Urlaub daheim: Pamina-Planetenweg in Durmersheim

Durmersheim (naf) – Mit dem Fahrrad einmal quer durchs Sonnensystem fahren, das können Besucher des Pamina-Planetenwegs.

Aussicht auf den Rhein: Von der Station des Zwergplaneten Pluto kann man den Blick übers Wasser schweifen lassen. Foto: Nadine Fissl

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Aussicht auf den Rhein: Von der Station des Zwergplaneten Pluto kann man den Blick übers Wasser schweifen lassen. Foto: Nadine Fissl

Das Modell der Sonne ist der Start und erstrahlt seit 2007 vor dem Durmersheimer Rathaus. Von dort aus sind die Planeten unseres Sonnensystems in maßstabsgetreuer Größe und entsprechendem Abstand zueinander zu finden – mit einem Maßstab von eins zu einer Milliarde. Während der rund 35 Kilometer Richtung Pluto können Radler ordentlich in die Pedale treten und dabei die Weiten des Weltraums am eigenen Leib erleben.

Das als Sonne dienende Apfelsinenschalen-Modell mit einem Durchmesser von 1,40 Metern ist vor dem Rathaus kaum zu übersehen. Vier Tafeln sowie Flyer zum Mitnehmen geben Fakten zu den Himmelskörpern und Einzelheiten zum Weg. Im „Hexengässle“ soll es zu den ersten Planeten gehen – wo es zum Gässle geht, scheint allerdings kein Navigationssystem zu wissen. Doch wer sich umsieht, entdeckt schnell den Eingang zur Straße auf der gegenüberliegenden Seite, die eigentlich „Hexegässl“ heißt. Vorbei an drei stattlichen Platanen wartet nach 58 Metern schon der sonnennächste Planet. Im Modell sind es ein paar Schritte zum Merkur, in der Realität braucht das Licht der Sonne drei Minuten. Weitere Details, wie die dortige Temperatur (minus 170 bis plus 450 Grad), lassen sich dem Modell auf der Gabione, das sind mit Rheinkieseln gefüllte Stahlkörbe, entnehmen. An den enormen Temperaturunterschieden bei Tag und Nacht ist die fehlende Atmosphäre schuld. Entweder zu warm oder zu kalt – ein Grund, um weiterzuziehen.

Schüler der Josef-Durler-Gewerbeschule in Rastatt haben das Sonnenmodell 2007 angefertigt. Foto: Nadine Fissl

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Schüler der Josef-Durler-Gewerbeschule in Rastatt haben das Sonnenmodell 2007 angefertigt. Foto: Nadine Fissl

Die Venus ist nur wenige Meter entfernt – 50, um genau zu sein. Noch ist die Sonne in Sichtweite, die Temperatur auf der Venus beträgt 475 Grad. Wegen der dichten CO2-Atmosphäre entsteht ein Treibhauseffekt, der sie aufheizt.

Weiter zu Bedingungen, die uns geläufiger sind: Der „Blaue Planet“ wartet gemeinsam mit seinem Mond am Ende der Gasse. Die 12.756 Kilometer Durchmesser der Erde sind als 13 Millimeter große Kugel dargestellt. So langsam werden einem die Dimensionen unseres Universums bewusst.

Der Mars wartet 160 Meter weiter. Auf dem Weg geht es an der Hauptstraße entlang bis zu einem alten Brunnen, die Gabione steht daneben. Wie passend der Standort neben dem Brunnen doch ist, bedenke man den Wasser-Fund 2018 auf dem Mars. Der „Rote Planet“ ist dem unseren am ähnlichsten.

550 Meter weiter Richtung Würmersheim wartet der Jupiter, so die Wegweisung. Also runter vom Rad, ein paar Treppen herab und eine schmale Brücke über den Federbach in Richtung Gymnasium. Die Hektik der Hauptstraße wird gegen zirpende Grillen und eine Katze auf Mäusejagd getauscht.

Uranus in Bietigheim und Neptun in Elchesheim-Illingen

Biegt man nun nach links ab, säumen Schrebergärten voller Obst- und Gemüsebeete sowie dicht bewachsene Felder den Weg. Dieser Anblick wird jedoch nur denen gewährt, die sich ebenfalls verlaufen. Also lieber wieder zurück und vor der Schule nach rechts, vorbei an der Station, die sich dem Asteroiden-Gürtel widmet. Wegen Vandalismus ist der Text darauf nur noch schwer lesbar. Auf dem Feldweg gegenüber der Weißenburgerstraße thront nun der größte Planet. Der Jupiter ist ein Gasriese und entspricht 318 Erdmassen.

Auf den 650 Metern zum Saturn begleitet einen das Zwitschern der Vögel, die sich in den wilden Brombeersträuchern am Wegesrand tummeln. Die Ringe des Saturns sieht man schon von Weitem – auch im Original: Sie erstrecken sich bis zu einer Million Kilometer weit.

Auf der Fahrt zu Uranus in Bietigheim und Neptun in Elchesheim-Illingen können bequem die Pamina-Fahrradwege genutzt werden. Ab Letzterem wird der Weg wegen Sanierungsarbeiten am Rheindamm umgeleitet. So geht es über Rheinstetten zu Pluto, der seinen Platz am Wasser direkt neben der Fähre in Au am Rhein hat. Dem Zwergplaneten sowie seinem Nachbarn Eris sind weitere Stationen im französischen Mothern gewidmet, die nach einer Fahrt mit der Fähre entdeckt werden können.

So schafft es der Planetenweg, 35 Kilometer auf der Hardt und der Rheinebene sowie Milliarden von Kilometern im Universum in sich zu vereinen.

Infos


Der Pamina-Planetenweg startet am Rathaus in Durmersheim und führt über die Pamina-Fahrradwege nach Würmersheim, Bietigheim, Elchesheim-Illingen, Au am Rhein und wahlweise bis ins französische Mothern.

Entfernung: Rund 35 Kilometer.

Einkehr: In den Gemeinden gibt es mehrere Möglichkeiten einzukehren, beispielsweise im Restaurant am Zollhaus in Au am Rhein, wo die Gabione des Pluto steht.

ÖPNV: Zum Startpunkt gelangt man mit der S7 oder S8 sowie dem Bus der Linie 222 vom Rastatter Bahnhof.

Internet: https://ka.stadtwiki.net/Pamina-Planetenweg

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Erstellt:
19. August 2020, 12:10 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 17sec

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