Parkchaos auf der Schwarzwaldhochstraße

Schwarzwaldhochstraße (sga/bema) – Weil am Wochenende wieder Menschenmassen in die Höhengebiete fuhren, wurden die Zufahrten zur Schwarzwaldhochstraße bereits in den Morgenstunden gesperrt.

Sehr gefährlich: Weil Autos den Straßenrand blockieren, müssen die Fußgänger auf die Fahrbahn ausweichen. Foto: Bernhard Margull

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Sehr gefährlich: Weil Autos den Straßenrand blockieren, müssen die Fußgänger auf die Fahrbahn ausweichen. Foto: Bernhard Margull

Verhältnismäßig ruhig ist es am Sonntag um 9 Uhr morgens auf der Fahrt Richtung Mummelsee, nur vereinzelt sind Autos auf der Straße zu sehen. Doch der Schein trügt. Wer es bis hoch zu dem denkmalgeschützten Kurhaus Sand schafft, merkt schnell: Auch dieses Wochenende ist der Schwarzwald nicht vor den Menschenmassen sicher. Deshalb muss die Polizei erneut eingreifen.

Bepackt mit Thermoskanne und Schlitten spazieren unzählige Familien in Richtung der Schneehänge. Die meisten haben ihre Kinder dabei, viele sind nur pärchenweise unterwegs, wieder andere hat es für einen Spaziergang mit dem Hund in die Höhe gezogen. Doch eines haben alle gemeinsam: Sie wollen in den Schnee. „Prinzipiell ein Wunsch, der vollkommen verständlich ist“, meint Wolfgang Kramer. Der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Offenburg kann verstehen, dass es die Menschen „bei solch einem Wetter und dieser Schneelage“ hinauf in den Wald zieht. Trotzdem müsse die Polizei ein Auge auf die Menschenmasse und vollgeparkten Straßen haben. Auch deshalb, weil die vielen Falschparker bereits zu Jahresbeginn zu einem großen Problem geführt haben. „Aufgrund mehrerer Autos, die unerlaubterweise sämtliche Zufahrten und Rettungswege blockierten, fanden die Einsatzkräfte nur schwer ihren Weg zu einer verletzten Person. Das ist ein absolutes No-Go“, appelliert Kramer an die Vernunft der Menschen. Es könne nicht sein, dass ein Rettungshubschrauber Probleme beim Landen hat, weil etliche Autos die dafür vorgesehenen Bereiche blockieren.

Nicht nur auf den Höhen, sondern auch unten im Tal sind alle Parkplätze belegt. Foto: Bernhard Margull

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Nicht nur auf den Höhen, sondern auch unten im Tal sind alle Parkplätze belegt. Foto: Bernhard Margull

Damit so etwas nicht mehr passiert, hat die Polizei in enger Absprache mit den Landratsämtern Maßnahmen erarbeitet, auf die bereits in den Morgenstunden zurückgegriffen wird. Weil schon gegen 9 Uhr kaum ein freier Parkplatz zwischen Oberem Plättig und Kniebis-Alexanderschanze frei ist, muss schnell reagiert werden: Wenige Minuten später stehen bereits die ersten orangefarbenen Hütchen auf der Fahrbahn, um weiteren Personen den Weg auf die Höhen zu versperren. „Das werden wir immer dann machen, wenn die Parkplätze bis zu 80 Prozent ausgelastet sind“, erklärt ein Polizist vor Ort dem BT – und winkt ein ankommenes Auto zurück ins Tal. Doch dort sieht es teilweise nicht anders aus. Sämtliche Seitenstraßen in Bühlertal-Obertal wurden zugeparkt. Weil die Ausflügler selbst vor privaten Parkplätzen keinen Halt machen, haben einige Anwohner ihre Grundstücke mit Flatterband abgesperrt. Manche Autofahrer reißen die Bänder aber einfach ab und parken trotzdem dort.

Alle wollen an den Mummelsee

Die meisten Schneehungrigen interessieren sich kaum für die Waldwege in den unteren Bereichen der Schwarzwaldhochstraße. Stattdessen zieht es die Meute überwiegend zum Mummelsee, der auch zwischen den Jahren am meisten besucht worden ist. Weil viele schon um 6 Uhr am Morgen losfahren, müssen die meisten Anreisenden gegen 9.30 Uhr auf die Straßenränder ausweichen, um zu parken – woanders sind keine freien Flächen mehr zu finden.

„Das ist sehr gefährlich“, mahnt ein Polizist. Weil ihnen nichts anderes übrig bleibt, müssen die Fußgänger weit auf die Straße ausweichen – auf der durch die Falschparker ohnehin schon weniger Platz ist. Unabhängig von den Straßensperrungen ist die Polizei auch auf den maßlos überfüllten Parkplätzen sehr präsent. Immer wieder fahren Einsatzfahrzeuge von Ort zu Ort, um die jeweilige Lage zu inspizieren. Wer beim Falschparken erwischt wird, wird von den Beamten sofort darauf hingewiesen. Um das Verkehrsaufkommen schneller einschätzen zu können, beobachten die Einsatzkräfte sogar aus der Luft die Höhengebiete. Von etwa 9 bis 10 Uhr, so Polizeisprecher Kramer, sei ein Hubschrauber im Einsatz.

Zur Rücksichtnahme angehalten

Trotz der erneut aufkommenden Menschenmasse betont Polizeipressesprecher Kramer: „Die Situation war zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr schlimmer.“ Das bedeute jedoch nicht, dass die Leute nicht zur Rücksichtnahme angehalten werden. Schließlich seien nach wie vor immer noch zu viele in den Höhengebieten unterwegs, „und es wären noch mehr, würden wir nicht dauernd absperren“.

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Erstellt:
10. Januar 2021, 16:09 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 56sec

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