Personal-Karussell bei Grenke dreht sich weiter

Baden-Baden (vo) – Im Aufsichtsrat des Finanzdienstleisters Grenke und im Vorstand der Grenke Bank werden wichtige Positionen neu besetzt.

Firmensitz es Leasingspezialisten Grenke in Baden-Baden. Foto: Uli Deck/dpa

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Firmensitz es Leasingspezialisten Grenke in Baden-Baden. Foto: Uli Deck/dpa

Beim von Betrugsvorwürfen belasteten Finanzdienstleister Grenke AG dreht sich erneut das Personal-Karussell – diesmal im Aufsichtsrat sowie im Vorstand der Grenke Bank. Unter anderem wird Firmengründer Wolfgang Grenke wie angekündigt zur Hauptversammlung am 29. Juli aus dem Kontrollgremium ausscheiden.

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wolle die Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG – die gemeinsame Gesellschaft der Familie Grenke mit einem mehrheitlichen Aktienbesitz von rund 40 Prozent – bis zur virtuellen Hauptversammlung einen entsprechenden personellen Vorschlag zur Wahl in den Aufsichtsrat einreichen. Zuletzt hatte Wolfgang Grenke seinen Sohn Moritz David als möglichen Kandidaten und Nachfolger genannt. Grenke war im Mai 2018 vom Vorstand in den Aufsichtsrat gewechselt.

Das Gremium erhält zur Hauptversammlung ein neues Gesicht. Die Hälfte der Mitglieder wird ausgetauscht. Denn neben dem Firmengründer haben auch Claudia Krcmar und Florian Schulte (beide Baden-Baden) angekündigt, auf eigenen Wunsch ausscheiden zu wollen. Als Nachfolger schlägt der Aufsichtsrat den Volkswirt und Wirtschaftsprüfer Norbert Freisleben (51) sowie den Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Konstantin Mettenheimer (65) vor.

„Ein wichtiger Meilenstein“


Gleichzeitig krempelt der Konzern die Führung der Grenke Bank, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Grenke AG, um. Bereits zum 1. August geht Andreas Schulz (59). Er ist seit 2010 im Vorstand und dort für den Markt zuständig. Seine Aufgaben übernimmt der Diplom-Wirtschaftsmathematiker Helge Kramer (54), der von der Frankfurter Bankgesellschaft Deutschland AG kommt. Auch Sven Nippes (45), seit 2016 im Vorstand und dort für die Marktfolge zuständig, scheidet aus. Sein Vertrag endet zum 31. Dezember dieses Jahres. Der Konzern kündigte am Dienstag an, bis zum vierten Quartal einen Nachfolger präsentieren zu wollen.

„Nach all den Veränderungen der letzten Monate wird die kommende Hauptversammlung ein wichtiger Meilenstein sein“, wird der Aufsichtsratsvorsitzende Ernst-Moritz Lipp in der gestrigen Mitteilung zitiert. Der Ausbau der internen Aufsichts- und Kontroll-Strukturen habe bereits im Vorjahr begonnen und werde bis Ende des Jahres sehr weit fortgeschritten sein. Zuletzt war der Grenke-Vorstand mit Isabel Rösler als Risikovorstand erweitert worden. Michael Bücker (ehemaliger Bayern-LB-Vorstand) übernimmt den Vorstandsvorsitz von Antje Leminsky.

Der Konzern zieht die Konsequenzen aus den Sonderprüfungen infolge des Angriffs des britischen Leerverkäufers Fraser Perring im Herbst 2020. Die Prüfer hatten unter anderem Mängel in der internen Revision, der Geldwäscheprävention sowie in Teilen des Kundenkreditgeschäfts der Bankgesellschaft ausgemacht.

Die im S-DAX gehandelte Aktie lag am Dienstag zunächst mit bis zu 2,7 Prozent im Plus und ging mit 37 Euro (plus 1,56 Prozent) aus dem Handel.


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