Pestalozzi-Schule: Denkmalschutz vereitelt Anbau

Rastatt (ar) – Die Pestalozzi-Schule Rastatt wächst rasant und benötigt mehr Platz. Wo dieser Raum geschaffen werden kann, muss noch geklärt werden. Ein Anbau am Stammhaus kommt nicht mehr infrage.

Eine Erweiterung der Pestalozzi-Schule  am Stammsitz ist aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich. Foto: Anne-Rose Gangl

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Eine Erweiterung der Pestalozzi-Schule am Stammsitz ist aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich. Foto: Anne-Rose Gangl

Die Kreisverwaltung tut sich schwer mit der geplanten Erweiterung der Pestalozzi-Schule. Klar zu sein scheint: Für ein Wachstum am Stammsitz in der Rastatter Herrenstraße senkt der Denkmalschutz den Daumen.
Die Pestalozzi-Schule ist als sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) immer noch von großer Bedeutung für die Schullandschaft im Landkreis, kann sogar von steigenden Schülerzahlen sprechen. Bis zum Jahr 2030 rechnet die Schulleitung mit 165 Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung, die die Landkreisschule mit ihrer Grundstufe, Hauptstufe und Berufsschulstufe besuchen werden, wie Landrat-Stellvertreter Jörg Peter im Ausschuss für Umwelt, Bau und Planung informierte.

Vor zwei Jahren feierte die Pestalozzi-Schule ihr 50-jähriges Bestehen. In den Jahren 2005 bis 2009 wurde das Stammhaus in der Herrenstraße generalsaniert sowie das ehemalige Zollamtsgebäude auf der gegenüberliegenden Seite für schulische Zwecke erworben. Baulich befinden sich die Gebäude in gutem Zustand, jedoch reichen die Räume angesichts der steigenden Schülerzahlen nicht mehr aus. Aktuell werden 128 Schüler in 21 Klassen unterrichtet.

Knapp 20 Kinder mehr im kommenden Schuljahr

Zum Schuljahr 2021/22 werden 146 Kinder und Jugendliche an der Schule in 25 Klassen unterrichtet. Zwei Klassen werden dann zusätzliche Klassenzimmer benötigen.

Nach einer bisherigen Feststellung des Raumprogramms vom August 2019 durch das Regierungspräsidium Karlsruhe würden der Schule 279 Quadratmeter Fläche fehlen. Ausgegangen wird von 120 Schülern in 20 Klassen. Hierbei wurden Prognosen des Statistischen Landesamts über die Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg zugrundegelegt. Die tatsächlichen Zahlen im Einzugsbereich der Pestalozzischule liegen jedoch nach Feststellung der Kreisverwaltung wesentlich höher. Förderbereitschaft wurde vom Regierungspräsidium für die erweiterte Erweiterungsmaßnahme signalisiert, wenn in einem Zeitraum von mindestens vier Jahren eine höhere Schülerzahl als 120 nachgewiesen werden kann.

Neue Standortanalyse in Mittelbaden

Geklärt werden muss, wo zusätzlicher Raum geschaffen werden kann, denn die Denkmalfachbehörde in Karlsruhe hegt gegenüber der vorgelegten Planung zur Erweiterung für das Stammhaus in der historisch geprägten Umgebung erhebliche Bedenken.

Kritisch gesehen wird ebenso der Entwurf zur Erweiterung des ehemaligen Zollamtsgebäudes. Wie Landrat-Stellverterter Jörg Peter in der Sitzung informierte, sollen nun in einer Standortanalyse alle 14 weiteren landkreiseigenen Schulen sowie alle anderen Optionen in Mittelbaden nach Platzressourcen untersucht werden. „Wir sind gespannt auf die Analyse; es gibt einige Schul- und Klinikgebäude, die künftig zur Disposition stehen“, sagte Karsten Mußler (FW). Die Ergebnisse einer Standortanalyse sollen in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bau und Planung am 11. Mai vorgestellt werden.

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Erstellt:
1. April 2021, 07:00 Uhr
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