Pandemie beschert Klinikum herbe Verluste

Rastatt (fk) – Der Kreisfinanzausschuss Rastatt hat eine Erhöhung des Stammkapitals für das Klinikum Mittelbaden beschlossen. 2020 machte der Klinikverbund elf Millionen Euro Miese.

Insgesamt sollen dem Klinikum 18,25 Millionen Euro mehr an Stammkapital zur Verfügung stehen. Foto: Nico Fricke

© nof

Insgesamt sollen dem Klinikum 18,25 Millionen Euro mehr an Stammkapital zur Verfügung stehen. Foto: Nico Fricke

Auf rund elf Millionen Euro hat die Corona-Pandemie die Betriebsverluste des Klinikums Mittelbaden (KMB) im Geschäftsjahr 2020 anschwellen lassen. Das ist das Ergebnis einer Berechnung der Geschäftsführung, die gestern im Finanzausschuss des Rastatter Kreistags diskutiert wurde. Im Wesentlichen ergibt sich diese negative Entwicklung demnach durch die Auswirkungen der Pandemie im Segment Akutkliniken. Der Kreisausschuss beschloss deshalb gestern, bereits geleistete Darlehen in Stammkapital umzuwandeln und das Stammkapital so zu erhöhen.

18,25 Millionen Euro mehr

Insgesamt sollen dem Klinikum damit 18,25 Millionen Euro mehr zur Verfügung stehen – allerdings nur, wenn Anfang Februar auch der Hauptausschuss der Stadt Baden-Baden zustimmt. Denn die Erhöhung auf ein Stammkapital von dann 36,5 Millionen Euro müsste zu 40 Prozent auch von der Kurstadt finanziert werden.

Im Hinblick auf die Verluste des Klinikums heißt es in der Beschlussfassung: „Die Gesellschafter (Stadtkreis und Landkreis) werden auch zukünftig die Defizite dauerhaft ausgleichen müssen. Es wird deutlich, dass es der KMB bei weiter anhaltenden Betriebsverlusten nicht gelingen wird, die von den Gesellschaftern gewährten Betriebsmittelkredite in absehbarer Zeit zurückzubezahlen.“ Insbesondere vor dem Hintergrund der künftig regelmäßigen Verlustausgleiche erscheine es daher – so die Verwaltung des Landkreises – sinnvoll und notwendig, die bisher gewährten Betriebsmittelkredite der Gesellschafter einmalig in Stammkapital der Gesellschaft umzuwandeln. Das sei ein deutliches Signal und ein starkes Bekenntnis der Gesellschafter zum KMB, was gerade in der aktuellen Strukturdebatte wichtig sei.

Zum Artikel

Erstellt:
27. Januar 2021, 08:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Januar 2021, 08:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 44sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.