Park-Hotel rückt wieder in den Fokus

Gaggenau (tom) – Mit den Fluchtbewegungen durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine rückt das leerstehende Park-Hotel erneut ins Blickfeld.

Zukunft ungewiss: Das Park-Hotel steht seit gut anderthalb Jahrzehnten leer. Es wäre als Flüchtlingsunterkunft geeignet, meint das Landratsamt. Foto: Anna Strobel

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Zukunft ungewiss: Das Park-Hotel steht seit gut anderthalb Jahrzehnten leer. Es wäre als Flüchtlingsunterkunft geeignet, meint das Landratsamt. Foto: Anna Strobel

Das Rathaus bestätigt Überlegungen, das Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. Derlei Gedankenspiele gab es bereits in der Flüchtlingskrise Ende 2015, Anfang 2016 – und sie scheiterten.

Auf entsprechende Anfrage dieser Zeitung hieß es am Dienstagnachmittag aus dem Gaggenauer Rathaus: „Sowohl der Landkreis Rastatt als auch die Stadt Gaggenau treffen derzeit Vorbereitungen für die Ankunft von Ukraine-Flüchtigen.“ Hierzu habe am Dienstag ein erstes Gespräch mit dem Landkreis stattgefunden. Es werde aktuell geprüft, „ob überhaupt ein Bedarf da ist und wenn ja, wie groß dieser ist“. Dementsprechend müsse geklärt werden, in welchen Städten und Gemeinden die Flüchtlinge im Landkreis bestmöglich untergebracht werden können.

Zunächst sollen sie in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes unterkommen, also unter anderem in Karlsruhe.

Rund 80 Zimmer

Konkretes lasse sich derzeit nicht sagen, da aufgrund vieler unklarer Faktoren noch keine Entscheidungen getroffen werden könnten. Dies betreffe auch eine Unterbringung im Gaggenauer Park-Hotel: „Aktuell wird diese Möglichkeit bereits geprüft, aufgrund der Brandschutzbestimmungen wird dies jedoch nur schwer umsetzbar sein“, gibt die Stadtverwaltung zu bedenken. Die Eigentümerfamilie Latzel wurde noch nicht kontaktiert. Dies werde erst dann geschehen, wenn der Landkreis den Bedarf ermittelt habe und geklärt sei, welche Liegenschaften überhaupt infrage kommen. Für den morgigen Donnerstag sei eine weitere Sitzung in der Angelegenheit anberaumt.

Zum Jahreswechsel 2015/16 hatte der Landkreis ebenfalls beabsichtigt, das schon damals leer stehende Park-Hotel anzumieten. Bereits eingeplant war in den rund 80 Zimmern die Unterbringung von 150 bis 180 Flüchtlingen. Das Hotel im Herzen von Gaggenau, direkt an der Konrad-Adenauer-Brücke, sei sehr geeignet als Flüchtlingsunterkunft, argumentierte das Landratsamt damals, „sowohl von der Lage her als auch von der Größe“, darüber hinaus seien Nebenräume für gemeinschaftliche Aktivitäten und ehrenamtliches Engagement in genügender Zahl vorhanden.

Das Landratsamt hatte über mehrere Monate versucht, mit Eigentümer Armin Latzel aus Baden-Baden eine Einigung herbeizuführen. Der Eigentümer habe die Gespräche Anfang Januar 2016 abgebrochen. „Die Vorstellungen des Eigentümers und unsere waren in mehreren Gesprächen nicht in Einklang zu bringen“, erläuterte die Behörde dazu, ohne Einzelheiten zu nennen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
1. März 2022, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 04sec

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