Pamina-Rheinpark feiert Jubiläum

Rastatt/Seltz (ar) – Vor 25 Jahren wurde am Oberrhein eine grenzüberschreitendes Projekt für das Erlebbarmachen der Kulturlandschaft und die Tourismusförderung gegründet.

Marie-Renée Sitter und Claus Haberecht vor der Pamina-Rheinpark-Zentrale in Ottersdorf. Foto: Anne-Rose Gangl

© ANNE_ROSE GANGL

Marie-Renée Sitter und Claus Haberecht vor der Pamina-Rheinpark-Zentrale in Ottersdorf. Foto: Anne-Rose Gangl

Die Väter des Gedankens, die Auenlandschaft am Oberrhein zu schützen und ein „Ökomuseum beidseits des Rheins“ zu verwirklichen, brachten einen Stein ins Rollen, der über die Region hinaus Beachtung findet. Der Pamina-Rheinpark wurde im Dezember 1996 gegründet und im Januar 1997 als Verein eingetragen.

Das 25-jährige Bestehen nehmen die Verantwortlichen aus Baden, der Südpfalz und dem Nordelsass zum Anlass, ihre Aktivitäten kritisch zu beleuchten und den Verein weiterzuentwickeln. Triebfedern vor mehr als 30 Jahren waren der Rastatter Oberbürgermeister Franz Rothenbiller und der Seltzer Bürgermeister Hugues Kraemer, zwei Europäer, die eine Vision hatten.

Damals startete der Pamina-Rheinpark im Riedmuseum Ottersdorf bei null. Heute kann er sich in einer Raumschaft von rund 1.000 Quadratkilometern rechts und links des Rheins zwischen Eggenstein-Leopoldshafen und Leimersheim im Norden sowie Rheinmünster-Greffern und Gambsheim im Süden mit 14 Museen, zwei Naturschutzzentren, mehr als 70 Stationen am Wegesrand, zahlreichen Radwegeangebote und grenzüberschreitenden Veranstaltungen präsentierten. 29 Rheinpark-Guides aus allen drei Teilbereichen des Pamina-Rheinparks wurden zwischenzeitlich ausgebildet.

Über fünf Millionen Euro investierte die EU im Rahmen ihrer Interreg-Förderprogramme bisher in Projekte des Rheinparks. In gleicher Höhe flossen Mittel aus den Mitgliedsgemeinden, um die gemeinsame Kulturlandschaft erlebbar zu machen und den Tourismus zu fördern. „Es ist ein einzigartiger Zusammenschluss von 34 Gebietskörperschaften über die Grenze hinweg“, erklärt Claus Haberecht, von Anfang an Geschäftsführer des Pamina-Rheinpark Vereins. Stolz ist er, dass in all den Jahren des Bestehens kein einziges Mitglied ausgetreten ist, jedoch viele neue Kommunen hinzukamen.

Doch „quo vadis Pamina-Rheinpark?“, fragten sich die Mitglieder beim jüngsten Workshop in Soufflenheim. „Die Zusammenarbeit muss intensiviert werden, insbesondere rheinübergreifend“, sagt Haberecht. Selbst die Menschen in den einzelnen Mitgliedsgemeinden wüssten oft nicht, was der Pamina-Rheinpark ist. Es fehle die Identität bei Politik und Bevölkerung. Die Projekte und Aktivitäten müssten auch für Kinder und die jüngere Generation interessanter gestaltet, Kommunen, Vereine, Schulen und Institutionen vernetzt und das Marketing verbessert werden. „Auch die Gemeinden müssen mehr Unterstützung bieten“, betont Haberecht, der auf die Win-Win-Situation für die gesamte Raumschaft verweist.

Museumspfad in Ötigheim


Hoffnungen setzt der langjährige Geschäftsführer in den verjüngten Vorstand, in dem auch viele Frauen aktiv sind. „Das zeigt die Begeisterung, um das Projekt weiterzutragen“, so Haberecht. Einig sind sich alle, dass die vielen Ideen nur umgesetzt werden können, wenn das Personal aufgestockt wird. Seit Beginn des Pamina-Rheinparks bearbeitet Marie-Renée Sitter als alleinige Assistentin in der Rheinpark-Zentrale im Riedmuseum Ottersdorf alle anstehenden Verwaltungsaufgaben, Anfragen und sämtliche Interreg-Anträge.

In den kommenden zwei Jahren sollen das Museum über die Römerzeit in Neupotz und ein Museumspfad bei den Freilichtspielen in Ötigheim hinzukommen. Geplant ist ein interaktives Töpfermuseum in Soufflenheim sowie die Einbindung des ehemaligen Kieswerks am Schauffele-See in Wörth mit einem Museum über die Kiesförderung unter dem Motto „Revitalisierung Oberrhein“. Visionen sind ein Baumwipfelturm in den Rheinauen oder ein Skywalk, angedockt an der Rheinbrücke.

Gefeiert werden sollte das Jubiläum am 2. Februar 2022 in der Reithalle Rastatt. Die Veranstaltung wird aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden können. Für den 11. März ist eine Dreiländer-Kulturveranstaltung in der Stadthalle Wörth geplant. Eine geführte Jubiläums-Radtour mit Rheinpark-Guides soll am 19., 26. Juni und 3. Juli in drei Etappen von Fähre zu Fähre führen.

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