer Küche liegen, auch Bubble Teas werden in das Sortiment aufgenommen.

Das jetzige Bahnhofsgebäude soll mittel- bis langfristig einem Neubau weichen, in dem Wohnungen und Geschäfte Platz finden. Foto: Nora Strupp

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Das jetzige Bahnhofsgebäude soll mittel- bis langfristig einem Neubau weichen, in dem Wohnungen und Geschäfte Platz finden. Foto: Nora Strupp

Plan B bei Gebäudeabriss

Seit dem 10. September sind Patrick und Dennis Zittel die neuen Pächter – und haben als solche bereits viel Arbeit investiert und diverse Nachtschichten eingelegt, um dem Bistro neues Leben einzuhauchen: Die vorherige graue, düstere Wandfarbe ist verschwunden, nun heißt ein heller Raum die Gäste willkommen. Eine Theke im modernen Schwarz-Weiß-Design vervollständigt das Ambiente.

Sollte es tatsächlich irgendwann zu einem Abriss des Bahnhofsgebäudes kommen, haben die Brüder schon einen Plan B in der Tasche: Wie von Patrick Zittel im BT-Gespräch zu erfahren war, hat die Stadt ihnen zugesichert, dass sie am Bahnhof zwei Container zur Verfügung gestellt bekommen, um den Bistrobetrieb aufrecht erhalten zu können.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nora Strupp

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Erstellt:
27. September 2021, 11:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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