Baden-Badener Parkinson-Selbsthilfegruppe neu aufgestellt

Baden-Baden/Rastatt (vr) – Die regionale Selbsthilfegruppe Baden-Baden/Rastatt der Deutschen Parkinson-Vereinigung hat sich neu aufgestellt. Kirsten Cater und Elisabeth Köker sind neue Leiterinnen.

Kirsten Cater (Dritte von rechts) zeigt ihrer Truppe bei der Gymnastik die Übungen mit einem Reifen. Foto: Veruschka Rechel

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Kirsten Cater (Dritte von rechts) zeigt ihrer Truppe bei der Gymnastik die Übungen mit einem Reifen. Foto: Veruschka Rechel

„Für uns ist es ganz wichtig, unsere Selbsthilfegruppe in der Region bekannt zu machen und Betroffenen die Scheu vor einer Kontaktaufnahme zu nehmen“, betont Kirsten Cater aus Baden-Baden. Sie und Elisabeth Köker sind ehrenamtlich die neuen, kommissarischen Leiterinnen bei der Deutschen Parkinson-Vereinigung, Regionalgruppe Baden-Baden/Rastatt.

Nach langer coronabedingter Pause möchten die beiden die neu ins Leben gerufenen Aktivitäten dieser Selbsthilfegruppe präsentieren. Aktuell verzeichnen sie rund 70 betroffene Mitglieder und etwa 50 Nichtbetroffene wie Ehepartner. „Wir begrüßen es sehr, wenn auch die jeweiligen Partner an Kursen und Treffen teilnehmen“, sagte Kirsten Cater.

Scham nach Diagnose soll nicht sein

Leider würden immer noch viele Betroffene versuchen, ihre Krankheit zu kaschieren. Sie zögen sich nach der Diagnose Morbus Parkinson zurück, der eine oder andere schäme sich sogar. Selbst innerhalb der eigenen Familie würde das Thema manchmal totgeschwiegen. Die Diagnose löst bei den Betroffenen häufig große Verunsicherung aus. Zur Bewältigung braucht man Unterstützung und sozialen Rückhalt. Dafür ist eine Selbsthilfegruppe genau das Richtige. Man kann ungezwungen über die Krankheit sprechen, sich über Sorgen und Nöte austauschen und gegenseitig Erfahrungstipps geben. Daneben spielt auch die Geselligkeit eine große Rolle. Dazu gehören monatliche Treffen, Feste oder Weihnachtsfeiern, die die Beschwerden vergessen lassen und bei denen die Fröhlichkeit im Vordergrund steht.

Parkinson ist mit etwa 280.000 Betroffenen allein in Deutschland weltweit die zweithäufigste neurologische Erkrankung. Heilbar ist sie bis jetzt noch nicht, aber es gibt eine Vielzahl von Medikamenten und Therapieangeboten, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen oder für eine gewisse Zeit stoppen können. Vorausgesetzt, man beginnt frühzeitig mit der Behandlung, und dazu sollte man sich unbedingt an einen Neurologen wenden.

„Wir bejammern nicht unser Schicksal“

„Unsere Selbsthilfegruppe widmet sich vor allem dem sozialen Aspekt, wir möchten die Betroffenen aus ihrer Isolation holen“, erklärte Cater. Ganz wichtig seien das Beisammensein, der Gedankenaustausch, gemeinsame Ausflüge und auch das Lachen. „Wir bejammern nicht unser Schicksal, sondern versuchen, trotz einer Erkrankung dem Leben die positiven Seiten abzugewinnen.“ Ein ganz wichtiger Faktor sei die Bewegung. Dabei wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet, der Stoff, an dem es bei einer Parkinsonerkrankung mangelt. Während der Pandemie, als es plötzlich nicht mehr möglich war, zu regelmäßiger Gymnastik im DRK zusammenzukommen, habe man überdeutlich gemerkt, was Bewegungsmangel für Folgen habe. So wurden in den vergangenen 18 Monaten deutlich mehr Stürze, Knochenbrüche und Krankenhausaufenthalte bei den Mitgliedern verzeichnet als üblich. Deshalb hat man in der Selbsthilfegruppe versucht, den fatalen Folgen von Bewegungsarmut entgegenzuwirken und bei entsprechendem Wetter wöchentlich eine Gymnastikstunde in der Allee angeboten. Das sei dankbar von den Mitgliedern angenommen worden.

Seit September sei man in der glücklichen Lage, wieder regelmäßig einmal pro Woche Gymnastik machen zu können, und zwar in Baden-Baden jeden Dienstag um 15 Uhr in der Heel-Sporthalle beim Aumattstadion. Zudem wird ein zehnwöchiger Tai Chi- oder Qi Gong-Kurs angeboten, danach werden es wieder Gymnastik- und Logopädiestunden sein. Ein geselliges Beisammensein und Gelegenheit zum Austausch mit anderen Betroffenen findet jeden dritten Mittwoch im Monat in Lichtental um 15 Uhr im Café des Caritaszentrums Cäcilienberg in der Geroldsauer Straße 2 statt.

www.dpv-baden-baden-rastatt.de

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Erstellt:
9. Oktober 2021, 09:45 Uhr
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