Per Klick den Impfstatus prüfen

Baden-Baden (for) – Der digitale Impfnachweis soll in ganz Europa gelten und Erleichterung bringen – vor allem beim Reisen. Bereits Geimpfte können ihn auch nachträglich erhalten.

Für diejenigen, die ihren gelben Impfpass in analoger Form nicht immer mit sich herumtragen möchten, wird es bald eine digitale Alternative geben. Foto: Soeren Stache/dpa

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Für diejenigen, die ihren gelben Impfpass in analoger Form nicht immer mit sich herumtragen möchten, wird es bald eine digitale Alternative geben. Foto: Soeren Stache/dpa

Für viele ist er die Eintrittskarte in die Normalität: der digitale Impfpass. Er soll in ganz Europa gelten und etwa das Reisen erleichtern, indem über eine App die Infos über die erhaltene Corona-Impfung auf dem Handy gespeichert werden. Derzeit läuft dazu noch ein bundesweiter Feldversuch, das Bundesgesundheitsministerium rechnet aber damit, dass noch im Juni jeder, der will, den digitalen Impfpass nutzen kann. Aber: Wie komme ich überhaupt an den digitalen Impfnachweis und wie genau funktioniert er? Nachfolgend die wichtigsten Fragen:

Personalisiert auf dem Smartphone

Wie funktioniert der digitale Impfpass?
Laut Bundesgesundheitsministerium ist der digitale Impfnachweis eine zusätzliche Möglichkeit, um Impfungen zu dokumentieren. Geimpfte sollen damit Informationen wie Impfzeitpunkt und Impfstoff künftig auch personalisiert bequem auf ihren Smartphones digital speichern können.

Der digitale Impfnachweis wird in der Arztpraxis oder in einem Impfzentrum generiert. Nach Eingabe oder Übernahme der Daten wird ein 2D-Barcode erstellt, den die Nutzer direkt abscannen können oder auf einem Papierausdruck mitbekommen und später einscannen können. Der digitale Impfnachweis wird dann von den Nutzern über eine App, die kostenfrei zum Download bereitgestellt wird, auf dem Smartphone gesteuert. „Das Impfzertifikat enthält nur Informationen zum Impfstatus, den Namen des Geimpften und das Geburtsdatum“, teilt das Bundesgesundheitsministerium mit.

Wann genau soll der digitale Impfpass eingeführt werden?
„Der QR-Code für den digitalen Impfnachweis wird nach erfolgreicher Systemfreigabe durch den Bund an die Bürger ausgegeben“, so das baden-württembergische Sozialministerium auf BT-Nachfrage. Baden-Württemberg sei rein technisch bereits soweit, den QR-Code auszugeben. „Da es sich aber federführend um ein System des Bundes handelt und hier persönliche Daten vorhanden sind, müssen auch dort ebenfalls alle Vorbereitungen und Prüfungen abgeschlossen sein, bevor eine Freigabe erfolgt“, fügt Ministeriumssprecher Pascal Murmann hinzu. Mit einer Freigabe des Bundes rechnet das Sozialministerium noch im Juni.

Ausstellung auch nachträglich möglich

Wer kann einen elektronischen Impfnachweis erhalten?
Alle Personen, die einen Anspruch auf eine Impfung haben, können sich in der Arztpraxis oder im Impfzentrum künftig ergänzend zum analogen Impfnachweis auch einen digitalen Impfnachweis ausstellen lassen.

Ich wurde bereits geimpft. Bekomme ich den digitalen Impfpass auch nachträglich?
Laut Bundesgesundheitsministerium werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, um auch nachträglich digitale Impfnachweise zu erstellen. Grundsätzlich soll die nachträgliche Ausstellung dort erfolgen, wo man geimpft worden ist. Wenn in den Impfzentren entsprechende Kontaktdaten vorliegen, sollen die QR-Codes möglichst automatisch per Post zugesandt werden. „Bereits Geimpfte müssen dafür also nicht noch einmal ins Impfzentrum fahren“, heißt es vonseiten des Sozialministeriums. Auch Menschen, die vom Betriebsarzt geimpft wurden, sollen die QR-Zertifikate zugeschickt bekommen. Ab kommendem Montag soll man sich zudem in vielen Apotheken den digitalen Nachweis einer vollständigen Impfung nachträglich ausstellen lassen können, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am Dienstag mitteilte.

Bei einigen Impfzentren bekommt man bereits jetzt eine Impfbescheinigung, auf der ein QR-Code steht – dient dieser QR-Code bereits als digitaler Impfnachweis?
Nein. Dieser QR-Code ist nicht für den digitalen Impfnachweis nutzbar, wie das Sozialministerium erklärt. „Die Impfbescheinigung war grundsätzlich für Personen gedacht, die keinen Impfpass dabei hatten und auch keinen neu ausgehändigt bekommen haben“, klärt Murmann auf. Deshalb diene auch der darauf enthaltene QR-Code lediglich als Ersatz und physischer Impfnachweis, falls eine geimpfte Person den Impfausweis vergessen oder verloren hat. Die Bescheinigung ist also nicht für den digitalen Impfpass nutzbar. Hierfür wird ein zweites Zertifikat benötigt, das nach Freigabe durch den Bund nach erfolgter Zweitimpfung entweder direkt in den Impfzentren ausgegeben wird oder eben nachträglich per Post an die Immunisierten verschickt wird.

Wo kann der digitale Impfpass eingesetzt werden?
Grundsätzlich überall dort, wo ein Nachweis über die vollständige Impfung verlangt wird. „Für die Prüfung wird neben dem digitalen Impfnachweis auch ein amtlicher Lichtbildausweis benötigt“, wie das Sozialministerium schreibt. Laut Bundesgesundheitsministerium wird es für Dienstleister die den Impfstatus einer Person überprüfen möchten, eine spezielle App zur Prüfung des Impfzertifikats geben. Damit kann der Impfstatus dann ähnlich wie ein Barcode eines Flug- oder Bahntickets gescannt werden. So können Einrichtungen per Klick den Impfstatus des Gasts ermitteln.

Analoger Impfpass gilt weiterhin

Kann man im digitalen Impfnachweis auch speichern, dass man bereits infiziert war oder negativ getestet wurde?
Ja, auch negative Tests oder eine durchgemachte Infektion werden sich in der App als Testzertifikat beziehungsweise Genesenenzertifikat hinterlegen lassen. Eine durchgemachte Infektion wird mittels eines PCR-Test-Ergebnisses dokumentiert, teilt das Bundesgesundheitsministerium mit.

Wenn ich kein Smartphone habe oder den digitalen Impfpass nicht nutzen möchte, kann ich dann weiter meinen Impfpass in analoger Form vorzeigen?
Ja, der digitale Impfpass ist freiwillig. Auch weiterhin ist überall ein Nachweis mit dem analogen Impfpass möglich. Dieser gilt laut Sozialministerium ebenfalls EU-weit.


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